US-Weltstar Stevie Wonder präsentierte in der ausverkauften Lanxess-Arena sein Album „Songs In The Key Of Life“ in kompletter Länge. Die Fans waren aus dem Häuschen.
Meilenstein-KonzertWeltstar lässt Köln ausflippen – bis zur Schmerzgrenze

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Stevie Wonder war in der Kölner Lanxess-Arena zu Gast. Wegen unzumutbarer Bedingungen der Fotoverträge zeigen wir ein Motiv seiner Show in Stockholm.

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18 Jahre lang mussten seine Fans nach seinem letzten Köln-Besuch warten. Doch am Montagabend (26. Oktober 2026) präsentierte Ausnahmemusiker Stevie Wonder endlich wieder sein Können in der mit 14.000 Fans ausverkauften Lanxess-Arena.
Wenn Künstler auf der Zielgeraden ihrer Karriere auf Tour gehen, rollen sie meistens ihr Gesamtwerk aus, um noch einmal zu demonstrieren, wie viele Hits sie geschaffen haben.
Stevie Wonder in Köln: Lanxess-Arena ausverkauft
Der US-amerikanische Soul- und Pop-Sänger wählt einen anderen Ansatz. Im September 1976 hat der mit „Songs In The Key Of Life“ sein damals schon 18. Studioalbum veröffentlicht. Es wurde sein erfolgreichstes.
In Deutschland schaffte es das Werk nur auf Platz 23. Doch in den Vereinigten Staaten belegte es 14 Wochen die Nummer eins und hielt sich 44 Wochen in den Top 40. Es gab den dritten „Album of the Year“-Grammy in Folge, in der „Rolling Stone“-Liste der 500 besten Alben aller Zeiten landete es auf Platz vier.
Dieses Meisterwerk der Musikgeschichte wurde in Köln in kompletter Länge und Originalreihenfolge auf die Bühne gebracht. An der zweijährigen Produktion waren vor 50 Jahren 130 Musiker beteiligt, um die komplexen Kompositionen umzusetzen. Auf Tour schaffen bis zu 33 Personen, inklusive Chor, Bläser, Streicher und üppiger Band, den beeindruckenden Klangteppich.
Doch im Mittelpunkt steht die warme, ausdrucksstarke und von ansteckender Lebensfreude geprägte Stimme des 76‑Jährigen. Stevie Wonder feiert bei seiner dreistündigen Show das menschliche Leben in all seinen Facetten – getragen von unerschütterlichem Optimismus, sozialem Bewusstsein und der heilenden Kraft der Liebe.
Den historischen Musikgenuss wollten sich viele nicht entgehen lassen. Ob Ex-FC-Trainer Steffen Baumgart, Komiker Oliver Pocher, Moderator Mola Adebisi, Pop-Sänger Purple Schulz, Sängerin Linda Teodosiu, Höhner-Bassist Freddi Lubitz-Ragland oder die Bläck-Fööss-Legenden Erry Stoklosa und Bömmel Lückerath – alle ließen sich verzaubern. Die Ticketpreise lagen zwischen 200 und 830 Euro.

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Stevie Wonder hatte bei seinem Konzert eine über 30-köpfige Band hinter sich.
Bevor das intensive und mitreißende Konzert beginnt, wird die Halle abgedunkelt und die Stimme des Künstlers ertönt aus dem Off. Damit will der Weltstar, der seit seiner Frühgeburt blind ist, seinem Publikum einen Eindruck davon vermitteln, wie es ist, nicht sehen zu können.
Als das Licht wieder leuchtet, sitzt das Musik-Genie im gelben Mantel, mit rundem, schwarzem Hut und glitzernder Sonnenbrille zwischen seiner Instrumentenburg aus Keyboards, Slidegitarre und Flügel und startet der Platten-Chronologie folgend mit „Love’s in Need of Love Today“. Der Titel, der anprangert, dass sich Hass und mangelnde Liebe in der Welt ausbreiten, könnte nicht aktueller sein.
Schon die erste halbe Stunde ist ein beeindruckender Streifzug durch brillante Werke. „Sir Duke“ und „I Wish“ reißen alle von den Sitzen. Es sollen nicht die einzigen Momente bleiben, in denen das Publikum vor Faszination komplett eskaliert. Wonder genießt den Abend, kontert immer wieder die unzähligen „I love you“-Rufe, versucht, dem Publikum Gesänge beizubringen, und stimmt plötzlich das uralte schwäbische Volkslied „Muss i denn, muss i denn zum Städtele hinaus?“ an.
Zahlreiche Promis beim Konzert von Stevie Wonder in Köln
So wenig sich der Abend nach einer Abschiedstour anfühlt, so sehr nutzt der 76-Jährige ihn, um seine Familie zu würdigen. „Have a Talk with God“ singt sein Sohn Kwame mit. Kurz vor dem Finale stimmt seine Tochter Zaiah John Lennons Song „Imagine“ an.
„Isn’t She Lovely“ hat Wonder seinerzeit zur Geburt seiner Tochter Aisha geschrieben. Die ist nun Teil des Background-Chores. Per Diashow wird die ganze Familie präsentiert. Neun Kinder hat er mit sechs Frauen aus drei Ehen, zwei mit seiner aktuellen Partnerin. Auch diverse Enkel werden in Wort und Bild gewürdigt.
Auf der Bühne stehen mit Keyboarder Greg Phillinganes (70) und Bassist Nathan Watts (72) auch zwei Musiker, die bereits vor einem halben Jahrhundert bei den Studioaufnahmen der „Songs In The Key Of Life“ dabei waren. Sie treiben die Funk- und Soul-Nummern wuchtig vor sich her. Lediglich die Tontechniker des US-Stars übertreiben es ein wenig mit der Lautstärke. Zwischenzeitlich schmerzt es fast schon, was sie den Fans zumuten.
Stevie Wonder spielt das Album „Songs In The Key Of Life“ komplett
Beim Durchhören der 21 Titel fällt auf, wie viele von ihnen später für andere Hits genutzt wurden. „Pastime Paradise“ brachte Coolio 1995 beispielsweise als „Gangsta’s Paradise“ in die Charts. „As“ war 1998 ein erfolgreiches Duett von George Michael und Mary J. Blige.
Durch das Konzert-Konzept, nur das Album zu spielen, bleiben einige Hits auf der Strecke, „Part Time Lover“ und „Master Blaster“ beispielsweise. Immerhin werden „You Are The Sunshine Of My Life“ und „I Just Called To Say I Love You“ ganz kurz während „Joy Inside My Tears“ angespielt. Mit dem in 33 Songs gecoverten „Another Star“ und „Superstition“, dem einzigen Lied von einem anderen Album, flippt die Menge noch einmal zum Abschluss komplett aus.
