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Traumstraße der AdriaDie Triester Riviera – einfach ein Gedicht!

Sonnenuntergang am Meer, im Vordergrund Palmen und ein Bootsanleger.

Copyright: Marie Schäfers

Die Sonne versinkt im Meer vor dem Topolino direkt am Hotel Miramare in Grignano.

Da tanzen die Augen! Wir waren an der traumhaften Trieser Riviera und haben jede Menge Tipps im Gepäck.

Der Himmel: strahlend blau. Die Sonne brennt, dabei ist es noch Nebensaison. Die Triester Riviera, die malerische Küstenregion von Sistiana über Triest nach Muggia, entlang der spektakulären Strada Costiera, zeigt sich von ihrer schönsten Seite. Bekannt ist die italienische Region für ihre Felsstrände, historische Architektur und kristallklares Wasser. Kein Wunder, dass sich hier auch große Künstler inspirieren ließen.

Das Schöne: Hier liegt alles nah beieinander, zwischen Sehenswürdigkeiten, Stränden und Restaurants muss man keine weiten Fahrten unternehmen. Und man kann ganz spontan machen, worauf man Lust hat. So geht la dolce vita. Allerdings würden wir die Region eher Paaren empfehlen, für Familien gibt es woanders kindgerechtere Action.

Grotte Gigante: Auf 500 Stufen unter die Erde

  1. Rilke auf der Spur: Das Schloss Duino wurde 1389 errichtet und ist seit vier Jahrhunderten im Besitz der Familie der Thurn und Taxis (oder hier Della Torre). Hier logierten einst Sisi, Johann Strauß und Dichter Rainer Maria Rilke, dessen Lieblingsplatz mit Blick aufs türkisfarbene Meer man natürlich besichtigen sollte (Eintritt: 8 Euro, lohnt sich auch für die schönen Gärten). Der knapp zwei Kilometer lange Rilke-Wanderweg führt zum Schloss (Vorsicht: zwischendurch muss man zwischen Felsen klettern, ist kein Spaziergang!) und man hat von dort einen guten Blick auf die Ruinen der Burg Duino. Die Ruinen selbst zu besuchen, lohnt nicht, dafür unbedingt in den alten Nazibunker unterm Schloss schauen – Kontrastprogramm zum überirdischen Teil.
  2. Tipp für Übernachtungen: Das Locanda Gaudemus Boutique Hotel stadtauswärts von Sistiana liegt zwar direkt an der Straße, aber das machen schalldichte Fenster wett (Zimmer ab 140 Euro) und der Rilkeweg startet direkt gegenüber. Außerdem punktet der Familienbetrieb mit Whirlpool und Relaxbetten auf der Dachterrasse und einem vorzüglichen Restaurant, der perfekte Abschluss nach Historienkunde oder Stunden am Strand von Sistiana.
  3. Ab unter die Erde: Die Grotta Gigante bei Sgonico ist bis zu 252 Meter tief mit einer beeindruckenden zentralen „Halle“, die knapp 100 Meter hoch, 77 Meter breit und 168 Meter lang ist. Man kommt sich in der Höhle winzig vor. Ein Guide begleitet einen für eine Stunde in die kühle Tiefe (konstant 11 Grad), zeigt einem die beeindruckenden Stalagmiten und Felsformationen sowie das geodätische Pendel (94 Meter lang!), das die Erdgezeiten misst. Am Ende muss man 500 Stufen zurück an die Oberfläche steigen (also: Fitness mitbringen). Im Preis für die Führung (15 Euro) ist auch der Eintritt ins kleine Museum mit höhlenkundlichen, geologischen und paläontologischen Exponaten inbegriffen.
  1. Der schönste Blick aufs Meer: Miramare heißt übersetzt „Blick aufs Meer“ und Schloss Miramare bietet genau das. Erzherzog Ferdinand Maximilian von Österreich ließ das wunderschöne Schloss ab 1856 auf einem Felsvorsprung für sich und seine geliebte Frau Charlotte von Belgien errichten. Es brachte den beiden kein Glück. Dem Erzherzog wurde die mexikanische Kaiserkrone angeboten, er ging ins fremde Land, wo ihn Napoleon III. im Stich ließ – und er hingerichtet wurde. Seine Frau wurde darüber wahnsinnig und im Gartenhaus festgesetzt, später nach Belgien verfrachtet und sie durfte nie wieder nach Miramare zurückkehren. Heute beherbergt das Schloss ein sehr sehenswertes Museum und der 22 Hektar große Park ist eine wahre Schatztruhe für Botaniker (Eintritt: 15 Euro). Früh kommen, hier wird es sehr voll.
  2. Tipp für Übernachtungen: Perfekt für Paare, die Ruhe suchen: das Hotel Miramare (ab 148 Euro pro Person), etwas außerhalb von Grignano, „adults only“, mit direktem Blick aufs Meer und eigenem Badeplateau (Topolino). Zum Abendessen nach Grignano in die Tavernetta al Molo fahren und in Fischplatten schwelgen.

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  1. Städtetrips: Natürlich schaut man auch in Triest und Muggia vorbei. Oder man biegt ab ins Triester Karstvorgebirge und erkundet die Dörfer. Angebaut wird hier die Traube Prosekar, und ja, das ist die Prosecco-Traube, die ursprünglich aus dem Karst kommt.
  2. Unbedingt probieren: Wer Fisch mag, wird’s hier lieben. Wolfsbarsch (Branzino), Sardoni in Saor (frittierte Sardinen in süßsaurer Marinade mit Pinienkernen und Rosinen) und Oktopus, dazu herrliche Gemüseeintöpfe wie Jota (Bohneneintopf) und Pasta, dazu Einflüsse aus der österreichischen KuK-Kulinarik.
  3. Das nervt: Keine Sandstrände und nur begrenzter Platz. In der Hochsaison ist es voll – lieber in der Nebensaison kommen.
  4. Das bleibt: Die Erkenntnis, dass man auch auf vergleichsweise wenig Fläche ganz schön viel Verschiedenes sehen kann.

Triester Riviera: so komme ich hin

An die Triester Riviera braucht man mit dem Auto ca. 11,5 Stunden. Direktflüge aus dem Rheinland in die Region gibt es nicht, man nimmt am besten die Bahn nach Frankfurt am Main und fliegt von dort mit Air Dolomiti nach Triest (ab 169 Euro).

Das sind rund 1,5 Stunden Flugzeit bis zum Flughafen Ronchi dei Legionari, der nördlich von Triest bei Monfalcone liegt, von dort aus kommt man Richtung Triest mit dem Mietwagen ohnehin an der Triester Riviera vorbei.

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