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Gewinner und Verlierer des Zandvoort-FinalesNorris und Kimi lachen, Ferrari und Verstappen krachen

Das Zandvoort-Wochenende in der Formel 1 hatte so einiges zu bieten. EXPRESS hat die Gewinner und Verlierer aufgelistet. Ein Deutscher darf sich freuen.

Es war eine denkwürdige „Final Lap“ in Zandvoort, aber anders als vor allem von Lokalmatador Max Verstappen (28) erhofft. Statt sich mit seinem vierten Heimsieg vom legendären Dünen-Kurs zu verabschieden, crashte der Vierfach-Weltmeister bereits in der 2. Runde.

Aber das vorerst letzte Formel-1-Rennen in den Niederlanden hatte noch weitere Verlierer und drei Gewinner – darunter war ausnahmsweise sogar mal ein Deutscher.

GEWINNER

Lando Norris: Der Weltmeister begann die zweite Saisonhälfte, wie er die erste in Budapest beendet hatte: mit einem Sieg. Und dabei bescherte der McLaren-Star den Fans ein Überholmanöver, das viele so auf dem engen Dünen-Kurs für unmöglich hielten. Der Brite heftete sich im legendären Steilkurvenabschnitt an Lewis Hamilton und Kimi Antonelli, zog auf der Start-Zielgeraden nach links, suchte in der Tarzan-Kurve die Außenbahn und überholte beide in einem Zug. Da musste sich der bescheidene Brite sogar selbst loben: „Das war ein toller Move. Dieses Manöver hat mir den Rennsieg beschert.“

Norris is back! Mit seinem zweiten Saisonsieg und Platz zwei im Sprintrennen verkürzte er seinen Rückstand auf Antonelli auf 83 Punkte. Doch noch übt sich der WM-Vierte in Zurückhaltung und sagte: „Im Moment habe ich nicht das Auto, das ich brauche, um um die Meisterschaft zu kämpfen.“ „Insgesamt“ sei der Mercedes noch besser, sein McLaren vor allem in langsameren Abschnitten nicht auf Augenhöhe. Sollte sich sein Auto auch in dieser Hinsicht noch verbessern, sei er aber „zuversichtlich, dass ich jedes Rennen in dieser Saison gewinnen kann“. Bei Highspeed sieht Norris den MCL40 dagegen schon sehr gut aufgestellt. Wie passend, dass es nun in den Tempo-Tempel Monza geht (6. September).

Kimi Antonelli: Der Spitzenreiter ist trotz Platz zwei der eigentliche Gewinner, vergrößerte er doch seinen Vorsprung auf Hamilton und George Russell (beide -59). Gegen den internen Rivalen verfestigte er seinen Nummer-ein-Status, als ihn Mercedes per Stallorder vorbei lotste. Der Italiener, der heute seinen 20. Geburtstag feiert, bedankte sich artig: „George war natürlich ein super Teamplayer. Ich bin auch sehr glücklich für ihn, dass er es immer noch auf P3 geschafft hat.“

Die drei Extrapunkte werden in der Endabrechnung vielleicht noch wichtig sein. Kimi: „Es ist ganz klar, wir sind definitiv nicht mehr das schnellste Auto in der Startaufstellung. McLaren hat vor allem seit Ungarn einen riesigen Schritt nach vorne gemacht.“ Bei seinem Heimrennen in Monza wird nun eine extra Portion Druck auf den Schultern liegen, zumal er aufgrund eines Motorwechsels in der Startaufstellung nach hinten muss.

Nico Hülkenberg: Seine immer noch erstklassige Reaktionsschnelligkeit bewies der Audi-Routinier beim Verstappen-Crash, als er dem sich drehenden Teamkollegen Gabriel Bortoleto blitzschnell auswich und so einen schlimmen T-Bone-Aufprall verhinderte.

„Das war heikel, da hat ein Blatt Papier dazwischen gepasst“, sagte der Emmericher, der mit Platz acht sein bestes Saisonergebnis einfuhr. Das freute den „Hülk“ „Sie sind wichtig für uns in der Meisterschaft und geben allen im Team neuen Schwung, während sie gleichzeitig bestätigen, dass uns die Arbeit, die wir leisten, in die richtige Richtung führt.“

VERLIERER

Max Verstappen: Mit der Vertragsverlängerung bis 2030 bei Red Bull wollte der „fliegende Holländer“ die nächsten Zandvoort-Festspiele einläuten, mit dem heftigen Crash endete die Abschiedsparty im Desaster. Dabei hat er die feuchte Piste unter- und sein Talent überschätzt.

„In der letzten Kurve war es noch ein bisschen nass. Ich habe gedacht: Okay, jetzt ist da eine etwas trockenere Linie. Dann habe ich natürlich beschleunigt, aber immer noch keinen Grip gehabt“, haderte Verstappen, der sich aber ohnehin keine Hoffnung aufs Podium gemacht habe: „Ich bin generell ein bisschen enttäuscht, weil wir das ganze Wochenende einfach zu langsam waren.“

George Russell: Beflügelt von der Verlobung mit Partnerin Carmen Montero Mundt feierte der Brite seinen Sprintsieg, nur um am Sonntag eine kuriose Serie fortzusetzen: Keiner der vier Sprintsieger dieser Saison gewann am Folgetag auch den Grand Prix. Russell widerfuhr es nach Schanghai und Montreal nun zum dritten Mal.

Dabei wurde er abermals zugunsten von Antonelli eingebremst und funkte erbost: „Kämpft er denn um den Sieg?“ Hinterher sagte er mit bittersüßer Miene: „Klar will man im Rennen um jede Position kämpfen, aber mit der Pace und den neueren Reifen hätte er mich sowieso überholt.“

Ferrari: Mit einer abermals tollpatschigen Strategie verärgerte die Scuderia Hamilton, der hinter Teamkollege Charles Leclerc viel Zeit und ein mögliches Podium verlor. „Ich bin hier, um zu gewinnen“, beschwerte sich der Rekordweltmeister, der neidisch auf sein Ex-Team Mercedes schaute: „Sie bekommen die Anweisung, und schon ist es erledigt, sie setzen sie sofort um. Sie lassen Kimi vorbei und lassen ihn das Rennen weiterfahren. Hier ist es nicht dasselbe.“

Teamchef Fred Vasseur rechtfertigte sich: „Zu einem Zeitpunkt dachten wir, Charles würde bis zum Ende fahren. Er war vor Antonelli, dann kam das Safety-Car. Norris war schneller als wir, aber wir hatten gedacht, wir würden auf der Strecke bleiben. Klar hat Lewis etwas Zeit hinter Charles verloren. Hinterher ist es immer einfach, alles zu erklären, aber in dem Moment war es die richtige Entscheidung, denke ich.“ Doch vorm Heimrennen in Monza herrscht Alarmstufe Rot.

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