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Nackt, ehrlich, unbequem!Diese Ausstellung zeigt Sex, wie er wirklich ist

Copyright: Miyö van Stenis

Die VR-Installation „Eroticissima“ von Miyö van Stenis zeigt, wie Sexualität im digitalen Raum aussehen kann: Besucher:innen begegnen sich als genderfluide Avatare, verhandeln Grenzen und erleben Intimität jenseits des physischen Körpers.

Aktualisiert:

Hier wird’s heiß: Diese Ausstellung spricht offen über das, worüber viele sonst lieber schweigen. „SEX NOW“ in Düsseldorf zeigt Sexualität in all ihren Facetten ganz direkt, explizit und gesellschaftlich relevant. Und: Sie ist nur noch wenige Wochen zu sehen.

Warum diese Ausstellung gerade jetzt wichtig ist

Sexualität verändert sich gerade sehr: gesellschaftlich, politisch und digital. Und genau hier setzt die Ausstellung im NRW-Forum Düsseldorf an. Ausstellungsmanagerin Lena Spoo erklärt: „Wir leben in einem Moment, in dem gesellschaftliche Debatten über Sexualität sich grundlegend verschieben. Konsens, Identität, Machtverhältnisse und Sichtbarkeit werden neu verhandelt, während digitale Räume gleichzeitig verändern, wie wir Intimität überhaupt erleben.“

Die Ausstellung ordne diese Entwicklungen ein und spanne einen Bogen von historischen Perspektiven bis hin zu aktuellen Themen wie #MeToo, Kink und Sexual Wellness.

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Rund 400 Werke: Das erwartet Besucher

Insgesamt werden rund 400 Werke gezeigt: von Fotografie über Skulpturen bis hin zu Medienkunst und Designobjekten. Die Ausstellung ist in zehn Kapitel gegliedert und widmet sich unter anderem der Entwicklung sexueller Selbstbestimmung, gesellschaftlichen Machtstrukturen und #MeToo, Kink und Sexualität jenseits von Normen, Sexual Wellness und Selbstfürsorge und der Frage, wie Sexualität im digitalen Zeitalter aussieht. Dabei gehe es nicht nur um Inhalte, sondern auch um Haltung: „Uns geht es um Schambefreiung und einen selbstverständlichen Umgang mit der ‚wichtigsten Nebensache der Welt‘. Und darum, dem Backlash, den wir gerade erleben, etwas entgegenzusetzen.“

Copyright: Courtesy of the artist and Kiang Malingue Gallery, Hong Kong.

Filmstill aus „Pteridophilia“ (2021) von Zheng Bo: Die Arbeit zeigt intime Begegnungen zwischen Menschen und Pflanzen und stellt damit gewohnte Vorstellungen von Sexualität, Natur und Begehren infrage.

Zwischen Irritation und Austausch

Die Reaktionen des Publikums sind laut Ausstellungsmanagerin Lena Spoo überraschend offen. „Was uns am meisten überrascht, ist die große Offenheit des Publikums. Selbst bei expliziten Inhalten überwiegt die Bereitschaft, sich ernsthaft mit den Themen auseinanderzusetzen und ins Gespräch zu kommen.“ Besonders auffällig: „Es ist bemerkenswert zu erleben, wie jemand, der gerade 18 geworden ist, in echten Austausch mit Rentnerinnen tritt.“

Die Werke sorgen für Diskussionen

Einige Inhalte polarisieren bewusst. „Besonders viel Reibung erzeugt die direkte Gegenüberstellung künstlerischer Arbeiten mit körpernahen oder alltagsbezogenen Objekten, die gewohnte Grenzen zwischen Intimität, Öffentlichkeit und Ästhetik herausfordert.“

Ein Beispiel ist die Videoarbeit Pteridophilia: „Die Reaktionen reichen von Irritation bis zu Belustigung, und gleichgültig lässt sie kaum jemanden", sagt Lena Spoo.

Copyright: Kunstpalast Düsseldorf

Eines der Ausstellungsstücke: ein Phallus aus Glas, ca. 1500-1549, grünes Glas, frei geblasen, Fadenauflagen, 21,5 x 13 x 8,2 cm.

Sexualität im digitalen Zeitalter

Auch digitale Entwicklungen spielen eine zentrale Rolle in der Ausstellung. „Eine sehr große! Digitale Technologien prägen längst, wie Menschen Begehren, Beziehungen und Identität erleben.“

Konkret heißt es: „OnlyFans und FetLife zählen zusammen über 200 Millionen Nutzerinnen, und Dating-Apps bestimmen inzwischen, wie die meisten Menschen sich überhaupt begegnen und kennenlernen.“

Was Besucher mitnehmen sollen

Am Ende geht es nicht nur ums Anschauen, sondern ums Nachdenken. Lena Spoo: „Im Idealfall verlassen sie die Ausstellung mit einem reflektierteren Blick auf die eigene Haltung zu Sexualität – neugieriger, offener und bereit, bestehende Vorstellungen zu hinterfragen.“ und auch Wissenslücken sollen geschlossen werden: „Erst seit 2022 wird die Vulva in medizinischen Schulbüchern korrekt dargestellt.“

Fakten zur Ausstellung

Ort: NRW-Forum Düsseldorf

Laufzeit: 5. September 2025 bis 3. Mai 2026

Exponate: rund 400 Werke

Eintritt: ab 9,50 Euro

Altersfreigabe: ab 18 Jahren

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Sex now für alle noch bis Anfang Mai

„SEX NOW“ ist keine Ausstellung, die man einfach nur anschaut. Sie fordert vielmehr heraus, irritiert und bringt ins Gespräch. Wer bereit ist, sich auf Themen wie Lust, Macht, Körper und Digitalisierung einzulassen, bekommt hier einen ehrlichen und aktuellen Blick auf Sexualität. Und genau das macht den Besuch so relevant. gerade jetzt, wo sich unser Verständnis von Intimität spürbar verändert.

Ein Mann und zwei Frauen umarmen sich und lächeln sich an.

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