Sieht aus wie Kriegsbemalung Das steckt hinter den Gesichts-Pflastern der Biathlon-Stars bei Olympia

Denise Herrmann lädt ihr Gewehr.

Denise Herrmann (Deutschland) am 5. Februar 2022 bei der Biathlon-Mixed-Staffel mit zugeklebtem Gesicht.

Die ersten Wettkämpfe laufen bei den Olympischen Spielen 2022 in Peking. Die Sportlerinnen und Sportler haben teils mit widrigen Bedingungen zu kämpfen.

Was für eine Enttäuschung für die deutschen Biathleten beim Start in die Olympischen Spiele. In der Mixed-Staffel zum Auftakt landeten die DSV-Athletinnen und Athleten (Vanessa Voigt/Rotterode, Denise Herrmann/Oberwiesenthal, Benedikt Doll/Breitnau, Philipp Nawrath/Nesselwang) am Samstag (5. Februar 2022) deutlich hinter den Medaillenrängen.

Norwegen gewann vor Frankreich und Russland. Deutschland wurde am Ende Fünfter, lag mit über einer Minute und 5 Sekunden Rückstand hinter den siegreichen Norwegern. Damit gab es auch bei der dritten Austragung des Wettbewerbs bei Olympia keine Medaille für eine deutsche Mixed-Staffel.

Im Wettbewerb kämpften alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer auch mit widrigen Bedingungen. Starke Winde machten die Temperaturen von bis zu minus 14 Grad in Zhangjiakou, 100 Kilometer nordwestlich von Peking, 716 hoch gelegen, gefühlt noch eisiger. Viele Sportlerinnen und Sportler klebten ihre Gesichter ab. Was steckt dahinter?

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Die Gesichter zahlreicher Starterinnen und Starter wurden vor dem ersten Biathlon-Rennen bei Olympia mit Kinesiotapes in verschiedenen bunten Farben, Pink, Rot oder Blau und auch Schwarz abgeklebt. Einige hatten auch ihre Nationalfarben oder das Länderkürzel (zum Beispiel US bei den Amerikanern) im Gesicht kleben. Sah aus wie Kriegsbemalung, hatte aber einen wichtigen Effekt.

Schutz vor Kälte: Kinesiotapes im Gesicht der Athletinnen und Athleten

Diese Kinesiotapes werden eigentlich bei Muskelproblemen an den Beinen oder am Rücken und im Nackenbereich verwendet. Sie entspannen die Muskulatur. Das Tape ist sehr elastisch und hält gut auf der Haut.

Doch das Tape kann auch anders verwendet werden. Wenn der kalte Wind unter die Brille bläst oder auf die Stirn weht, tut das im Gesicht äußerst weh, deshalb kleben sich die Athletinnen und Athleten die freien Stellen in den Gesichtern ab.

Die deutsche Starterin Vanessa Voigt musste schon nach dem ersten Schießen mit drei Fehlern in die Strafrunde. Sie sagte: „Solche Bedingungen sorgen immer für Überraschungen. Solch einen Einstand habe ich mir sicher nicht vorgestellt. Ich wusste gar nicht mehr, wo ich bin am Schießstand. Das war Nervosität. Die große Enttäuschung kommt später sicherlich.“

Die folgenden drei konnten den Rückstand noch etwas verringern, für eine Medaille reichte es aber nicht. Benedikt Doll sagte in der ARD: „Fünfter Platz ist schade, aber wir haben unser Bestes gegeben und haben gut aufgeholt nach dem Start. Es war sehr windig, da klappt es manchmal und manchmal nicht. Ich fühle mich aber gut und bin für die nächsten Tage optimistisch. Das war eine gute Wettkampferfahrung vor dem ersten Einzelwettkampf.“

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