Lukas Podolski hat nach der WM-Blamage der deutschen Nationalelf wie gewohnt kein Blatt vor den Mund genommen und das DFB-Team schwer kritisiert.
„Keiner hilft dem anderen“Poldis harte DFB-Kritik – bei Klopp mahnt er zur Vorsicht

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Lukas Podolski hat die deutsche Nationalmannschaft nach dem frühen Ausscheiden bei der WM schwer kritisiert.
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Nach dem frühen Ausscheiden bei der WM 2026 übt Weltmeister Lukas Podolski schwere Kritik an der deutschen Nationalelf. Er erlebte eine Truppe ohne jeglichen Teamgeist, bei der kein Akteur die Initiative ergriff, wenn es brenzlig wurde. Sobald die Mannschaft hinten lag, hat sich laut ihm keiner gewehrt oder seine Mitspieler aufgebaut.
Dass Jürgen Klopp der neue Bundestrainer wird, hält Podolski zwar für „die richtige Lösung“, mahnt aber gleichzeitig zur Vorsicht, wie er in einem Interview mit „bild.de“ verriet.
Podolski fehlen echte „Typen“ in der Mannschaft
Im Gegensatz zu seiner Zeit in Dortmund und Liverpool kann sich Klopp die Akteure für seine Spielidee nicht einfach zusammenstellen. Der Kern des Teams wird bestehen bleiben, und auf manchen Positionen mangelt es der Nation seit Langem an absoluten Top-Leuten.
Dem Team mangelt es laut Podolski vor allem an der nötigen Härte und dem Biss. „Man muss auch mal ein wenig dreckig spielen, auf dem Platz darf es ruhig mal knallen“, verlangt Podolski. Er blickt auf seine eigene DFB-Karriere zurück, als es schon in den Übungseinheiten ordentlich gekracht hat. Eine solche Einstellung habe er bei der jetzigen Truppe schmerzlich vermisst.
Die Ursache dafür ist für ihn der Mangel an echten „Typen. Es übernimmt keiner Verantwortung. Man liegt hinten – und es rappelt sich keiner auf, keiner hilft dem anderen. Das ist keine Einheit bei der WM in Amerika gewesen, angefangen vom Trainer bis zur Mannschaft.“ In seiner aktiven Zeit ab 2006 sei das völlig anders gewesen. Damals erreichte die Elf bei jedem Wettbewerb mindestens das Halbfinale, weil der Teamgeist einfach passte.
Podolski hat eine deutliche Erklärung, warum es an solchen Persönlichkeiten mangelt: „Weil die Spieler heutzutage glattgebügelt werden.“ Es sei nicht mehr erwünscht, Kante zu zeigen oder eine eigene Meinung zu vertreten. Als leuchtendes Vorbild nennt er Antonio Rüdiger. Jener besitze die erforderliche „Galligkeit“ und könne auch mal „ein Drecksack sein, wenn es nötig ist“ – eine Qualität, die er bei Real Madrid unter Beweis stelle, für die er hierzulande aber oft Schelte einstecke.
Podolski stört sich außerdem an der Kritik von Experten an der robusten Spielweise von Mannschaften wie Argentinien oder Paraguay. Genau diese Einstellung habe diese Nationen im Wettbewerb weit getragen. Die DFB-Elf verfüge mit Jamal Musiala oder Florian Wirtz zwar über „super Fußballer“, aber für künftige Titelgewinne müsse man spielerische Klasse mit den klassischen deutschen Stärken kombinieren. Spanien habe bei der Weltmeisterschaft perfekt demonstriert, wie das funktioniert.
Die Ursachen der Misere liegen für den 41-Jährigen aber nicht nur beim Coach. Er verlangt grundlegende Reformen und neue Strukturen im DFB, damit langfristig etwas Erfolgreiches entstehen kann. Der Erfolg von Ländern wie Spanien, Argentinien oder Frankreich komme nicht von ungefähr. Dahinter stehe ein durchdachtes Konzept, das von der Nachwuchsförderung bis zur Formung von willensstarken Akteuren reicht. (red)
