Viktoria Köln hat gegen den 1. FC Nürnberg beste Chancen, rettet sich aber erst per Last-Minute-Treffer in die Verlängerung. Das Elfmeterschießen bringt die Entscheidung.
Trotz Last-Minute-AusgleichElfer-Drama! Viktoria für Chancenwucher bitter bestraft

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Jan Reichert jubelt, während Niklas Jahn nach seinem Fehlschuss verzweifelt.

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Dramatisches Pokal-Aus für Viktoria Köln! Der Drittligist musste sich am Samstag in der 1. Runde dem Zweitliga-Spitzenreiter 1. FC Nürnberg geschlagen geben. Dabei vergab Köln zahlreiche hochkarätige Chancen, rettete sich auf den letzten Drücker in die Verlängerung – und zog schließlich im Elfmeterschießen den Kürzeren.
Vor dem Anpfiff gab es im Sportpark Höhenberg zunächst eine Schweigeminute für Oliver Pottkämper, den langjährigen Mannschaftsarzt der Viktoria und der Kölner Haie, sowie den ehemaligen Kölner Oberbürgermeister Fritz Schramma.
Sponsel gleicht in allerletzter Minute aus
Die erste Chance hatte danach Niklas Castelle in der 6. Minute. Sein Schuss aus dem Rückraum wurde von einem Nürnberger zur Ecke abgefälscht. Yannick Tonye, der über rechts den Platz nutzte, den ihm die „Clubberer“ boten, hatte die Gelegenheit stark vorbereitet.
Wenig später (8.) die nächste große Möglichkeit für die Hausherren: David Otto lenkte den Ball nach einer Ecke per Hacke Richtung Tor. Doch der Ball wurde noch abgefälscht – knapp am Traumtor vorbei. Viktoria blieb die gefährlichere Mannschaft. In der 20. Minute hatte erneut Otto die Führung auf dem Fuß, doch sein Schuss wurde von Eric Porstner kurz vor der Linie geklärt.
Nürnberg war um Spielkontrolle bemüht, tat sich aber extrem schwer, eigene Chancen zu kreieren. Ganz anders die Gastgeber, die aber wie schon in den ersten beiden Liga-Spielen äußerst fahrlässig mit ihren Möglichkeiten umgingen. Und so ging es mit einem für die Franken sehr schmeichelhaften 0:0 in die Pause.
Zur zweiten Halbzeit brachte Viktoria-Trainer Marian Wilhelm Alexander Prokopenko für den eigentlich recht auffälligen Tonye. Nürnberg machte nun etwas mehr Druck – und Viktoria wurde schon bald für den Chancenwucher aus der ersten Halbzeit bestraft. Denn mit der ersten echten Möglichkeit ging der „Club“ in Führung: Nach Vorlage von Adam Markhiev traf Piet Scobel (56.) zum 1:0 für die Gäste.
Wilhem reagierte umgehend und brachte Nürnberg-Leihgabe Noah Maboulou (57.), der nur wenige Minuten nach seiner Einwechslung das 1:1 auf dem Fuß hatte, den Ball aber weit am Kasten von Reichert vorbeijagte (64.).
Es war zum Haareraufen! Auch Meiko Sponsel (74.), der nach einem Doppelpass mit Otto völlig frei durch war, und Otto per Kopf (77.), brachten den Ball nicht im Nürnberger Tor unter. Als alles tief in der Nachspielzeit nach einer aus Viktoria-Sicht komplett unnötigen Niederlage aussah, gab es doch noch die Erlösung: Ex-FC-Talent Sponsel machte es nach seiner vergebenen Riesenchance diesmal besser und drückte den Ball nach einem Freistoß per Kopf zum völlig über die Linie (90.+6).
Es ging in die Verlängerung. Da war zunächst Nürnberg besser im Spiel und hatte kurz vor dem Wechsel nach einer Ecke durch Kristian Mandic (105.+1) die Chance zur erneuten Führung. Der Kopfball ging jedoch knapp drüber. Bei Viktoria schienen die Kräfte etwas zu schwinden, Aktionen vor dem Nürnberger Tor waren nun Mangelware. Die beste hatte noch Niklas Jahn in der 114. Minute, zum Abschluss setzte Kilian Jakob einen Schuss von der Strafraumgrenze weit drüber.
Wie schon vor zehn Jahren, als sich beide Teams ebenfalls in der 1. Runde gegenüberstanden, musste das Elfmeterschießen die Entscheidung bringen. Der eingewechselte Pascal Fallmann scheiterte an FCN-Keeper Reichert, doch auf Nürnberger Seite jagten Giannis Masouras und Javier Fernandez den Ball in die Wolken. Niklas Swider hätte Köln als fünfter Schütze in die 2. Runde schießen können, doch auch ihm versagten die Nerven.
Fynn Otto für Nürnberg und „Club“-Leihgabe Maboulou für Köln verwandelten als sechste Schützen wieder, auch Can Moustafa traf für die Gäste. Niklas Jahn war es schließlich, der das Elfmeterschießen mit seinem Fehlschuss entschied. Und somit wiederholten sich die Ereignisse, denn auch vor zehn Jahren hatten die Franken im Elfmeterschießen das Glück auf ihrer Seite. Ein ganz bitterer Pokal-Nachmittag für die Viktoria.

