US-Star Moby präsentierte in Bonn, wie zeitlos seine Musik ist. Das Publikum feierte die drei Jahrzehnte alten Klassiker frenetisch. Da störte auch der heftige Regen über dem KunstRasen nicht.
US-Star bringt Hits nach BonnErst Dom-Erlebnis, dann Donnerwetter-Eskalation

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Moby, ein echter Pionier der Elektromusik, präsentierte am Dienstagabend (18. August 2026) seine großen Hits auf dem Bonner KunstRasen.

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Ein Besuch in der Großraumdisco an einem Dienstagabend? Das geht! Während sich die Massen durch den dichten Feierabendverkehr Richtung Bonner KunstRasen quälen, sind die hämmernden Bässe schon von weitem zu hören.
Maximilian Lenz, allen bekannt als DJ-Legende WestBam, hat alle Lautstärkeregler schon im Vorprogramm hochgefahren und präsentiert seine großen Hits wie „Sonic Empire“ oder „Beatbox Rocker“, während sich die Fläche allmählich füllt.
Moby und WestBam locken 5500 Fans auf den Bonner KunstRasen
Als der Star des Abends mit Gitarre um den Hals auf die Bühne sprintet, haben alle 5500 Fans ihren Platz gefunden. Sie wollen eine amerikanische Musikikone erleben, die das Elektro-Genre der vergangenen 30 Jahre entscheidend geprägt hat.
Richard Melville Hall hat sich als Nachfahre des „Moby Dick“-Autors Herman Melville den Künstlernamen Moby gegeben. Mit seinem legendären Album „Play“ hat er im Jahr 1999 die elektronische Musikszene nachhaltig geprägt. Die Songs wirken drei Jahrzehnte später immer noch frisch und ganz und gar nicht aus der Zeit gefallen.
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„Bodyrock“, das legendäre „Go“ mit der ikonischen „Twin-Peaks“-Melodie und „Next Is the E“ verwandeln die Open-Air-Fläche schnell zum „KunstRaven“, wie die Veranstalter augenzwinkernd sagen. Moby mischt Techno, House, Pop und Elektronik mal zu energiegeladenen und dann wieder zu melancholischen Songs.
Da Mobys gesangliche Qualitäten eher durch Intimität, Melancholie und den Einsatz von Studiotechnik gekennzeichnet sind, dürfen sich die heimlichen Stars der Show feiern lassen. Die Sängerinnen Nadia Duggin und India Carney zaubern die traurig-schönen „In This World“ und „In My Heart“ in den Abendhimmel.

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Moby wechselte auf der Bühne zwischen Gitarre, Keyboards und Percussion.
Genauso ergreifend gerät die Version von David Bowies „Heroes“. Als die vor zehn Jahren verstorbene Musiklegende nach New York gezogen ist, hat sich Moby mit ihm angefreundet. Man sei zusammen auf Tour und im Urlaub gewesen, lässt der 60-Jährige stolz fallen.
Zwischen all den Hits aus der langen Karriere flimmert noch eine Mahnung der britischen Tier-Verhaltensforscherin Jane Goodall über die LED-Wände. Moby betreibt als Tierrechtsaktivist ein veganes Lokal und ein vegetarisches Café.

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DJ WestBam gab beim Moby-Konzert den Anheizer. Zum Konzertfinale kam er noch einmal auf die Bühne.
Die Botschaft „Vegan For Life“ hat er sich auf seinen Hals tätowieren lassen. Er blickt auf ein bewegtes Leben: Sein Vater starb früh, die Mutter war drogensüchtig, Moby ein suizidgefährdeter Punker.
Während die Show immer mehr Fahrt aufnimmt und die Menge sich immer wilder in Bewegung setzt, öffnet der Himmel die Schleusen. Ein heftiger Wolkenbruch geht auf die tanzenden Fans nieder. Einige suchen Schutz unter Bäumen oder mit Regencapes, andere eskalieren erst recht zu „Disco Lies“, „Honey“ und „Lift Me Up“.
„Der Regen“, sagt Moby, „hat auch etwas Gutes. Wenn ihr beim nächsten Song weinen müsst, sagt einfach, es sei der Regen in eurem Gesicht.“ Denn Jacob Lusk, Sänger der Band Gabriels, ist auch aus Los Angeles gekommen. Er singt das durch die Serie „Stranger Things“ bekannt gewordene „When It’s Cold I'd Like to Die“ mit seiner hohen Gospel-Stimme.

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Am Abend vor seinem Auftritt in Bonn schaute sich Moby den Kölner Dom an.
Mit „Natural Blues“ eröffnet er nochmals die Tanzfläche und zeigt, wie nah Blues, Soul und harte Beats bei Moby beieinander sind. Zum Finale kommt wieder WestBam in der DJ-Kanzel dazu. „Feeling So Real“ sorgt noch einmal für kollektive Euphorie und den Sprung in die Großraumdisco der 90er.
Am Abend vor seinem Konzert hatte Moby übrigens den Kölner Dom besichtigt. „Es gibt viele beeindruckende Kathedralen in Europa, aber der Dom in Köln ist mein absoluter Favorit“, schwärmte der Künstler und veröffentlichte einige Bilder. Das Bauwerk sei „riesig, unheilvoll und im wahrsten Sinne des Wortes gotisch“. Spaßeshalber ergänzte er: „Ich nehme an, hier werden die Weltraum-Aliens wohnen, wenn sie die Erde besiedeln.“

