Knapp zwei Jahrzehnte nach der Familientragödie um das Verschwinden seiner Schwester schreibt Sean McCann seine eigene, hoffnungsvolle Geschichte im Schwimmbecken.
Bei großem SporteventMaddie McCanns Eltern feuern ihren Sohn an

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Kate und Gerry McCann zeigten sich beim Rennen ihres Sohnes begeistert.
Für die Eltern von Madeleine McCann war es in Glasgow ein sehr bewegender Augenblick. Ihr Sohn Sean trat bei den Commonwealth-Spielen an, fast 20 Jahre nach dem furchtbaren Verlust seiner Schwester. Sean McCann stieg bei seinem ersten großen Wettkampf für die Vorläufe über 400 Meter Freistil ins Wasser.
Von den Zuschauerrängen aus verfolgten seine Eltern Kate und Gerry zusammen mit Zwillingsschwester Amelie das Rennen. Sie unterstützten den 21-Jährigen und die schottische Mannschaft mit lauten Rufen. „Come on Sean!“, schrie Gerry, als sein Sohn nach der ersten Bahn auf Rang sieben zurückfiel. Doch Sean zeigte Kampfgeist, holte über acht Bahnen auf und erreichte das Ziel schließlich als starker Vierter in seinem Vorlauf. Das berichtet „Daily Mail“.
Am Abend von Maddies Verschwinden: Sean schlief im selben Zimmer
Mit einer Zeit von drei Minuten und 52,65 Sekunden schwamm er die siebtbeste Zeit aller Teilnehmer und qualifizierte sich damit für das Finale. Im Anschluss an das Rennen machte ein Pressesprecher deutlich, dass Sean ausschließlich Fragen zu seinem Sport beantworten werde. Als er gefragt wurde, was der Finaleinzug für ihn bedeute, sagte Sean: „Das war keine wirkliche Erwartung, besonders bei diesem starken Feld, aber ich freue mich riesig, dass ich es geschafft habe.“
Er habe zwar keinen direkten Druck verspürt, die Anspannung sei aber deutlich gewesen. „Ich war definitiv nervös, aber froh, dass ich eine anständige Leistung abliefern konnte“, erklärte der Athlet. Die Stimmung im Stadion habe ihm geholfen: „Man konnte die Menge während des gesamten Rennens hören und das hat mich auf den letzten hundert Metern noch einmal richtig angespornt.“
Dieser Triumph im Sport ist für die McCanns ein kostbarer Augenblick der Freude vor den Augen der Welt. Die Kindheit von Sean und seiner Zwillingsschwester Amelie war geprägt vom rätselhaften Verschwinden ihrer großen Schwester. Sie wurde 2007 bei einem Urlaub der Familie in Portugal gekidnappt. Damals war Sean gerade einmal zwei Jahre alt und schlief im gleichen Raum.
Die Eltern betonten stets, wie sehr sie sich bemühten, den Zwillingen eine normale Kindheit zu ermöglichen. „Unsere Sorge gilt unseren Kindern“, äußerte Kate im Jahr 2017. Gerry fügte hinzu, dass übermäßige Behütung falsch sei: „Sie müssen unabhängig sein. Die Angst ist größer, aber das darf ihre normale Erziehung nicht beeinträchtigen.“

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Sean McCann schaffte es über die 400 m Freistil ins Finale der Commonwealth Games.
Seans Teilnahme an den Commonwealth-Spielen ist das Resultat enormer Willenskraft. Wie seine Mutter Kate einmal verriet, habe er als kleiner Junge Wasser regelrecht „gehasst“. Später entdeckte er jedoch seine Begeisterung dafür und trainierte bis zu neunmal wöchentlich für zwei Stunden, häufig schon ab 4 Uhr in der Früh. Auch seine Schwester Amelie ist sehr aktiv im Sport und bestreitet regelmäßig Triathlons.
Der Student des Chemieingenieurwesens an der Loughborough University tritt für Schottland an, weil sein Vater aus Glasgow stammt. Für Sean ist es eine besondere Rückkehr: „Ich habe viele Verwandte hier in Glasgow, das macht es noch besonderer. 2014 war ich als Kind hier und habe zugeschaut, es jetzt, 12 Jahre später, selbst geschafft zu haben, ist wirklich ein Moment, in dem sich der Kreis schließt.“ (red)
