Beim Familienfest „Lichter für Niehl“ darf erstmals das traditionelle Höhenfeuerwerk zum Abschluss nicht gezündet werden. Die Veranstalter versuchen nun mit einem Musikprogramm den Tag zu retten.
Stadt untersagt Feuerwerk bei Veedelsfest„Schlag ins Gesicht für das Ehrenamt“

Copyright: Interessengemeinschaft Niehler Karneval
Der Höhepunkt bei „Lichter für Niehl“ ist stets das musiksynchrone Höhenfeuerwerk zum Abschluss. In diesem Jahr darf es nicht stattfinden.
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Die Vorbereitungen laufen seit Wochen auf Hochtouren. Am Samstag (11. Juli 2026) findet erneut das Familienfest „Lichter für Niehl“ auf den Rheinwiesen am Niehler Damm statt. Ab 15 Uhr wird dort ein buntes Programm für Groß und Klein geboten.
Der Höhepunkt des Tages ist stets das rund zwölf Minuten lange, musiksynchrone Höhenfeuerwerk bei Einbruch der Dunkelheit. Doch kurz vor dem Fest erhielt die Interessengemeinschaft Niehler Karneval, die das Fest seit über einem Jahrzehnt veranstaltet, eine bittere Nachricht von der Stadt Köln.
„Lichter für Niehl“ sorgt für die Einnahmen für die Session
„Wir haben aufgrund von ‚Naturschutzbedenken‘ keine Erlaubnis erhalten, unser geliebtes Feuerwerk durchzuführen. Das ist ein Schlag ins Gesicht für das Ehrenamt und eine echte Sauerei“, sagt Literat und Beisitzer Mike Schöninger zu EXPRESS.de.
„Diese Veranstaltung wird seit eh und je vom Ehrenamt gestaltet und mit viel Herzblut und kleinen finanziellen Mitteln gestemmt. Wir haben alles fristgerecht beantragt und kurz vor knapp wird uns das nun untersagt. Das ist sehr traurig, dass alles, was Spaß macht, in Köln verboten wird.“
Die Reihe begann ursprünglich als kleine Dankeschön-Geste für die Mitglieder des Vereins, hat sich aber inzwischen zu einem etablierten Sommer-Event mit Feuerwerk direkt am Niehler Damm entwickelt. Der Bereich gehört jedoch zum Landschaftsschutzgebiet der Kölner Rheinauen.

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Bis zu 1000 Menschen feiern jährlich bei „Lichter für Niehl“ auf den Rheinwiesen.
Und darin liegt das Problem. „Das Vorhaben soll in einem Schutzgebiet realisiert werden, für welches der Landschaftsplan der Stadt Köln Verbotsvorschriften definiert. Wie dem Vorhabenträger bereits im vergangenen Jahr mitgeteilt, ist der Standort des Feuerwerks daher nicht genehmigungsfähig“, teilte die Stadtverwaltung auf EXPRESS.de-Nachfrage mit.
Die Karnevalisten räumen ein, dass die Stadt im Vorjahr signalisiert habe, dass das Feuerwerk eventuell nicht im gewohnten Stil durchgeführt werden könne. „Was uns Ehrenamtler daran allerdings besonders hart trifft, ist gar nicht mal das Verbot an sich – sondern die Tatsache, dass es trotz unserer sehr frühzeitigen Anmeldung erst jetzt, so kurz vor knapp, endgültig ausgesprochen wurde.“
Für den 1964 gegründeten Veedelsverein sind die „Lichter für Niehl“ das wichtigste Fest des Jahres. „Das Höhenfeuerwerk, welches an der Spitze von 500 bis 1000 Personen besucht wird, ist ein Pflichttermin für eigentlich jeden Niehler, ein toller Höhepunkt“, sagt Schöninger.

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Mike Schöninger, Beisitzer der Interessengemeinschaft Niehler Karneval, organisiert nun als Ersatz ein Musikprogramm. Unter anderem wird Marita Köllner bei „Lichter für Niehl“ auftreten.
Der Großteil der Brauchtumspflege würde durch diese Veranstaltung finanziert. Mit den Einnahmen beim Feuerwerk könnte das Geld für den Niehler Sonntagszug, die Proklamation oder die Straßenkarnevalseröffnung gesammelt werden. „Die Einnahmen sind für uns überlebenswichtig. Auch wir spüren die massiv gestiegenen Kosten im Alltag und müssen jeden Cent dreimal umdrehen, damit unser geliebter Veedelskarneval überhaupt eine Zukunft hat“, sagt der Beisitzer.
Eine Drohnenshow sei als Alternative nicht finanzierbar. Das Fest soll am Samstag aber trotzdem gefeiert werden. „Durch das Verbot ist eine Jetzt-erst-recht-Mentalität entstanden. Wir werden die Lichter vom Himmel auf die Bühne bekommen müssen“, sagt Schöninger. Das Motto wurde kurzerhand geändert. „Ein Feuerwerk der guten Laune“ heißt es jetzt.
Statt Böller gibt es jetzt Musik auf die Ohren. Marita Köllner und Bel Air haben schon einen Auftritt zugesagt. Mit weiteren Gruppen wird verhandelt. „Das Brauchtum muss erhalten bleiben. Wir alle treten ohne Gage auf, damit auch genug Geld zusammenkommt und der Veedelskarneval weiter stattfinden kann“, sagt Et fussich Julche.
