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Hitzesommer 1976Das waren vor 50 Jahren die größten Hits

Peter Maffay 1976 bei einem Auftritt in der ZDF-Show „Disco“.

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Peter Maffay 1976 bei einem Auftritt in der ZDF-Show „Disco“.

Ein Sommer, der alles veränderte: 1976 glühte der Asphalt, und aus den Radios dröhnte der Soundtrack, der bis heute bei vielen für Gänsehaut sorgt.

Wer an den Sommer 1976 denkt, spürt fast sofort wieder die Hitze. Wochenlang brannte die Sonne vom Himmel, die Temperaturen kletterten über 30 Grad und eine extreme Trockenheit legte sich über das Land. Während die Felder und Wiesen verdorrten, suchte jeder Abkühlung in den Freibädern, an den Badeseen oder im Schatten.

Ständiger Begleiter in diesem Ausnahmezustand: das Transistorradio. Daraus schallte ein unvergesslicher Mix aus Disco, Pop und Schlager, der die endlosen Tage und lauen Nächte erst so richtig erträglich machte. Ein paar Takte genügen oft schon, um das Lebensgefühl von damals zurückzuholen.

Boney M. & Co.: Der Disco-Beat gegen die Hitze

An einem Hit kam man 1976 absolut nicht vorbei: „Daddy Cool“ von Boney M. lief in den Freibädern und auf Partys in Dauerschleife. Es war der erste große Wurf der Band und die Geschichte über die Begeisterung einer Frau für ihren lässigen Typen wurde zum Hit des Jahres – ganze zwölf Wochen hielt er sich auf Platz eins in Deutschland.

Auch Tina Charles lieferte mit „I Love to Love“ den perfekten Disco-Soundtrack. Der Song erzählt vom klassischen Konflikt auf der Tanzfläche: Sie will Romantik, er will nur tanzen. Ein zeitloses Thema, das dem Song auch in späteren Jahrzehnten immer wieder zu neuen Chart-Erfolgen als Remix verhalf. Für die Britin war es der endgültige Durchbruch als Solokünstlerin.

Von Box-Hymnen und Kälte-Fantasien

Einen ganz anderen Ton schlug Johnny Wakelin an. Sein Song „In Zaire“ war eine musikalische Hommage an den legendären Boxkampf „Rumble in the Jungle“ zwischen Muhammad Ali und George Foreman, der zwei Jahre zuvor stattgefunden hatte. Im Spätsommer 1976 kletterte Wakelin damit bis auf Platz zwei der Charts. Kleiner Fehler im Text: Im Lied ist von „sieben Runden der Qual“ die Rede, tatsächlich siegte Ali aber in der achten Runde durch K.o.

Den wohl größten „Wie bitte?!“-Moment des Sommers lieferte Roger Whittaker. Während ganz Europa bei über 30 Grad schwitzte, sang er in „River Lady“ von klirrendem Frost und einem Flussdampfer, der wegen Eis ins Trockendock muss. Dieser skurrile Kontrast zwischen dem Country-Hit und dem glühenden Asphalt funktionierte erstaunlich gut.

Große Gefühle mit ABBA und Elton John

Wie ein sanfter Sommerwind legte sich ABBA mit „Fernando“ über die Charts. Statt auf Disco-Beats setzten die Schweden auf Melancholie, Flötenklänge und eine fast filmreife Geschichte über verlorene Kämpfe. In Deutschland hielt sich die Single sieben Wochen an der Spitze und wurde mit rund zehn Millionen verkauften Exemplaren weltweit zu einem ihrer größten Erfolge.

Das Duett des Jahres lieferten ohne Zweifel Elton John & Kiki Dee mit „Don't Go Breaking My Heart“. Elton John hatte sich ein Stück im Stil von Motown-Legenden wie Marvin Gaye und Tammi Terrell gewünscht – und landete einen Welthit. Für Kiki Dee war es der erhoffte Megahit, an den sie trotz ihrer tollen Stimme später nie wieder anknüpfen konnte.

Von Sahnetorten und Kornfeldern

Den wohl makabersten Ohrwurm servierte Udo Jürgens mit „Aber bitte mit Sahne“. Mit viel Ironie beschrieb er, wie sich eine Runde älterer Damen bei Schwarzwälder Kirsch und Sahne-Baiser buchstäblich zu Tode schlemmt. Der Song wurde zum Dauerbrenner in den Eisdielen und Konditoreien der Region.

Ein musikalisches Kunststück gelang den Bellamy Brothers und Jürgen Drews: Sowohl das Original „Let Your Love Flow“ als auch die deutsche Version „Ein Bett im Kornfeld“ eroberten nacheinander Platz eins der Charts. Während das Original nach Lagerfeuer klang, traf Drews mit Zeilen wie „Die Grillen singen“ genau den Nerv des „ZDF-Hitparade“-Publikums.

Nach seinem riesigen Erfolg mit „Moviestar“ legte der Schwede Harpo mit „Horoscope“ nach. Der Song hatte es aber in sich und handelte von den Ängsten einer „verlorenen Generation“, die in den Sternen nach Orientierung sucht.

Im Spätsommer landete Peter Maffay mit „Und es war Sommer“ einen der heißest diskutierten Hits des Jahres. Das Lied brach ein Tabu in der Schlagerwelt, denn es erzählt von der Liebesnacht eines 16-jährigen Jungen mit einer 31-jährigen Frau. Maffay betonte zwar immer wieder, die Geschichte sei nicht autobiografisch, doch für einige Radiosender war das Thema zu heiß. Das Publikum aber liebte die schlagereske Rock-Ballade. Die Hörerinnen und Hörer setzten sich gegen die Bedenken durch und machten den Song zum letzten großen und wohl meistdiskutierten Sommerhit des unvergesslichen Jahres 1976. (red)

Gemeinsam mit Radiomoderator Kristian Thees präsentierte Anke Engelke fast 20 Jahre lang den Podcast „Wie war der Tag, Liebling?“. (Bild: 2025 Getty Images/Joshua Sammer)
Anke Engelke verkündete es selbst
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