Erst OB Torsten Burmester, dann Kasalla-Frontmann Basti Campmann. Die „Ballermannisierung“ sorgt für Diskussionsstoff. Jetzt mischt sich „Ballermann“-Erfinder André Engelhardt ein.
Debatte um Kölner Karneval„Ballermann“-Erfinder schaltet sich überraschend ein

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„Ballermann“-Erfinder André Engelhardt äußert sich zur Ballermann-Diskussion in Köln.
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Die Kölner Karnevals-Diskussion um die „Ballermannisierung“: Nach der Äußerung von Kasalla-Frontmann Basti Campmann und Oberbürgermeister Torsten Burmester (SPD) mischt sich nun überraschend der „Ballermann“-Erfinder persönlich ein.
André Engelhardt aus Niedersachsen meldete sich bei EXPRESS.de.
1994 sicherte sich André Engelhardt die Markenrechte für 500 D-Mark
Es war die Geschäftsidee seines Lebens. Im Jahr 1994 sicherte sich André Engelhardt die Markenrechte an dem Begriff „Ballermann“ und ähnlichen Wortschöpfungen. Seither klingelt bei ihm regelmäßig die Kasse – denn wer den Begriff für eine Party oder eine Show nutzt, muss zahlen.
Ein Jahr zuvor war der damals 34 Jahre alte Jura-Student erstmals auf Mallorca, besuchte auch die berühmte Promenaden-Bar, die damals noch den Namen „Ballermann 6“ trug - heute der „Beachclub six“. Genau wie heute war die Bar bei deutschen Urlaubern sehr beliebt, ihr Name aber noch längst kein Begriff im Alltag. Das änderte sich.
Der inzwischen 61-Jährige sicherte sich die Markenrechte für damals 500 D-Mark. Später brachte Engelhardt einen „Ballermann“-Schnaps heraus, veranstaltete Partys mit dem neu eingetragenen Markennamen – und verkaufte Lizenzen.
Bis heute eine veritable Einnahmequelle für ihn und seine Frau Annette, die er 1996 – wie passend – auf Mallorca kennenlernte.
„Ballermann“-Erfinder äußert sich zur Karnevals-Diskussion
Aber diesen Karneval-Ballermann-Vergleich kann Engelhardt überhaupt nicht verstehen.
Kölns Oberbürgermeister Torsten Burmester (SPD) will die Stadt vor einer zunehmenden „Ballermannisierung“ bewahren. „Es ist etwas Schönes, wenn Menschen nach Köln kommen, weil sie das Feiern hier schätzen“, sagte der Politiker der Deutschen Presse-Agentur.
Die Stadt sei stolz auf ihre Geselligkeit. „Dass wir das nicht in die Ballermannisierung laufen lassen dürfen, ist aber auch klar“, sagte Burmester. „Es gibt kein Recht darauf, hier Dinge zu tun, die man in der eigenen Heimatstadt nicht tun dürfte.“
Auch Kasalla-Frontmann Basti Campmann kritisiert die aktuelle Lage. „Auf der Zülpicher Straße und in Teilen der Südstadt ist der Karneval zu einer reinen Saufveranstaltung geworden – das ist definitiv ein Problem“, so Campmann im Gespräch mit „t-online“. Auf der EXPRESS-Facebook-Seite wird das Thema heftig diskutiert.
Der Ballermann-Erfinder stellt klar: Er kenne den Kölner OB nicht, aber „der Ballermann ist wie Kindergeburtstag, Schützenfest, Karneval, Oktoberfest in einem. Das ist Freude, Riesenspaß, ein friedliches Fest für alle. Und die Musik am Ballermann begleitet den Zeitgeist – seit mehr als 30 Jahren.“
Das wollte André Engelhardt einmal klarstellen. Allerdings gesteht der 61-Jährige auch: „Ob auf Mallorca oder beim Karneval – es gibt immer ein paar Chaoten, die für Ärger sorgen.“


