„Auf sich alleine gestellt“ WM-Leader Hamilton erklärt Ausweg für Ferrari-Opfer Vettel

Vettel und Hamilton

Lewis Hamilton (l.) und Sebastian Vettel respektieren sich und kämpfen gemeinsam gegen Rassismus. Der britische Sechsfach-Weltmeister kennt einen Ausweg für seinen deutschen Kollegen aus dem derzeitigen Ferrari-Fiasko.

Monza – Sie kämpfen seit zehn Jahren mit harten Bandagen um den Titel: Lewis Hamilton (35) und Sebastian Vettel (33). Doch trotz ihrer Rivalität  respektieren sie sich wie keine zwei anderen Fahrer, und Vettel unterstützt den Briten im Kampf gegen Rassismus. Vor dem Italien-GP (Sonntag, 15.10 Uhr, RTL & Sky) springt Hamilton seinem von Ferrari demontierten und in seiner Roten Gurke im Monza-Qualifying erschreckend langsamen Rivalen bei – und fordert von Red Bull: Holt Vettel zurück!

Der Mercedes-Superstar verspottet den Rennstall seines ersten Verfolgers Max Verstappen (22) als Ein-Fahrer-Team. Und er fordert das Cockpit von Verstappens Teamkollege Alexander Albon (24) – für Vettel.

Alex Albon kommt mit dem Red-Bull-Auto nicht klar

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„Ich glaube, die Leute spielen es herunter, aber Red Bull hat ein sehr, sehr starkes Auto, und Max macht einen tollen Job damit. Leider haben sie nicht zwei Fahrer wie mich und Valtteri (Bottas) da, und das macht es für sie schwieriger“, sagt Hamilton über Albon. Der Thailänder kommt mit dem aerodynamisch effizienten, aber schwierig zu fahrenden RB16 nicht zurecht und liegt nach sieben Rennen als WM-Vierter schon 62 Punkte hinter Verstappen.

Die Kritik an Albon wird von Rennen zu Rennen lauter, aber noch hält Red-Bull-Sportchef Helmut Marko (77) seine schützende Hand über ihn: „Ich verstehe die Kritik an Alex nicht. Er hat sich gesteigert, und auch andere Teamkollegen hatten ihre liebe Mühe mit Max.“

Lewis Hamilton glaubt, dass Red Bull sich selbst schwächt

Seine Rückendeckung für einen an sich zweifelnden Jungspund in allen Ehren, aber das stimmt nicht. Der im Vorjahr zu Renault geflüchtete Daniel Ricciardo (31) kämpfte auf Augenhöhe mit Verstappen. Und so vermutet Sky-Experte Ralf Schumacher (45) auch Geld hinter der Nibelungentreue an Albon: „Man darf die Besitzverhältnisse bei Red Bull nicht vergessen. Da ist es gern gesehen, dass ein Thailänder fährt.“

Für Hamilton schwächt sich Red Bull damit selbst: „Ich habe das vor vielen Jahren erlebt, als ich bei McLaren war. Da war ich der Fahrer, der immer vorne lag und keinen Teamkollegen hatte, der mich unterstützt.“ Hamilton meinte damit den Finnen Heikki Kovalainen (38), der 2008 und 2009 sein Teamkollege war. Hamilton erklärt nun: „Einerseits fehlen dann am Ende Konstrukteurs-Punkte. Aber man kann strategisch auch nicht mit den Autos spielen. Max ist deshalb auf sich alleine gestellt.“

Sebastian Vettel wünscht sich Red-Bull-Rückkehr

Man darf gespannt sein, ob Dosen-Milliardär Dietrich Mateschitz (76) auf Hamilton hört und den verlorenen Sohn Vettel doch zurückholt. Das würde sich der bei Ferrari gescheiterte Hoffnungsträger noch mehr wünschen als den Wechsel zum neuen Aston-Martin-Werksteam. Vettel zu seiner Zukunft: „Es wird noch eine Weile dauern.“

Doch sollte der Anruf von Marko nicht alsbald kommen, dürfte Vettel im kommenden Jahr im Bond-Auto sitzen.

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