Sport-Streamingdienste Ex-DFL-Chef Seifert kauft weitere TV-Rechte – was bedeutet das für Fans?

Christian Seifert posiert für die die Fotografen.

Christian Seifert, Vorsitzender des Aufsichtsrates der Stiftung Deutsche Sporthilfe, im Axel Springer Verlagshaus am 20. Mai 2022.

Ex-DFL-Boss Christian Seifert hat bereits weitere TV-Rechte für sein neuen Streamingdienst „S Nation Media“ erworben. Künftig wird es daher für Sportliebhaber noch unübersichtlicher werden.

Viele Fans kennen das Dilemma! Wer im vollen Umfang Fußball, Basketball, Eishockey und weitere Sportarten schauen möchte, muss etliche Streamingdienste abonnieren, um seine Lieblingsmannschaften vor dem Fernseher zu unterstützen. 

Christian Seifert (53), ehemaliger Chef der Deutschen Fußball Liga (DFL) und Gründer des neuen Start-ups „S Nation Media“, tüftelt Anfang Juli 2022 weiter an den TV-Rechten auf dem Sport-Markt und hat innerhalb von nur knapp drei Monaten vier Bundesligen von seinem Projekt überzeugt. Was bedeutet das jetzt für alle Sport-Liebhaber?

„S Nation Media“: Ex-DFL-Boss Seifert kauft weiter Sport-TV-Rechte

Für den Fan wird es zunächst einmal noch unübersichtlicher. Neben den klassischen Fernsehsendern wie ARD, ZDF oder RTL gibt es mit Sky und DAZN zwei große Pay-Anbieter für Sport. Hinzu kommen zahlreiche Streaming-Angebote wie RTL+ oder Amazon sowie Plattformen wie „sportdeutschland.tv“ oder „sporttotal.tv“.

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Und jetzt kommt noch Seifert mit „S Nation Media“, ein Sport-Streamingdienst komplett ohne Fußball. Das gemeinsame Medien-Unternehmen des früheren Fußball-Managers und des Medienkonzerns Axel Springer hat bisher die Rechte für Tischtennis, Volleyball und Basketball erworben.

Mit der Entscheidung des Präsidiums der Handball-Bundesliga, ab 2023 mit der neuen Sport-Streamingplattform zusammenzuarbeiten, gilt das vierte Recht als sicher. Es finden laut HBL derzeit „finale Vertragsgespräche“ statt: „Ziel beider Parteien ist es, eine langfristige Zusammenarbeit bis einschließlich der Saison 2028/29 zu vereinbaren.“

Ohne Handball mit seiner breiten Fanbasis wäre das neue Projekt kaum möglich gewesen. Passend dazu kündigte Seifert nun die nächsten Schritte an. „Langfristige Vereinbarungen mit vier Profi-Ligen sind eine hervorragende Ausgangsbasis“, sagte der geschäftsführende Gesellschafter von „S Nation Media“ am Dienstag (12. Juli 2022). Es laufen Gespräche „mit weiteren Sportligen über Medienrechte“.

Einen kräftigen Dämpfer musste Seifert auch schon verkraften. Beim Wettbieten um die Deutsche Eishockey Liga setzte sich der bisherige Rechteinhaber Telekom durch, der beim Basketball verloren hatte. „Keine Frage, wir hätten uns nach den erfolgreichen Abschlüssen in den letzten Wochen gefreut, künftig auch die DEL auf der Plattform zu haben“, sagte S-Nation-Manager Marcel Wontorra (31).

Handball- und Basketballfans brauchen künftig ein weiteres Abonnement

Die Fans von Handball und Basketball müssen sich ab 2023 umstellen und für die Bundesliga-Übertragungen ein neues Abonnement abschließen. Das soll weniger als 15 Euro pro Monat kosten.

Beim Handball würde es dadurch günstiger. Denn wer die Bundesliga-Spiele in der letzten Sky-Saison sehen möchte, benötigt das Sport-Paket. Das kostet derzeit 17,25 Euro für Neukunden, danach 25 Euro monatlich – und bietet auch Tennis, Formel 1 oder Premier-League-Fußball. Und die Champions League der Handballer bleibt bis mindestens 2027 bei DAZN.

Beim Basketball sieht es anders aus. Wer in der kommenden Saison Basketball bei Magenta-Sport sehen will, zahlt 16,95 Euro im Monat oder bei einem Jahresabo 9,95 Euro. Für Telekom-Kunden ist es jeweils 5 Euro günstiger.

Seifert setzt zudem auf Bilder im kostenfreien Fernsehen. Unter anderem soll die ARD, die beim Handball noch bis 2023 einen gemeinsamen Vertrag mit Sky hat, Bildmaterial bekommen.

„Wir haben uns mit Christian Seifert vorher geeinigt, was wir im Falle des Rechteerwerbs durch sein Unternehmen gerne sublizenziert haben möchten“, hatte ARD-Sportkoordinator Axel Balkausky (60) schon nach dem Basketball-Vertrag gesagt. Bedeutet, dass die ARD noch Teile der Sportberichterstattung weiterhin zeigen möchte. „Das werden wir jetzt vertraglich miteinander regeln und werden das dann detailliert bekannt geben.“ (dpa, fr)

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