Sensations-Sieg in Wimbledon Deutscher Shooting-Star wirft Weltranglisten-Dritte raus

Jule Niemeier jubelt über ihren Sieg gegen Anett Kontaveit.

Riesen-Coup in Wimbledon: Die Dortmunderin Jule Niemeier bezwang am Mittwoch (29. Juni 2022) die Weltranglisten-Dritte Anett Kontaveit aus Estland und steht im Hauptfeld beim legendären Rasen-Turnier.

Zum ersten Mal steht Jule Niemeier in Wimbledon im Hauptfeld – und schafft direkt eine Sensation. Im Duell mit der Weltranglisten-Dritten Anett Kontaveit dominiert die Dortmunderin ihre Gegnerin.

Was für emotionale Szenen! Jule Niemeier (22) ließ den Schläger fallen, fasste sich ungläubig an den Kopf und schrie ihre Freude heraus. Die junge Dortmunderin hatte soeben beim Rasen-Klassiker in Wimbledon am Mittwoch (29. Juni 2022) mit einer ganz starken Leistung die Tennis-Weltranglistendritte Anett Kontaveit (26) aus Estland bezwungen – und für eine echte Sensation gesorgt.

Die Zuschauer glaubten teilweise nicht, was da auf dem Londoner Rasen vor sich ging: Für das 6:4, 6:0 und den erstmaligen Einzug in die dritte Runde benötigte Deutschlands Shooting-Star Niemeier gerade einmal 58 Minuten!

Jule Niemeier sorgt für Wimbledon-Sensation

„Ich bin sprachlos, um ehrlich zu sein. Das Spiel auf Court 1 in Wimbledon zu gewinnen, ist ein großartiges Gefühl“, sagte Niemeier überwältigt auf dem Platz. „Es ist eines der besten Matches, das ich je gespielt habe. Ich war ziemlich nervös vor dem Spiel.“

Im vergangenen Jahr hatte Niemeier noch ganz knapp den erstmaligen Sprung ins Wimbledon-Hauptfeld verpasst und ist nach den French Open vor einem Monat überhaupt erst das zweite Mal bei einem Grand Slam dabei. „Ich versuche das alles hier aufzusaugen, ich weiß immer noch nicht ganz, wo ich lang laufen muss“, sagte sie vor dem Match über ihre Erfahrung in Wimbledon, wo sie auch Tennis-Superstar Rafael Nadal (36) beim Training bestaunte. Anfang Juni war der glühenden Anhängerin von Borussia Dortmund der erste Titelgewinn auf der WTA-Tour bei einem kleineren Turnier im kroatischen Makarska geglückt. Nun der große Coup in Wimbledon!

Anett Kontaveit returniert einen Ball im Wimbledon-Match gegen Jule Niemeier.

Keine Chance: Für die Weltranglisten-Dritte Anett Kontaveit war am Mittwoch (29. Juni 2022) gegen die Deutsche Jule Niemeier in Wimbledon nichts zu holen.

Den traute eine erfahrene Deutsche ihr schon lange zu. „Ich setze große Stücke auf sie, in der Hoffnung, dass sie gesund bleibt und verletzungsfrei, das ist das Wichtigste“, sagte Andrea Petkovic (34) bereits über Niemeier. „Spielerisch ist sie für mich eine absolute Top-20-Spielerin. Das weiß sie, das sage ich ihr jeden Tag sieben bis achtmal.“

Jule Niemeier: Dominante Vorstellung gegen Top-Spielerin Kontaveit

Im zweitgrößten Wimbledon-Stadion zeigte Niemeier von Beginn an keine Nerven und hielt mit Kontaveit mit. Ein Rückhandfehler der Estin bescherte Niemeier das Break zum 3:2. Mit Übersicht und Spielwitz hielt sie den Vorsprung und nutzte ihren zweiten Satzball nach 32 Minuten mit einer fein platzierten langen Vorhand.

Kontaveit zeigte Nerven, kassierte durch einen Doppelfehler direkt zu Beginn des zweiten Satzes ein erneutes Break. Komplett beeindruckt lief bei der Estin, die in Wimbledon noch nie über die dritte Runde hinausgekommen war, gar nichts mehr. Niemeier zog locker davon und nutzte erbarmungslos die Schwächen ihrer Gegnerin. Nach einem weiteren Fehler von Kontaveit war der Coup nach nicht einmal einer Stunde perfekt.

Für den größten Erfolg ihrer Karriere kassiert Niemeier mehr als 138.000 Euro und trifft nun auf Lessia Zurenko (33) aus der Ukraine. „Ich liebe es, auf Gras zu spielen“, sagte Niemeier. „Es ist ein besonderer Untergrund, er passt zu meinem Spiel, ich liebe es.“

Noch schneller ging es für Oscar Otte (28) in die nächste Runde. Gegner Christian Harrison (28) aus den USA gab nach nur 15 Minuten beim Stand von 3:1 für Otte im ersten Satz auf. Der Kölner, in Wimbledon ohne den verletzt fehlenden Olympiasieger Alexander Zverev (25) deutsche Nummer eins bei den Herren, bekommt es nun mit dem spanischen Jungstar Carlos Alcaraz (19) oder Tallon Griekspoor (25) aus den Niederlanden zu tun. (dpa)

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