Übler Paket-Ärger in Köln Frau (34) zeigt Hermes an: So reagiert die Polizei

Ein Hermes-Mitarbeiter klingelt an einer Haustüre.

Eine Kölnerin erhob Vorwürfe gegen einen Hermes-Paketboten. Hier ein undatiertes Symbolfoto mit einem Hermes-Mitarbeiter.

Immer wieder gibt es in Köln Ärger mit nicht zugestellten Paketen – jüngst hatte eine Kölnerin wegen Urkundenfälschung Anzeige gegen Hermes erstattet. Wie oft kommt das vor und wie geht die Polizei dann damit um?

Köln. Immer wieder gibt es Stress und Ärger mit verschwundenen oder falsch zugestellten Paketen. Der Grund für die Fehler im System ist auch mit dem hohen Leistungsdruck für völlig überlastete Paketzusteller verbunden. Gerade in der Corona-Pandemie haben besonders viele Menschen online bestellt und nicht jedes Mal sind Paket-Zustellungen reibungslos abgelaufen. So auch im Fall von Sarah R. (34), die zunächst Urkundenfälschung vermutete und bei der Kölner Polizei Anzeige gegen Hermes erstattete.

Paket-Ärger eskalierte: Kölnerin zeigt Hermes wegen Urkundenfälschung an

Zunächst reagierte Hermes gegenüber EXPRESS.de auf die Fälschungs-Vorwürfe, erklärte den Vorfall aus seiner Sicht und entschuldigte sich.

Doch wie oft kommt es zu Betrugsdelikten mit Paketen und was wird aus den Fällen, wenn die Kölner Polizei ermittelt?

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„Es wird bei uns nicht einzeln erfasst, in wie vielen Fällen Paket-Zusteller oder andere Personen nachweislich die Unterschrift bei der Annahme eines Pakets gefälscht haben. Das macht die Auswertung schwierig. Doch wir haben aktuell eine Auswertung mit unserem Fachkommissariat durchgeführt, in der es um Unterschlagung von Paketen und ähnliche Betrugsdelikte ging. Hierzu sind in diesem Jahr Anzeigen im niedrigen zweistelligen Bereich eingegangen“, erklärt Polizeisprecher Carsten Rust und führt aus, dass genau hier das Problem liegt.

Kölner Polizei: Betrugsdelikte mit Paketen werden zu selten angezeigt

Viele Kunden würden solche Fälle nicht zur Anzeige bringen, weil sie gar nicht wissen, dass es sich hierbei um mögliche Betrugsdelikte und somit um Straftaten handelt. Auch, wenn sich die Ermittlungen in diesen Bereichen schwierig gestalten, sei es wichtig, Fälle dieser Art anzuzeigen.

„Man sollte immer Anzeige erstatten. Gerade, wenn eine Straftat im Raum steht. Nur bei den Fällen, von denen wir wissen, können wir helfen und reagieren“, betont Carsten Rust.

Und wie geht die Polizei bei solchen Anzeigen dann weiter vor?

Paket gestohlen? Polizei appelliert, Verdachtsfälle zur Anzeige zu bringen

„Hier schauen wir uns ganz genau die Wege der Pakete an. Welcher Fahrer war für die Tour oder Auslieferung des Pakets zuständig? Wir schöpfen in solchen Fällen sämtliche Ermittlungsansätze aus. Erst wenn der mutmaßliche Betrugsfall aus-ermittelt ist, werden die Beweise und das Verfahren an die Staatsanwaltschaft übergeben“, so der Polizeisprecher weiter.

Insbesondere Urkundenfälschung sei jedoch nicht einfach nachzuweisen, wenn ein Tatverdächtiger nicht in flagranti erwischt worden sei. 

Paket weg? Bei unverschuldetem Verlust müssen Händler Ersatz liefern

Doch nicht nur die Polizei, auch der Online-Shop, bei dem die Kunden bestellt haben, muss in solchen Fällen helfen.

Denn bei einem vom Empfänger unverschuldeten Verlust einer Sendung, also einer klassischen Bestellung in einem Online-Shop, haben Kunden ein Recht auf einen Ersatz.

Betroffene Kunden können sich in der Regel direkt an den Onlinehändler wenden, bei dem sie bestellt haben. Eine mögliche Schadensregulierung erfolgt in diesem Fall entsprechend der Vertragsverhältnisse zwischen dem Paketzusteller, zum Beispiel Hermes und dem Auftraggeber sowie dem Onlinehändler und seinem Kunden. Entsprechend muss dann zeitnah ein Ersatz zur Verfügung gestellt werden. (mj)

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