Franco Colapintos Fans drehen völlig durch. Weil sie sogar seinen Teamkollegen bedrohen, zieht der Formel-1-Fahrer jetzt eine krasse Konsequenz.
Wut auf andere Fahrer?Formel-1-Pilot fleht seine Fans an und greift knallhart durch
Die Gefolgschaft von Franco Colapinto (23) wird als die feurigste in der Königsklasse des Motorsports angesehen. Diese Inbrunst hat sich jedoch in blanken Zorn verwandelt. Jeder, der ihren Star auf der Rennbahn tadelt oder ihm in die Quere kommt, bekommt die Wut der argentinischen Online-Meute zu fühlen. Der Pilot von Alpine hat nun selbst die Reißleine gezogen.
Der Große Preis von Singapur war der Funke, der das Feuer zuletzt entfachte. Wegen technischer Schwierigkeiten fiel Colapinto dort im Sprint und ebenso im Hauptrennen aus. Seine Anhänger reagierten darauf, indem sie das Team online mit üblen Beleidigungen und unwahren Behauptungen attackierten. Die Attacken nahmen ein solches Ausmaß an, dass der Fahrer sich via Instagram-Video an seine Gefolgschaft richtete. Das berichtet „bild.de“.
Colapinto an Fans: „Ihr schadet meiner Zukunft“
Der Argentinier appellierte in einer gefühlvollen Nachricht an seine circa sechs Millionen Abonnenten, mit den Attacken aufzuhören. „Manchmal überschreiten wir eine Grenze. Anstatt mich zu unterstützen, kritisieren wir andere Fahrer und greifen sie an“, erklärte er. Das betreffe nicht nur Konkurrenten, sondern auch seine eigenen Teamkollegen, Mechaniker und Ingenieure.
Mit klaren Worten machte Colapinto seinen Standpunkt deutlich: „Ich weiß, dass ihr denkt, ihr würdet mich damit verteidigen. Aber tatsächlich bewirkt ihr das Gegenteil. Ihr helft weder mir noch meiner Zukunft. Und ich möchte wirklich, dass ihr versteht, dass wir das gemeinsam ändern müssen.“
Die Lage ist nicht zum ersten Mal so außer Kontrolle geraten. Schon vorher geriet sein Teamkamerad Pierre Gasly (30) in den Fokus der Anhänger. Gasly hatte sich bei einem Grand Prix in Madrid geweigert, den flotteren Colapinto passieren zu lassen und setzte auf seine persönliche Taktik. Eine Flut von Hass gegen den französischen Piloten war die Konsequenz.
Die Bedrohungen und Attacken erreichten ein Niveau, auf dem sie sich sogar gegen die Familie und die Partnerin von Gasly wendeten. Er beschwerte sich in der Öffentlichkeit und bezeichnete die Vorgehensweise als „völlig inakzeptabel“. Sogar der Chef von Alpine, Flavio Briatore (76), mischte sich ein und sprach eine Drohung aus: einen Boykott von Interviews mit argentinischen Pressevertretern.
Weil die Aufrufe bislang kaum Wirkung zeigten und der auf Platz zwölf der Weltmeisterschaft liegende Fahrer um seine weitere Karriere bei Alpine fürchtet, unternimmt er jetzt einen radikalen Schritt. Er gab bekannt, dass er sich bis auf Weiteres vollständig aus den sozialen Medien verabschieden wird.
Colapinto erklärte dazu: „Ich werde dort eine Pause einlegen.“ Sein Fokus solle auf dem liegen, was tatsächlich von Bedeutung ist: „meinen Traum, meine sportliche Karriere und die Arbeit mit dem Team, damit wir die Ergebnisse und Ziele erreichen, die wir uns vorgenommen haben.“ (red)

