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22.000 am Fühlinger SeeSo feiert Köln beim Summerjam 2026

Beim Summerjam 2026 in Köln treffen Rap-Kracher auf Reggae-Vibes und werden zu einer riesigen Party am Fühlinger See.

Nicht nur das Line-Up beim Summerjam 2026 ist ein wilder Mix. Am Fühlinger See treffen Gegensätze aufeinander – und verschmelzen zu einer riesigen Party.

Samstagabend, die Sonne ist weg, die Bässe knallen. Plötzlich ist alles anders am Fühlinger See. Der entspannte Reggae-Groove ist verschwunden, stattdessen beben die Bässe zu Hip-Hop. Bonez MC, Rap-Größe aus Deutschland, erobert die Bühne. Hamburger Schnauze statt Karibik-Feeling.

Wohlfühl-Oase mit 22.000 Gästen

Auch im Jahr 2026 gehört das Summerjam zu Europas Top-Adressen für Reggae-Fans. Ein Hip-Hop-Act aus Hamburg? Klingt erstmal komisch. Doch genau das ist das Konzept an diesem Wochenende Anfang Juli: Gegensätze feiern, die durch die Leidenschaft für fette Beats und gute Stimmung eins werden.

„Das Line-up bietet eine abwechslungsreiche Mischung aus Reggae, Dancehall, Hip-Hop und Afrobeats“, bestätigt Festival-Sprecherin Luna Baumann Dominguez. Hier soll jeder glücklich werden, jeder soll sich auf der Insel im Fühlinger See zu Hause fühlen. Das Publikum ist so vielfältig wie die Musik selbst, von jung bis alt, aus allen Ecken der Welt. Fast 22.000 Menschen feiern zusammen eine riesige, entspannte Party.

Auch neben den Bühnen knallen die Gegensätze aufeinander. Klamotten aus Trinidad und Tobago hängen neben einem Stand mit Thai-Curry. Ein deutscher Bierwagen parkt direkt gegenüber der Bude mit jamaikanischem Streetfood, wo es auch badischen Flammkuchen gibt. Trotzdem bleibt das Festival seinen Ursprüngen treu: Reggae gibt den Ton an. Mit Julian und Ky-Mani sind sogar zwei Söhne der Legende Bob Marley am Start – mehr Reggae-Power geht nicht.

Kaum hat man die Brücke zur Festival-Insel betreten, ist der Alltag vergessen. Eine Welle aus Entspannung und guter Laune schwappt über einen, gemischt mit dem Staub der Sommerwege. Das ganze Areal fühlt sich an wie ein Kurztrip in eine andere Welt. Einzig die verstreuten Trikots des 1. FC Köln holen einen zurück in die Realität: Man ist immer noch in Kölle.

Kölsch, Kenia-Flagge und ein sauberes Gewissen

Rund um die Festival-Insel und den See erstreckt sich eine riesige Zeltstadt. Alles ist voll, Pavillons und Iglus stehen Stoßstange an Stoßstange. Und auch hier zeigt sich der bunte Mix der Kulturen. Ein Kasten Kölsch lehnt an einer Kenia-Flagge, neben einem Tisch mit Obst-Platte stapeln sich die leeren Dosen. Das WM-Motto von vor 20 Jahren, „Die Welt zu Gast bei Freunden“, lebt hier weiter. Beim Summerjam trifft sich die ganze (Reggae-)Familie.

Die Festivalgäste zelten in Ufernähe.

Copyright: IMAGO/Panama Pictures

Die Festivalgäste zelten in Ufernähe.

Und echte Fans halten die Bude sauber. Auf den Wegen des Geländes findet man kaum Abfall, dafür platzen die Müllcontainer auf dem Zeltplatz aus allen Nähten. Seit 2024 gibt es zehn Euro Müllpfand, die man bei der Müllrückgabe wiederbekommt. Eine super Sache ist auch das Projekt Zukunftsmusik: Ehrenamtliche sammeln Pfand für einen guten Zweck – damit sozial schwächere Kinder Musik machen können.

Gentleman bringt die kölsche Heimat auf die Bühne

Als es dunkel wird, füllt es sich vor den Hauptbühnen. Die Leute strömen von ihren Zelten und den Fressbuden herbei. Nach den provokanten Reimen von Bonez MC ist der Held der Heimatstadt dran. Der Kölner Musiker Gentleman macht den Bogen rund und bringt zum Finale des Abends die Reggae-Vibes zurück.

Gentleman liefert den perfekten Soundtrack für die Wohlfühl-Insel. Er will, dass alle eine gute Zeit haben, und unterbricht auch mal, damit jeder einen Partner zum Knuddeln findet. Man merkt sofort: Der Kölner ist hier zu Hause. „Ich liebe Summerjam, das hier ist meine Heimat, meine Stadt“, ruft er in die Menge.

Was für ein Unterschied zum Hamburger Rapper! Der hatte zuvor noch vom Publikum den Mittelfinger gegen die bayerische Polizei verlangt (die Kölner Beamten sahen's gelassen). Gentleman hingegen will Friedenszeichen und ein Lichtermeer sehen. Doch in der puren Energie, die beide auf die Bühne bringen, sind sie sich verdammt ähnlich. Und plötzlich sind die Gegensätze gar nicht mehr so groß. Hamburgs Asphalt und Jamaikas Sandstrand – am Fühlinger See ist das für einen Moment dasselbe. (red)

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