Bundesliga-Kommentar Polizei-Skandal am 1. Spieltag: Diese Szenen dürfen sich niemals wiederholen

Polizisten stehen vor dem Hauptbahnhof in Wolfsburg und beobachten Fans von Werder Bremen

Die Polizei in Wolfsburg überschritt mit dem Einsatz am Hauptbahnhof vor dem Bundesliga-Gastspiel von Werder Bremen am Samstag (6. August 2022) massiv ihre Kompetenzen.

Kaum hat die Fußball-Bundesliga begonnen, gibt es auch schon den ersten großen Fan-Ärger. Mit ihrem überzogenen Einsatz sorgt die Polizei Wolfsburg für Empörung, die Vereine sind daher jetzt in der Pflicht. Ein Kommentar.

„Fußballfans sind keine Verbrecher“, schallt es bei Fußballspielen von Kiel bis München regelmäßig aus Deutschlands Fankurven. Auch in Wolfsburg wurde der Schlachtruf schon angestimmt, bis zur dortigen Polizei ist die Feststellung in all den Jahren aber offenbar nicht vorgedrungen.

Der erste große Skandal der neuen Bundesliga-Saison hätte sich ansonsten leicht verhindern lassen. So aber boten sich schon am ersten Liga-Wochenende Szenen, für die die Bezeichnung skandalös tatsächlich die einzig zutreffende ist.

Polizei in Wolfsburg empört mit Einsatz bei Bremen-Spiel

Selten waren sich zwei gegnerische Vereine in der höchst kritischen Beurteilung eines groß angelegten Polizei-Einsatzes derart einig wie der VfL Wolfsburg und Werder Bremen, nachdem die Beamten in der Autostadt vor dem 2:2 am Samstag (6. August 2022) beim Saison-Auftakt ihre Kompetenzen massiv überschritten hatten.

Alles zum Thema Polizeimeldungen

Wer als Fan von Werder Bremen oder auch nur als Bürgerin oder Bürger der Hansestadt mit dem Zug in Wolfsburg ankam, dem wurde mit der Bewegungsfreiheit kurzerhand ein Grundrecht per monotoner Lautsprecher-Durchsage entzogen.

Die Ansage galt für den gesamten Gäste-Anhang, obwohl ein möglicher Anlass, etwa Krawalle bei der Anfahrt oder die Klassifizierung als Hochrisikospiel, nicht vorhanden waren.

Hier sehen Sie einen Teil des Einsatzes im Video:

Per Lautsprecher kündigte die Polizei ein Betretungsverbot für das gesamte Stadtgebiet an, lediglich der begleitete Marsch zum Stadion sei gestattet. Überflüssig zu erwähnen, dass die Einsatzkräfte sich Kontrollen vorbehielten und Hunderte Werder-Fans aus Protest umgehend die Heimreise antraten.

Polizei-Einsatz in Wolfsburg: Bundesliga-Klubs in der Pflicht

Die Wolfsburger Polizei, vor Gericht 2018 schon einmal für einen Einsatz gegen Bremer Fans abgewatscht, hat sich damit wie Berufskollegen in Ländern verhalten, denen Deutschland tunlichst nicht nacheifern sollte.

Eine „Blamage“, nannte es Wolfsburgs Jörg Schmadtke (58), Clemens Fritz (41) sprach in Bremen von einer „Frechheit“. Diesen Worten ist kaum etwas hinzuzufügen – außer der Appell an alle Profi-Klubs, auch künftig darauf zu pochen, dass sich derartige Szenen niemals wiederholen.

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