Irre Anekdote im Struth-Buch Calmund ließ Berater im Daum-Bett in Florida übernachten

Spielerberater Volker Struth geht die Straßen in Pulheim entlang.

Volker Struth schaut sich die Siedlung in Pulheim an, in der er aufgewachsen ist.

Reiner Calmund hat den entscheidenden Impuls zu Beginn der Karriere für Spielerberater Volker Struth gegeben. Darüber schreibt der Kölner unter anderem in seiner Biografie „Meine Spielzüge“.

Köln. Inzwischen ist Volker Struth (55) der erfolgreichste Spielerberater Deutschlands. Doch eigentlich hatte er gar nicht vor, diesen Weg einzuschlagen. Die entscheidende Person auf dem Weg in die Berater-Branche war Reiner Calmund (72). Der frühere XXL-Manager sah in seinem Kölner Bekannten das große Potenzial und blieb hartnäckig.

„Ich hatte Volker 2005 beim Confed-Cup und beim Weltjugendtag erlebt“, sagt Reiner Calmund rückblickend. „Danach habe ich ihm gesagt: Freundchen, jetzt machst du mal Schluss mit deinem Firlefanz. Er hatte über 100 Mitarbeiter für Bürobedarf, hat den Kölner Mottoschal erfunden und große Musik-Events oder das Oktoberfest in Köln organisiert.“

Doch Calli sah noch größere Möglichkeiten für Struth. „Das waren gesunde Einnahmequellen. Aber er hatte die angeborene Straßenköter-Mentalität und richtig Ahnung vom Fußball. Anfangs hat er sich dagegen gewehrt. Ich war aber überzeugt, dass er viel mitbringen kann. Jetzt ist er der erfolgreichste Berater in Deutschland, ein cleveres Kerlchen. In der Branche wird mit harten Bandagen gekämpft, da darf man nicht auf den Kopf gefallen sein.“

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Das Cover des Buchs „Meine Spielzüge“ von Volker Struth.

„Meine Spielzüge“ heißt die Biografie von Volker Struth.

Welchen Einfluss Calmund auf seine Karriere hatte, erläutert Volker Struth in seiner gerade erschienenen Biografie „Meine Spielzüge“. EXPRESS.de zitiert daraus eine besondere Anekdote:

Dass der Fußball um 2006 wieder präsenter in meinem Leben wurde, lag auch daran, dass ich einen Repräsentanten für meine Unternehmen eingestellt und einen 24-Stunden-Fußballgeschichten-Erzähler bekommen hatte. Reiner Calmund verstand unter Arbeit vornehmlich, dass man essen ging und redete. Mein Bauch wurde immer größer vor lauter Arbeitsessen.

Ein paar Tage vor Weihnachten 2006 rief Calli an. „Jung, ich bin hier in Naples, Florida, im Haus von meinem Freund Gerry Niehaus. Komm vorbei!“

„Calli, an Weihnachten?“

„Ja, gut, dann kommst du halt nach Weihnachten.“

„Calli, wir haben zwei kleine Kinder, ich weiß nicht, ob das die beste Zeit ist wegzufahren.“

Volker Struth besuchte Reiner Calmund Anfang 2007 in Florida

Am 2. Januar 2007 flog ich mit Tina los. Das war das Einzige, was ich Calli abringen konnte: ein wenig Aufschub. Tina fluchte und schimpfte auf dem Weg zum Flughafen. Wie konnten wir nur die Kinder bei den Großeltern lassen, um nach Amerika zu fliegen, wo wir gar nicht hinwollten! Aber ich brachte es nicht fertig, Callis Einladung auszuschlagen. Er war als Türöffner enorm wichtig für meine Unternehmungen, ich konnte ihn nicht brüskieren. Er dachte doch, er tue uns einen Gefallen.

Beim Frühstück in der Villa von Callis Freund in Naples konnten wir den Delfinen zuschauen. Sie sprangen im nahen Meer aus dem Wasser. Drei Häuser weiter wohnte Steven Spielberg. Ich fuhr mit Calli einkaufen. Als wir zurückkamen, grollte seine Frau, weil er wieder so viel gekauft hatte. Drei Kilogramm chilenischen Seebarsch. Ich liebte Callis ungestüme Herzlichkeit, seine große Wärme.

Reiner Calmund: „Weißte was, Jung, da hat der Daum drin gelegen“

Es wäre halt nur noch schöner gewesen, wenn er sich und uns vielleicht dann und wann eine ganz kleine Pause gegönnt hätte. Mitten in der Nacht – war es drei, war es vier Uhr? – stürmte Calli in unser Gästezimmer in Naples. Er wollte uns nur sagen: „Weißte was, Jung, da hat der Daum drin gelegen, damals, in diesem Bett, hier habe ich ihn versteckt!“

„Bitte, was?“

In unserem Bett hatte Christoph Daum geschlafen, als im Herbst 2000 sein Kokainkonsum aufflog und er unter riesigem medialem Aufsehen den Posten als Bundestrainer verlor. War dem Calli nur gerade eingefallen. Tina und ich sahen uns im Halbschlaf an: Na prima. Nachdem er uns das gesagt hatte, schloss Calli wieder die Türe und ließ uns weiterschlafen.

Aus diesen Anfängen wurde eine intensive Geschäftsbeziehung. Als Struth zu Benedikt Höwedes fuhr, um diesen als Spieler anzuwerben, hat er Calmund mitgenommen. „Zu Volkers 50. Geburtstag erzählte Benny dann die Anekdote: Seine Eltern hatten Kuchen gebacken und sie hatten Bedenken, dass in ihrer Küche ein Stuhl einkracht, wenn ich mich darauf setze“, sagt der inzwischen erschlankte Calmund und lacht herzhaft.

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