Das Auftaktwochenende mit vier Veranstaltungen der Royal Wiesn hat die Erwartungen der Verantwortlichen bei weitem übertroffen. Die Stimmung ist jedoch so ausgelassen, dass etliche Bänke zu Bruch gingen.
Wildes Feiern hat FolgenBei der Royal Wiesn tanzen die Gäste die Bänke kaputt

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Mitveranstalter Lukas Wachten sitzt auf dem Berg der zerstörten Bänke. Bei der Royal Wiesn im Tanzbrunnen wird so wild gefeiert, dass etliche Bänke durchgebrochen sind.
Mir sin die Weltmeister vum Rhing. So besingen sich nicht nur die FC-Fans gerne selbstironisch. Einen Titel können sich die Kölnerinnen und Kölner nun auch geben: Weltmeister im Bierbänke vernichten.
Seit Freitag läuft im Tanzbrunnen die Royal Wiesn. Der Ansturm auf das echt bayerische Volksfest übertrifft die Erwartungen bei weitem. „Wir sind überwältigt und mega glücklich über das Vertrauen. Wenn man solch eine Veranstaltung plant, kann man nicht sicher sein, wie die Kölner und Kölnerinnen reagieren werden“, sagt Mitveranstalter Lukas Wachten.
Premiere der Royal Wiesn: Besucheransturm im Tanzbrunnen
In der Hochburg des Karnevals wird auch das Oktoberfest zelebriert. „Die Resonanz ist überwältigend. Wir hatten am ersten Wochenende zwei ausverkaufte Abende und am Samstagmittag, für den wir vorsichtig mit 500 bis 600 Gästen gerechnet hatten, waren letztlich über 1400 Besucher im Zelt“, sagt Wachten.
Die Verantwortlichen hatten sich bewusst dazu bekannt, komplett auf Kölsch, Karneval und Ballermann zu verzichten. Stattdessen sorgt die Band Gerry & Gary, die zuvor auf dem Münchner Oktoberfest gespielt hatte, regelmäßig für Ausnahmezustand.
Das Konzept kommt auch bei den Jecken der Stadt an. Horst Müller hatte mit seiner Agentur Go am Sonntag (11. Oktober 2026) zum Frühschoppen eingeladen. Fast 400 Gäste aus dem Bereich Karneval waren gekommen. „Die Resonanz war überwältigend, daher machen wir im nächsten Jahr daraus eine Tradition und 2028 Brauchtum“, kündigte Müller an.

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Agenturchef Horst Müller (vorn) begrüßte am Sonntag Martin Kuhlewind, Alexander Barth, Jochen Damm, Peter van den Brock, Ken Reise und Frank Remagen (v.l.) zum Frühschoppen.
Michael Kuhl spielte sogar bei der Saalkapelle mit. Mit „Ich han dä Millowitsch jesinn“ und „Katrin“ streute er doch zwei kölsche Hits ins Programm ein. „Es ist schön, dass es endlich wieder ein Oktoberfest in Köln gibt, und das auch noch in traditioneller Form. So hat es für mich wirklich den Charme wie in München“, sagte Entertainer Ken Reise. „Ein großes Lob an die Veranstalter für ihre Liebe zum Detail.“
Die Stimmung war bei allen vier Durchgängen euphorisch und friedlich. Das Security-Team musste nicht einmal eingreifen. Dafür hatten die Ordner reichlich Arbeit beim Austauschen der Bänke. Im Minutentakt brachen die Bänke durch, weil auf denen so wild gefeiert und gehüpft wurde.

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Michael Kuhl (M.) mischte sich in die Saalkapelle „Reinisch Böhmische“ und spielte mit ihnen zum Auftakt des Frühschoppens.
„Wir haben uns bei unseren bayerischen Kollegen erkundigt, weshalb die Bänke auf dem Oktoberfest nicht kaputtgehen. Dabei haben wir erfahren, dass es spezielle Oktoberfest-Bänke mit einer Stahlverstärkung gibt“, sagt Wachten.
„Eine normale Bierbank hält zwar den durchschnittlichen Karnevalisten aus, doch wenn man bedenkt, dass ein Bierkrug samt Bier drei Kilogramm wiegt, ist es dann doch zu viel für eine normale Bierbank. Es ist zwar nicht schön, wenn eine Bank kaputtgeht, aber es ist ein gutes Zeichen, dass viele Leute darauf standen, tanzten und Spaß hatten. Das Wichtigste ist, dass niemand zu Schaden kam. Wir werden auch daran arbeiten, die Bänke kurzfristig zu verstärken.“

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Wenn bei der Royal Wiesn die Band Gerry & Gary loslegt, springen die Gäste auf Tische und Bänke. Das wilde Feiern im Festzelt hat schon einige Sitzmöbel zur Strecke gebracht.
Auch beim Service hakte es angesichts des Ansturms der durstigen und feierwütigen Gäste. „Natürlich gibt es ein paar anfängliche Probleme, an denen wir arbeiten. Wir nehmen die Rückmeldungen sehr ernst, wenn jemand sagt, dass er zu lange auf seine Maß oder sein Essen warten musste“, sagte Wachten. „Unser Ziel ist es, die Abläufe so schnell wie möglich zu verbessern.“
Am Freitag (16. Oktober) geht der Wiesn-Wahnsinn im Tanzbrunnen weiter. Beendet wird die Premieren-Ausgabe mit dem „Pink-Sunday“ am 18. Oktober, der die bunte Vielfalt Kölns zusammenbringt. Der Vorverkauf für 2027 läuft auch schon auf Hochtouren.
