Russische Fans erfahren Wahrheit über Krieg Biathlet Lesser mit starker Instagram-Aktion

Erik Lesser aus Deutschland in Aktion.

Ski-Jäger Erik Lesser am 4.3.2022 beim Biathlon-Weltcup in Kontiolahti

Starke Aktion des deutschen Biathleten Erik Lesser: Der Ski-Jäger nutzte seine Popularität in Russland, um mit einer ungewöhnlichen Aktion über den Ukraine-Krieg zu informieren.

Erik Lesser (33) ist in Russland so populär wie kein anderer deutscher Biathlet. Als sein russischer Rivale Eduard Lapitow (27) kurz vor Olympia in Oberhof positiv auf Corona getestet wurde, half er ihm mit einem Trainingsrad und Ausrüstung, damit der in der Quarantäne weiter trainieren konnte.

Nun nutzt Lesser diese Popularität auf andere Weise. Auf seinem Instagram-Account postet Anastassija Merkuschyna (27) verstörende Bilder von zerbombten Häusern, brennenden Panzern und leidenden Familien aus ihrer ukrainischen Heimat – und nutzte dafür die Plattform, die ihr Biathlon-Kollege Lesser zur Verfügung stellte. Der deutsche Skijäger überließ Merkuschyna seinen Instagram-Account für 24 Stunden, um bei seinen russischen Fans für mehr Aufklärung im Ukraine-Krieg zu sorgen.

Erik Lesser hat 30.000 Follower aus Russland bei Instagram

„Ich habe festgestellt, dass ich 30.000 Follower aus Russland auf Instagram habe. Ich glaube, der russischen Bevölkerung ist nicht ganz klar, was in der Ukraine abgeht“, sagte Lesser am Samstag am Rande des Weltcups in Kontiolahti im ZDF.

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Mittlerweile folgen Lesser insgesamt über 133.000 Personen, fast 20.000 mehr als tags zuvor. Lessers Intention sei gewesen, „meine Reichweite dafür zu nutzen, dass in Russland mehr Leute wirkliche Nachrichten bekommen“, erklärte der Doppel-Weltmeister von 2015: „Wenn ich jetzt irgendetwas poste, glaubt mir das kein Mensch. Aber wenn eine Ukrainerin das macht, ist das schon ganz ordentlich.“

Merkuschyna postet Bilder der russischen Invasion

Und Merkuschyna nutzte die Chance, veröffentlichte Fotos und Videos von Freunden in ihrem Heimatland nach der russischen Invasion. „Ich möchte euch den Krieg mit eigenen Augen zeigen. In Informationskriegen ist es schwer, die Wahrheit zu finden“, schrieb die 27-Jährige, die aus dem Nordosten der Ukraine stammt und im vergangenen Jahr mit der Staffel WM-Bronze geholt hatte.

Einen emotionalen Appell richtete Merkuschyna an ihre russischen Kollegen, die sich noch nicht gegen den Krieg ausgesprochen haben: „Euer Schweigen kostet Dutzende Menschenleben“, schrieb sie: „Ihr seid empört über das Startverbot, aber wie könnt ihr konkurrieren, wenn euer Land unseren Verwandten und Freunden Waffen an den Kopf hält?“

Merkuschyna: „Unsere Sportler greifen zu den Waffen“

Ukrainische Sportler greifen zu den Waffen, „um ihr Land zu verteidigen, aber ihr habt Angst vor der Wahrheit“, übte Merkuschyna scharfe Kritik. In den Kommentaren gab es Zustimmung von der weltweiten Biathlon-Community, aber auch ablehnende Statements von Russen.

Lesser, der nach dem Saisonende seine Karriere beenden wird und in Zukunft als Trainer arbeiten will, hofft jedenfalls, weitere Sportler aus der Ukraine für ähnliche Aktionen gewinnen zu können. „Es sind traurige Zeiten, ich hoffe, dass es ein bisschen was bringt“, sagte der Sportsoldat und bedankte sich bei Merkuschyna.

Von seinen russischen Fans habe nur ein Drittel „Bye Bye“ gesagt, schrieb Lesser, und ließ einen Aufruf an den Rest folgen: „Ihr könnt die Mehrheit sein, ihr seid der leise Widerstand. Versucht euer Bestes, um gehört zu werden!“ (ach)

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