„Vor drei Jahren war ich fast tot“ Tränen-Video: Jan Ullrich meldet sich zurück auf dem Rad

Der deutsche Rad-Star Jan Ullrich 2013 in Ditzungen.

Jan Ullrich hat sich nach schweren Alkoholproblemen zurück ins Leben gekämpft. Das Foto zeigt ihn am 3. Oktober 2013 beim Charity Bike Cup in Ditzingen.

Es war und ist ein langer Kampf zurück ins Leben: Ex-Radprofi Jan Ullrich hat sich nach seinem Zusammenbruch 2018 wieder gefangen. Jetzt feierte er einen ganz persönlichen Erfolg auf dem Rennrad.

Merdingen. 1997 hat Jan Ullrich (47) als bisher einziger deutscher Fahrer die Tour de France gewonnen, er löste in Deutschland einen Boom aus. Ulle flog hoch und stürzte tief, ganz tief. Nach seiner Karriere geriet er in persönliche Schwierigkeiten, erlebte, auch verursacht durch Alkohol, einen schlimmen Absturz. Jetzt meldet er sich wieder ausführlich zu Wort. Es ist ein emotionales Statement, was Jan Ullrich (47) mit einem Video aufgenommen und an alte Freunde und Weggefährten verschickt hat. Auch EXPRESS.de liegt dieses Video vor. Am Wochenende (um den 11. September 2021) feierte Ullrich einen ganz wichtigen und persönlichen Erfolg auf dem Rennrad.

Ullrich steht verschwitzt, etwas abgekämpft, aber sauglücklich auf 1035 Meter Höhe mitten im Schwarzwald. Er hält seine Handykamera vors Gesicht und erzählt: „Kinder der Sonne, ich glaube es nicht! Ich glaub es nicht! Alter, mein Fahrrad und ich sind zum Wiedener Eck hochgefahren. Ich war das letzte Mal hier oben 2003 oder 2002. Heute fahre ich los, denke, ich mache eine kleine Kaiserstuhlrunde, dann fahre ich mal Richtung Berge. Und ich fahre und fahre. Dann denke ich, Alter, du fährst da doch jetzt nicht hoch?! Und auf einmal bin ich hier oben. Mitten im Schwarzwald, mir tut alles weh. Mein Schweinehund hat auf den Arsch gedrückt, der wollte nicht. Ich bin so happy, das ist so ein geiles Gefühl, ich könnte heulen. Heulen und Freude zu gleich.“

Jan Ullrich feiert Klettertour im Schwarzwald

Jan Ullrich hat als Profi fürs Team T-Mobile die schwierigsten Pässe der Alpen bezwungen, war Olympiasieger und Tour-de-France-Gesamtsieger. Doch das hier, nahe seines Wohnortes Merdingen, ist einer seiner größten Erfolge, drei Jahre nach seinem Total-Absturz. Die Freude ist ihm ins Gesicht geschrieben. Zum Wiedener Eck schlängeln sich mehrere Serpentinen hinauf, der Berg ist angenehm zu fahren, die Aussicht unterwegs ist einmalig. Und Ulle stehen die Tränen in den Augen.

Er jubelt sogar richtig vor seiner Kamera, bevor er wieder runterrollt vom Berg: „Alter yeah, vor drei Jahren war ich noch fast tot. Jetzt stehe ich auf dem Wiedener Eck. Ich hoffe, ich habe mich nicht übernommen – nee habe ich nicht. Jesus hat mitgeschoben. Macht‘s gut, schönes Wochenende, ich bin einer der glücklichsten Menschen überhaupt. Ich dachte, es geht nicht, aber es ging, ich stehe hier oben.“

Ende August meldete sich Ullrich schon bei Eurosport-Experte Jörg Ludewig (45, unter anderem Profi bei Bayer Worringen, T-Mobile und Team Gerolsteiner). Der erzählte bei der Übertragung der Deutschland-Tour: „Jan Ullrich rief mich an. Wollte einfach mal hören, wie es mir so geht. Fand ich ganz toll, hatte lange nichts von ihm gehört. Das hat mich sehr, sehr gefreut. Er ist auf dem absoluten Wege der Besserung, guter Dinge, gut gelaunt und auch wieder viel, viel auf dem Fahrrad.“

In Merdingen plant Ullrich in den kommenden Monaten mit Investoren ein großes Bike-Zentrum mit Museum, Restaurant, Café. Es soll ein Anziehungspunkt für Radtouristen aus ganz Europa werden. Und Jan Ullrich ist wieder so weit, dass er mit einigen Fans sogar eine Runde auf dem Rennrad durch den schönen Schwarzwald drehen kann.

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