Titel-Traum weg? Corona-Chaos immer größer: Nächste fünf DHB-Profis infiziert, Quintett nachnominiert

Alfred Gislason gibt Hendrik Wagner Anweisungen.

Hendrik Wagner im Gespräch mit Bundestrainer Alfred Gislason beim Testspiel am 7. November 2021. 

Die deutschen Handballer haben bei der Europameisterschaft die nächsten fünf Corona-Fälle in ihren Reihen. Im letzten Vorrunden-Spiel trifft das Team auf Polen.

Der Start in die Europameisterschaft ist für die deutsche Handball-Nationalmannschaft gelungen – zumindest was die Punkteausbeute angeht. Der Einzug in die Hauptrunde steht schon vor dem letzten Gruppenspiel fest. In den ersten beiden Gruppenspielen gegen Belarus (33:29) und Österreich (34:29) drehte das Team allerdings immer erst in der zweiten Halbzeit auf.

Gegen die ebenfalls zweimal siegreichen Polen geht es am Dienstag (18. Januar 2022, 18 Uhr/ZDF) nicht nur um den Gruppensieg, sondern auch darum, wie viele Punkte die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) mit in die nächste Turnierphase nimmt. „Wir gehen mit Selbstvertrauen in das Spiel. Aber wir wissen, dass wir einiges besser machen müssen – vor allem in der Abwehr. Dann haben wir eine gute Chance“, sagte Trainer Alfred Gislason (62).

Bestimmendes Thema im deutschen Handball-Quartier ist weiterhin die unsichere Corona-Lage. Rückraumspieler Julius Kühn (28) befindet sich nach seinem positiven Coronatest im deutschen Vorrunden-Spielort Bratislava in Quarantäne. Gislason und viele Spieler bemängeln, dass die Zuschauer in den vollen Hallen keine Masken tragen.

Für Kühn wurde Hendrik Wagner (24) nachnominiert, der aber prompt auch positiv auf das Coronavirus getestet wurde. Da Wagner erst am Sonntag ins deutsche Teamhotel in Bratislava gekommen war und sich seitdem isolierte, hatte er bislang jedoch keinen Kontakt zu seinen Mitspielern oder dem Rest der deutschen Delegation.

Fünf weitere DHB-Spieler positiv auf Corona getestet, Quintett nachnominiert

Trotzdem gab es am Montagabend dann die nächste Hiobsbotschaft für das DHB-Team: mit Kai Häfner, Timo Kastening, Lukas Mertens, Luca Witzke und Andreas Wolff haben sich fünf weitere Profis infiziert.

Die fünf Spieler haben sich laut DHB sofort auf die Hotelzimmer in Isolation begeben. Am späten Montagabend gab der Verband bekannt, fünf Spieler nachnominiert zu haben: die beiden Europameister Paul Drux und Fabian Wiede, Linksaußen Rune Dahmke, Kreisläufer Sebastian Firnhaber und Keeper Johannes Bitter.

„Ich verstehe die Welt nicht mehr“, sagte Wagner nach seinem positiven Test. „Mir geht es aktuell körperlich gut, aber die letzten Stunden waren eine emotionale Achterbahnfahrt.“ Wie Kühn befindet sich nun auch der Spieler vom Zweitligisten Eulen Ludwigshafen in Isolation. Wann beziehungsweise ob er bei der EM noch zum Einsatz kommt, ist vorerst unklar. Mindestens fünf Tage muss er laut der Turnier-Regeln in Quarantäne bleiben, dann könnte er sich frei testen.

„Mir tut es leid, dass Hendrik Wagner so ausgebremst worden ist. Ich hoffe, dass die Infektion bei ihm einen milden Verlauf hat“, sagte Sportvorstand Axel Kromer (45)

Handball-Nationalmannschaft: Warten auf PCR-Testergebnisse

Der Deutsche Handballbund fordert unterdessen noch vor den neuen fünf positiven Coronatests eine zügigere Auswertung der Coronatests. „Die Labore arbeiten nicht in allerhöchster Geschwindigkeit“, monierte Kromer am Montag. „Wir wünschen uns, dass das schneller geht und haben das auch mit der EHF besprochen.“

Rechtsaußen Timo Kastening (26), der sich nun auch infizierte, betonte zuvor: „Ich habe seit geraumer Zeit gar keine Lust mehr, über dieses Thema zu sprechen. Wenn du positiv bist, dann bist du positiv. Dann kannst du nur auf einen milden Verlauf hoffen, das wünsche ich jedem.“ Es bestehe immer eine Ansteckungsgefahr, wenn man sich entscheide, an einem Großturnier teilzunehmen. „Da kann man die Kontakte nicht auf null herunterfahren“, sagte Kastening. (msw/dpa)

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