Das war nicht im ZDF zu sehen Goretzka-Frust, Ordner-Wut und Stadionsprecher-Debatte

Leon Goretzka geht bei der Ehrenrunde in Mönchengladbach über den Platz.

Der Frust saß tief: Während die Mitspieler ihre Ehrenrunde nach dem Länderspiel gegen Italien (14. Juni 2022) drehen, war Leon Goretzka bedient.

Der fulminante Sieg der Nationalmannschaft gegen Italien hinterließ viele zufriedene Gesichter. Dennoch nahmen einige ein paar Frust-Momente mit aus dem Borussia-Park.

So schnell wie am Dienstag (14. Juni 2022) waren die Nationalspieler wohl selten geduscht und raus aus dem Stadion. „Schönen Urlaub“, hallte es dutzendfach durch die Katakomben des Borussia-Parks. Nach dem 5:2-Sieg gegen Italien dürfen auch die Auswahlspieler endlich an den Strand.

Der fulminante Sieg gegen den viermaligen Weltmeister begeisterte die Fans im ausverkauften Stadion und im Schnitt 8,92 Millionen am Fernseher. Doch nicht bei allen war die Laune nach der Tor-Party blendend. EXPRESS.de verrät, was die ZDF-Zuschauerinnen und -Zuschauer nicht sahen.

Trotz 5:2-Sieg: Leon Goretzka war Verlierer des Abends

Frust-Abgang: Leon Goretzka (27) war der erste deutsche Spieler, der nach der Partie die Kabine verließ. Frisch geduscht machte er sich im weißen Poloshirt mit seinem Rollkoffer und zwei Plastiktüten auf den Weg nach Hause. Der Bayern-Profi war einer der Verlierer des Abends. Ilkay Gündogan (31) spielte stark auf Goretzkas Position auf, für den Münchner reichte es nicht einmal mehr zur Einwechslung.

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Ob die Nicht-Berücksichtigung besprochen war, wurde Goretzka gefragt. „Nein“, zischte er knapp zurück. Ob er deshalb sauer sei? Wieder folgte ein knappes „Nein“, gefolgt von der Bemerkung: „Ist doch alles super. Wir haben gewonnen: 5:1 – oder war es 5:2?“ Keine Frage: Der Bayern-Star nahm eine gehörige Portion Frust mit in die Ferien.

Ordner-Stress: Viele Stadion-Besucherinnen und -Besucher hatten ihren Spaß, als in der 87. Minute drei Flitzer für eine Spiel-Unterbrechung sorgten. Zunächst rannte ein Fan auf den Platz, wurde von zwei Ordnern verfolgt, entwischte diesen aber unter dem Gejohle vieler Zuschauerinnen und Zuschauer durch flinke Haken immer wieder.

Zwei weitere Fans folgten ihm auf den Rasen. Der erste rannte zielstrebig auf Torhüter Manuel Neuer (36) zu, rutschte aber kurz vor diesem aus. Der dritte lief völlig ohne Verfolgung von Ordnern über das gesamte Feld und ließ sich hinter der Linie ins Tor der Italiener fallen. Was viele Fans als lustige Gaudi empfinden mögen, war jedoch ein großes Ärgernis für alle Verantwortlichen und ein durchaus gefährliches Zeichen. Das Ordner-Personal pampte sich jedenfalls lautstark in den Katakomben gegenseitig an und warf sich die Schuld für das Versagen zu.

Ein Flitzer rennt beim Länderspiel über den Platz.

In der 87. Minute liefen plötzlich drei Flitzer beim Länderspiel gegen Italien (14. Juni 2022) über das Feld.

Flick-Entschuldigung: 26 Spieler hatte Hansi Flick (57) für die Länderspiel-Wochen nach der Saison nominiert. Marco Reus (33) fiel erst wegen eines Infekts aus, zog sich dann einen Muskelfaserriss zu. Alle übrigen Feldspieler erhielten zumindest einen Kurz-Einsatz. Lediglich die beiden Ersatz-Keeper Kevin Trapp (31) und Oliver Baumann (32) blieben komplett auf der Ersatzbank.

„Es ist nicht einfach, wenn man einen Torwart wie Manuel Neuer vor sich hat. Er ist ein absoluter Weltklassetorhüter. Das gilt für die Torverteidigung, aber auch mit dem Ball. Er hat die Ruhe, Gelassenheit und die Qualität, die Pässe so zu spielen, dass der, der sie bekommt, damit etwas anfangen kann“, sagte der Bundestrainer. „Großen Respekt für Kevin und Oliver, wie sie sich im Team verhalten und im Training mit hoher Qualität und Professionalität gearbeitet haben.“

Wut-Ausbruch: Italiens Torhüter Gianluigi Donnarumma (23) legte sich nach dem Debakel für sein Team mit einer TV-Reporterin an. Diese hatte ihn auf seinen Patzer vor dem Treffer zum 0:5 angesprochen und dabei bemerkt, dass Donnarumma zuletzt häufiger Schwächen im Spielaufbau gezeigt habe. „Wer polemisch sein will, der soll polemisch sein“, sagte der Keeper.

„Es gibt nicht einen Schuldigen, sondern nur das Team. Wenn du mir die Schuld geben willst für den Fehler, dann mach das, kein Problem“, sagte der PSG-Profi und fügte an: „Ich denke, dass ihr alle wegen dieser Fehler etwas konstruieren wollt. Nun gut...“ Die RAI-Journalistin Tiziana Alla reagierte gelassen: „In diesem Beruf muss man eben Fragen stellen“.

Gladbachs Stadionsprecher reagiert auf Kritik via Twitter

Kritik am Stadionsprecher: Seit 2016 ist Oliver Forster (54) Stadionsprecher bei den Länderspielen. Gegen Italien fiel vielen vor dem TV plötzlich dessen Marktschreier-Art auf. Bei Twitter häufte sich die Kritik, weil der Sport-Kommentator aufgesetzt und überdreht ins Mirko brüllte.

Gladbachs Sprecher Torsten Knippertz (51) reagierte angesichts der zahlreichen Beschwerden und Anfragen ebenfalls im Netz. „Bevor noch jemand fragt: Ich war gestern NICHT Stadionsprecher im BORUSSIA PARK. Der DFB hat eigene“, schrieb er bei Twitter.

Verkehrs-Chaos: Mönchengladbach ist für die Nationalmannschaft ein gutes Pflaster. Im achten Heimspiel im Borussia-Park folgte der fünfte Sieg. Was jedoch keinesfalls Länderspiel-reif ist, ist die Verkehrssituation rund um die Arena. Viele Fans waren beim Anpfiff noch nicht im Stadion, die letzten Sitze füllten sich erst im Laufe der ersten Halbzeit. Nach der Partie ging auch über zwei Stunden nach Schlusspfiff kaum etwas. Niemand regelte den Verkehr, Hupkonzerte und lange Staus auf allen Straßen waren die Folge.

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