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„Es kann durchaus sein …“Jan Ullrich teilt seine Befürchtung über Pogacar

Jan Ullrich ist begeistert von den Ausnahme-Leistungen von Tadej Pogacar bei der Tour de France, äußert rund um den Fünffach-Gewinner aber auch eine Befürchtung.

Auch bei der Tour de France 2026 führte an Tadej Pogacar (27) kein Weg vorbei. Der slowenische Radsport-Dominator deklassierte die Konkurrenz derart oft und eindrucksvoll, dass im Kampf um das Gelbe Trikot überhaupt keine Spannung aufkam.

Während Pogacar von seinen Fans gefeiert wird, rümpfen Skeptiker bei jeder neuen Solo-Fahrt über die höchsten Berggipfel die Nase. Vergangenes Jahr zeigte sich Pogacar sogar selbst gelangweilt über seine Sonderstellung und die fehlende Konkurrenz auf Augenhöhe. Das befeuert seitdem die Gerüchteküche.

Jan Ullrich adelt Rad-Überflieger Tadej Pogacar

Pogacar hat in seiner Trophäensammlung noch den einen oder anderen weißen Fleck, die Vuelta in Spanien etwa oder eine Goldmedaille bei Olympia. In seiner Form der vergangenen Jahre scheinen auch diese Erfolge nur noch eine Frage der Zeit – möglicherweise auch mit entscheidenden Konsequenzen.

Die deutsche Radsport-Legende Jan Ullrich (52) befürchtet sogar, dass ein Karriereende von Pogacar noch vor dessen 30. Geburtstag eine Option ist, weil dem Kapitän vom Team UAE dann schlicht die Motivation fehlt.

„Was er noch nicht gewonnen hat, ist Olympiagold, die Spanien-Rundfahrt, die er vielleicht sogar im September mitfährt, und Paris-Roubaix“, sagte Ullrich im Interview mit RTL und Sky: „Und dann kann es durchaus sein, dass er nach Olympia 2028 sagt, er beendet seine Karriere.“

Dass die aktuell größte Figur im Radsport aus freien Stücken bereits verhältnismäßig früh abtritt, würde zwar wieder für mehr Spannung an der Spitze sorgen, hätte gleichzeitig den zu frühen Verlust eines Ausnahmekönners zur Folge. Bei der Schlussetappe der Tour in Paris zeigte Pogacar schließlich auch, welcher Segen er für den Sport ist.

Bei der MDR-Talkshow „Riverboat“ sitzt Jan Ullrich im Studio.

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Jan Ullrich, hier bei einem Auftritt in der MDR-Talkshow „Riverboat“.

Im vergangenen Jahr hatte Pogacar bereits selbst die Gerüchte um einen nicht allzu fernen Abgang gestreut. „Ich habe angefangen, die Jahre bis zu meinem Rücktritt zu zählen“, sagte er damals im Alter von 26 vielsagend.

Sein Vertrag beim finanzstarken Team aus den Emiraten läuft noch bis zum Jahr 2030. Sollte sich das Gesicht der Mannschaft aber doch früher in den Ruhestand verabschieden wollen, dürfte es zumindest an einer Einigung mit seinem Team nicht scheitern.

Ullrich würde einen frühen Abschied von Pogacar bedauern, wie seine anerkennenden Worte unterstrichen. „Man kann sagen, er ist der Eddy Merckx unserer Zeit, der beste aller Besten. Man sieht, wie souverän er gewinnen kann. Solange er die Tour de France angeht und sie gewinnen will, wird es schwierig für andere zu gewinnen“, lobte der Gewinner von 1997 den Fünffach-Champion.

Jan Ullrich spricht in der ARD mit Michael Antwerpes.
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