In Köln läuft das Final 4 um den Handball-Pokal. Im ersten Halbfinale setzten sich die Füchse Berlin gegen den TBV Lemgo Lippe durch. In der Lanxess-Arena kam erstmals ein neuer LED-Glasboden zum Einsatz.
„Das ist krass“Meister jubelt nach Krimi bei Boden-Premiere in Kölner Arena

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Lemgos Frederik Simak (l.) versucht, Nils Lichtlein im Halbfinale am Samstag (18. April 2026) zu stoppen.

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Die Füchse Berlin können weiter vom zweiten Pokal-Titel träumen. Im ersten Halbfinale um den DHB-Pokal setzte sich der Meister am Samstag (18. April 2026) mit 39:36 (20:16) gegen den TBV Lemgo Lippe durch.
Die erste Paarung in der Kölner Lanxess-Arena entwickelte sich vor den 19.750 Fans in der Handball-Kathedrale zum echten Kracher. Beide Teams zeigten temporeichen Handball und starke Torhüterparaden. Die Sympathien im Hexenkessel waren klar verteilt.
Final 4: LED-Glasboden ermöglichte spektakuläre Eröffnungsshow
Welthandballer Mathias Gidsel (8 Tore), der starke Nils Lichtlein (6) und der treffsichere Lasse Andersson (11) gaben lange den Ton an. Dejan Milosavljev zeigte starke 18 Paraden im Tor und war ein wichtiger Rückhalt.
Nachdem sich beide Teams vor einer Woche in der Liga gegenübergestanden hatten und damals die Füchse nur hauchdünn mit 34:33 siegen konnten, sah es in der Pokal-Partie lange eindeutiger aus. Zwischenzeitlich führten die Berliner mit fünf Toren.
Die Ostwestfalen gaben sich jedoch nicht auf und hatten die Unterstützung in der Halle auf ihrer Seite. „Lemgo ist viel schöner als Berlin“, sangen die Fans, und es entwickelte sich, angetrieben von Tim Suton (8 Tore), ein richtiger Handball-Krimi. Mehrmals bot sich im zweiten Durchgang die Chance zum Ausgleich.

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Weltmeister Florian Kehrmann an der Seitenlinie. Sein Team bot einen großen Kampf.
Lemgos Trainer Florian Kehrmann erlebte an der Stätte seines Weltmeistertitels von 2007 einen echten Krimi. Berlins Boss Bob Hanning schüttelte mehrmals entsetzt den Kopf. Doch am Ende behielt der Meister einen kühlen Kopf und brachte den Vorsprung über die Runden.
„Wir haben uns schwergetan“, sagte Füchse-Kapitän Max Darj. „Aber 39 Tore gegen Lemgo schafft nicht jede Mannschaft. Die Atmosphäre in der Halle war einfach unglaublich.“
Im Finale treffen die Füchse am Sonntag (15.45 Uhr) auf den Sieger der Partie Bergischer HC gegen den SC Magdeburg. Das zweite Halbfinale steigt am Samstag um 18.45 Uhr.
Größtes Gesprächsthema und auffälligster Hingucker war der neue LED-Glasboden. Neun Lkw-Ladungen waren notwendig, um die 800 Quadratmeter Video-Spielboden anzuliefern. Da der neue Boden eine Höhe von 17 Zentimetern hat, musste der komplette Innenraum der Arena auf Podeste gehoben werden.

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Bei der Eröffnungs-Show zum Pokal-Final4 konnte der neue LED-Glasboden in der Lanxess-Arena eindrucksvoll genutzt werden.
ARD-Experte Johannes Bitter (43) testete vor dem Anwurf selbst einmal den neuen Untergrund. „Ich fand es beeindruckend, darauf herumzulaufen“, sagte er. Vor allem für die Schiedsrichter sei es ungewohnt, da die Linien nur noch virtuell dargestellt werden.
Auch Weltmeister Dominik Klein (42) staunte beim Anblick des Innenraums. „Das ist krass. Wir spielen quasi auf einem Fernsehbildschirm. Show gehört zum Sport inzwischen dazu, auch wenn das Wichtigste ist, was auf der Platte passiert.“

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Berlins Torhüter Dejan Milosavljev zeigte im ersten Halbfinale zahlreiche spektakuläre Paraden.
Der Voll-LED-Videosportboden macht das Spielfeld zur digitalen Leinwand. Vor allem bei der Einlaufshow konnte er eindrucksvoll genutzt werden. Während der Begegnung änderte sich am Blick auf das Feld nicht viel. Lediglich bei den Auszeiten wurde die Fläche in der abgedunkelten Halle besonders in Szene gesetzt.
Lemgos Hendrik Wagner verdrängte das ungewohnte Ambiente schnell. „Da macht sich keiner Gedanken drum“, sagte er beim Gang in die Kabine zur Halbzeit. Sein Mitspieler Frederik Simak urteilte nach der Partie: „Es tut ein bisschen mehr weh beim Hinfallen. Zudem ist er etwas wärmer als normaler Boden.“

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Die Fans der vier Handballteams zogen in verschiedenen Märschen von der Kölner Innenstadt zur Lanxess-Arena. Die Anhängerinnen und Anhänger des SC Magdeburg starteten am Roncalliplatz.
Durch die zwei ausverkauften Spieltage wird in diesem Jahr die Marke von 150.000 Fans geknackt, die in den bisherigen vier Jahren beim Final 4 in Köln waren. Der „Super Bowl des Handballs“, wie das Spektakel auch genannt wird, sorgte einmal mehr für einen echten Hexenkessel.
Köln steht das komplette Wochenende im Zeichen des Handballs. Alle vier Fanlager zogen am Samstag mit einem Marsch von der Innenstadt zur Lanxess-Arena. Erstmalig steigt am Samstagabend auch eine bereits ausverkaufte Fan-Party. 1600 Gäste werden im Theater am Tanzbrunnen erwartet.
