Wenige Wochen vor Frauen-WMImmer noch kein TV-Vertrag – ZDF reagiert auf Fifa-Vorwürfe

Lea Schüller lupft den Ball auf das Tor der Brasilianerinnen.

Das Freundschaftsspiel der DFB-Frauen zwischen Deutschland und Brasilien am 11. April 2023 sahen über 30.000 Fans im Stadion. Für die kommende Weltmeisterschaft steht eine Übertragung eines deutschen Senders immer noch nicht fest.

Für die Übertragung der Fußball-Weltmeisterschaft der Frauen in Australien und Neuseeland steht auch drei Monate vor Turnierbeginn noch kein Sender fest. Nun hat sich das ZDF zu den Vorwürfen der Fifa geäußert.

Die Fußball-Weltmeisterschaft der Frauen in Australien und Neuseeland rückt immer näher, doch die Fans der DFB-Frauen müssen weiter bangen.

Denn: Für das Turnier vom 20. Juli bis 20. August 2023 hat sich bisher kein deutscher Sender die Übertragungsrechte gesichert. Nun reagierte das ZDF erstmals auf die Vorwürfe der Fifa.

Übertragungsrechte für Frauen-WM 2023: ZDF reagiert auf Fifa-Vorwürfe

Das Ausschreibungsverfahren für die Übertragungsrechte „war bisher erfolglos, da es keine Angebote gab, die das größte Frauenfußballturnier der Welt in seinem wahren Wert anerkennen“, hieß es zuletzt von der Fifa. Mit anderen Worten: Der Weltverband will mehr Geld, als bisher aus Deutschland geboten wurde.

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Kann es sein, dass kein deutscher Fernsehsender die TV-Lieblinge des Vorjahres übertragen will? Die EM war ein Quoten-Hit: Die Live-Übertragung der ARD vom Finale zwischen Deutschland und England im Wembleystadion war mit 17,952 Millionen Zuschauerinnen und Zuschauern sogar die am meisten gesehene Fernsehsendung des gesamten Jahres.

Am Mittwoch (19. April 2023) hat sich erstmals auch das ZDF zu den Verhandlungen mit der Fifa und dem Interesse an der Übertragung geäußert. „Das ZDF setzt sich weiter dafür ein, die großartige Entwicklung des Frauenfußballs auch bei der Fifa-Frauen-Weltmeisterschaft in Australien und Neuseeland begleiten zu können“, erklärte der öffentlich-rechtliche Sender gegenüber „watson.de“.

„Die Angebote des ZDF für den Erwerb von Sportrechten orientieren sich unter anderem maßgeblich am Marktpreis für das jeweilige Sportrecht. Der Marktwert kann unter Umständen erheblich von der preislichen Erwartungshaltung der Rechtevermarkter abweichen“, so der Sender weiter.

Zweimal gab es den Titel

So schnitten die DFB-Frauen bei Weltmeisterschaften ab

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Die Fifa pokert indes weiter und teilte mit: „Wir können bestätigen, dass die Verhandlungen mit mehreren potenziellen Sendeanstalten für das Turnier fortgesetzt werden.“ Zudem macht der Verband noch ein bisschen Werbung und verweist auf die „beispiellose Popularität“ der WM 2019 in Frankreich „mit Rekordeinschaltquoten“.

Mitte März hatte Fifa-Boss Gianni Infantino (53) nach seiner Wiederwahl geklagt: „Die Rechteinhaber und Sponsoren müssen mehr tun.“ Er verwies auf die teils massiv niedrigeren Angebote dieser Partner für den Frauenfußball und kündigte zugleich an, die WM-Erfolgsprämien bis 2027 an die der Männer angleichen zu wollen. Das sei der „schwierigste“ Schritt auf dem Weg zum sogenannten „Equal Pay“, also der gleichen Entlohnung.

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Die öffentlichen Aussagen der Fifa zum Bieterprozess überraschen – der Zeitplan war von Beginn an sehr ungewöhnlich. Die Ausschreibung startete erst Mitte Januar, die Frist zur Abgabe von Angeboten endete am 14. Februar um 10 Uhr. Anders als bei den bisherigen Frauen-Weltmeisterschaften werden die TV-Rechte dieses Mal einzeln und nicht zusammen mit jenen der Männer-Turniere verkauft. Das Problem der Fifa scheint zu sein, dass außer ARD und ZDF niemand wirklich ernsthaft für den deutschen Markt mitgeboten hat.

Für Privatsender, die mit Werbeeinnahmen die Rechte bezahlen müssen, ist das Turnier durch die erwartet geringere Zuschauerzahl am Vormittag nicht sonderlich attraktiv. Wegen der Zeitverschiebung laufen die Übertragungen der deutschen Mannschaft in der Vorrunde gegen Marokko (10.30 Uhr), Kolumbien (11.30 Uhr) und Südkorea (12 Uhr) am Morgen – und andere Spiele noch viel früher. So bleibt die Übertragung auch genau drei Monate vor dem Start der Weltmeisterschaft weiter offen. (dpa/mn)