Mitten im Sommer Kölner Moderatorin startet Wintersport-Podcast – und erklärt, warum

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Julia Kleine hat den Podcast „Hicezeit“ gestartet – und interviewt mitten im Sommer prominente Wintersportler.

Köln – Auf den ersten Blick mutet das Projekt ein wenig verrückt an: Kurz vor Einbruch des Sommers haben die Kölner Moderatorin Julia Kleine (34) und Ex-Fußball-Coach Fabian Jedwabny (31) ihren Wintersport-Podcast „Hicezeit“ an den Start gebracht. Die Erklärung ist am Ende relativ simpel. Denn die beiden Rheinländer lieben auch privat die Action im Schnee. Und sie betonen: „Wintersportler werden im Sommer gemacht.“ Denn auch da trainieren die Athleten hart.

Und tatsächlich konnte das Duo schon durchaus prominente Gäste an Land ziehen. In der ersten Folge gab Vinzenz Geiger (22), Team-Olympiasieger in der Nordischen Kombination, die eine oder andere Anekdote zum Besten. In der zweiten Folge am 7. Mai ist nun Ex-Skispringer und Mannschafts-Olympiasieger Andreas Wank (32) zu Gast. Den Podcast gibt es immer donnerstags aller zwei Wochen ab 12 Uhr auf den gängigen Plattformen wie beispielsweise Spotify zu hören.

Kölner Moderatorin Julia Kleine startet Wintersport-Podcast

EXPRESS hat mit Kleine, die schon für Sky als Reporterin im Einsatz war, bei Eurosport mit Marco Schreyl (46) die Olympia-Sendung „Zwanzig18“ moderierte und mittlerweile seit Jahren für den WDR bei der „Lokalzeit Köln“ moderiert, über ihr neues Projekt und ihre Leidenschaft für den Wintersport  gesprochen.

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Was macht für Sie den besonderen Reiz am Format Podcast aus? 

Ein Podcast mit Wintersportlern im Sommer, noch dazu von zwei Flachlandtirolern aus Köln. Wie kann das denn bitte funktionieren, denken sich da die meisten. Sehr gut funktioniert das sogar! Wir bieten nämlich Olympiasiegern, Weltmeistern, Gesamtweltcupsiegern oder kommenden Superstars der Wintersport-Szene eine Plattform, sich zu präsentieren. Und die wird sehr dankbar und erfolgreich angenommen. Um das mal mit den Akteuren aus dem Fußball-Business zu vergleichen: Bei uns geben sich gerade Sportler mit der Weltklasse eines Cristiano Ronaldo oder Lionel Messi die Klinke in die Hand. Wir reden über Sportliches, natürlich, aber auch über den Mensch dahinter.

Wie genau werden die Podcast-Folgen angesichts der aktuellen Corona-Umstände aufgezeichnet und produziert?

Aufgrund der aktuellen Situation nehmen wir die Folgen derzeit per Video-Meeting auf. Jeder bei sich zu Hause. Denn auch wir wollen natürlich Vorbild sein. Die Sportlerinnen und Sportler nehmen das sehr gut an und freuen auch über ein wenig Abwechslung.

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Das Hicezeit-Team: Julia Kleine und Fabian Jedwabny.

Wie genau kam der Kontakt und die Zusammenarbeit mit Ihrem Podcast-Partner Fabian Jedwabny zustande?

Fabian und ich kennen uns mittlerweile schon seit 25 Jahren. Wir waren damals in einer Karnevalsgesellschaft in unserem Heimatdorf. Das hatten unsere jeweiligen Eltern verbrochen. Aber auch am Stadtrand von Köln gehört „jeck“ zu sein natürlich zur Tradition. Rückblickend eine wirklich tolle Kindheit. Zwischendurch hatten wir uns dann allerdings aus den Augen verloren. Doch vergangenes Jahr bei der ETL EXPRESS Sportnacht in Köln sind wir uns zufällig über den Weg gelaufen. Das Resultat aus dieser Begegnung: der Hicezeit-Podcast. Wir haben nämlich festgestellt, dass wir beide totale Wintersport-Nerds sind. Und als die Corona-Krise losging, hat mich Fabian gefragt, ob ich nicht Lust hätte, mit ihm zusammen einen Podcast zu machen. Daraus ist dann dieses tolle Projekt entstanden.

