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„Ehrenamt wird von der Stadt mit Füßen getreten“„Niehler Lichter“ zünden kölsches Feuerwerk

Marita Köllner singt im Publikum bei „Lichter für Niehl“.

Copyright: Daniela Decker

Für kölsche Musik bei „Lichter für Niehl“ sorgte am Samstagabend (11. Juli 2026) unter anderem Marita Köllner.

Da die Stadt Köln kurzfristig das Feuerwerk bei „Lichter für Niehl“ untersagt hatte, zündeten die Veranstalter kurzfristig ein musikalisches Feuerwerk. Der Ärger über das Verbot ist weiterhin groß.

Der Ärger hallt noch immer nach. Beim Familienfest „Lichter für Niehl“ durfte am Samstag (11. Juli 2026) zwar erstmals nicht das traditionelle Höhenfeuerwerk abgeschossen werden, dafür zündeten die kölschen Stars auf der Bühne.

Eine Woche vor der beliebten Veranstaltung hatte die Interessengemeinschaft Niehler Karneval, die das Fest ausrichtet, die Schocknachricht von der Stadt Köln erhalten. Das Gelände am Niehler Damm sei schließlich Landschaftsschutzgebiet, hieß es.

„Lichter für Niehl“: Künstler verzichteten auf ihre Gage

„Die Absage für unser traditionelles Feuerwerk aufgrund von Naturschutzbedenken, insbesondere wegen der dort lebenden Fledermäuse, kam sehr kurzfristig“, sagte Vorsitzender Markus Scheler im EXPRESS.de-Gespräch. „Wir standen vor einem riesigen Scherbenhaufen.“

Nach dem ersten Schock prüften die Veranstalter, ob sie stattdessen eine Drohnenshow durchführen können, doch die Kosten hätten das Budget gesprengt. Scheler: „Da wir dankenswerterweise das bestellte und bereits geplante Feuerwerk nicht bezahlen mussten, stand uns kurzfristig dieses Geld zur Verfügung.“

Die Einnahmen des Fests sind für die Interessengemeinschaft überlebenswichtig, ansonsten hätte der Veedelskarneval überhaupt keine Zukunft mehr. Mike Schöninger von der Interessengemeinschaft und Literat der Nippeser Bürgerwehr setzte sich ans Telefon und stellte kurzfristig ein Musikprogramm auf die Beine.

„Köln kann, wenn es ernst wird, absolut zusammenhalten, was uns sehr glücklich macht. Die Künstler verzichteten auf ihre Gagen, nur die Crews mussten bezahlt werden.“ Und so zündeten Benni Prinz, Marita Köllner, Stadtrand, Bläck Fööss, Bel Air und Enrico Braun ein musikalisches Feuerwerk mit kölschen Hits.

Bühnenprogramm bei „Lichter für Niehl“.

Copyright: Daniela Decker

Am Niehler Damm entstand kurzfristig ein buntes Musikprogramm bei „Lichter für Niehl“. Unter anderem stand auch Stadtrand auf der Bühne.

Das Publikum war begeistert und ließ niemanden ohne Zugabe von der Bühne. Gemeinsam setzten alle ein starkes Zeichen für das Ehrenamt und den Erhalt des Karnevals im Niehler Veedel.

Dass auch 2027 wieder ein Sommerfest stattfindet, davon sind alle im Vorstand überzeugt. Ob dieses dann direkt mit einem Musikprogramm geplant wird oder ob man sich nochmals um eine Genehmigung für ein Feuerwerk bemüht, ist noch nicht entschieden.

Mike Schöninger kann die Entscheidung der Stadt weiterhin nicht nachvollziehen. „Warum darf zwei Kilometer weiter beim Summerjam ein Feuerwerk gezündet werden? Auch die ‚Kölner Lichter‘ dürfen am Rheinpark stattfinden. Die Stadt Köln betont immer wieder, dass das Ehrenamt das A und O ist, gleichzeitig wird es in unserem Fall mit Füßen getreten. Dass ein Feuerwerk vielleicht nicht mehr zeitgemäß ist, dass es Naturschutzbedenken gibt, verstehen wir. Aber warum teilt die Stadt Köln einem das erst fünf Tage vorher mit?“

Marita Köllner steht bei ihrem Konzert auf der Bühne.
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