Sie sind selbst einmal professionelle Skifahrerin gewesen – mussten Ihre Karriere aber im Alter von 20 Jahren aufgrund einer schlimmen Verletzung beenden. Wie sehr schmerzt Sie das heute noch?

Wenn ich mich in die Sportlerin von damals zurückversetze, dann war das wirklich sehr bitter. Mit 19 hat man schließlich andere Vorstellungen von seinem Sportlerleben, als jeden Tag mit Krücken zum Physiotherapeuten zu humpeln und nicht zu wissen, wie es weitergeht. Mit ein paar Jahren Abstand kann ich mittlerweile sagen, dass alles im Leben seinen Sinn hat. Und das es damals so kommen sollte, wie es gekommen ist. Obwohl, auf die Verletzung und die Operationen hätte ich sehr gerne verzichtet. Aber gut, wenn man die Hürden oder die Steine, die einem in den Weg gelegt werden, überwindet, wenn man sein Schicksal annimmt und versucht das Beste daraus zu machen, dann wächst du enorm als Mensch. Dann lernst du dich selber besser kennen. Und was gibt’s besseres als sich gut zu kennen? Erst dann kannst du innerlich auch wachsen.

Hatten Sie damals ein Vorbild? Wenn ja – wen? 

Da ich ja totaler Sport-Nerd bin, ist es jetzt nicht überraschend, dass großartige Sportler mich geprägt- und beeinflusst haben. Der Langstrecken-Weltrekordler Haile Gebrselassie aus Äthiopien zum Beispiel. Ein unfassbar anmutiger Läufer, der über die letzten 200 Meter eines 10.000-Meter-Rennens sogar schneller lief als manch ein deutscher Spezialsprinter. Olympiasiegerin Katja Seizinger bei den Ski-Alpinen, die trotz hoher Geschwindigkeiten in Abfahrt und Super-G an den Toren wie eine Katze vorbeischleichen konnte. Und menschlich, zielstrebig und fokussiert immer auf dem Boden geblieben ist. Basketball-Superstar Kobe Bryant, der erst vor Kurzem auf tragische Art und Weise sein Leben verloren hat. Didier Drogba, Michael Schumacher, Gunda Niemann-Stirnemann und, und, und. Ich könnte ewig so weitermachen!

Welchen prominenten Wintersport-Star oder welche Legende würden Sie denn gern einmal für eine Folge gewinnen?

Sehr gerne den norwegischen Olympiasieger, Weltmeister und Gesamtweltcupsieger bei den Ski Alpinen, Aksel Lund Svindal. Und ich weiß jetzt schon, dass diese Antwort viele Menschen in meinem Freundes- und Bekanntenkreis nicht wirklich überrascht. Mittlerweile zurückgetreten, aber einfach einer der erfolgreichsten Athleten seiner Szene – und dazu soll er ein ganz cooler Typ sein.

Welche Wintersportarten begeistern Sie denn persönlich am meistern?

Da ich selber Skirennen gefahren bin, natürlich die alpinen Wettbewerbe. Aber wenn ich Wintersport an einem Wochenende schaue, dann auch alle Wettbewerbe. Biathlon, Nordische Kombination, Eislaufen, Skispringen, Langlauf, Eisschnelllauf, Curling, wirklich alles. Und natürlich Eishockey während der Saison.

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Die norwegische Alpin-Legende Aksel Lund Svindal würde Julia Kleine gern einmal in ihrem Podcast begrüßen.

Glauben Sie, dass Wintersportler besser durch die Corona-Krise kommen werden als andere Sportler?

Nicht besser, aber anders. Während bei den Sommersportlern die großen Events von jetzt auf gleich abgesagt worden sind und keiner so richtig weiß, wie es weitergeht, können sich die Wintersportler besser vorbereiten, haben eine längere Vorlaufzeit, um Alternativpläne zu entwickeln. Skisprungschanzen können auch im Sommer benutzt werden, von Athletenseite her müssen nur die Sicherheitsmaßnahmen erfüllt werden. Bobsportler trainieren im Sommer eh nicht in der Eisrinne und kehren erst Ende September, Anfang Oktober zurück auf die Bahn. Bei den Skialpinen wird’s Aufgrund der streng reglementierten Ein- und Ausreisebedingungen wahrscheinlich die Ski-Hallen in Hamburg, Bottrop oder Neuss werden.

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