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„An vorderster Front gekämpft“Milan-Ultras mit emotionaler Corona-Choreo beim Derby

Auf der Choreo sind drei Personen zu sehen, die dem medizinischen Personal zugerechnet werden können. Sie halten eine Italien-Flagge.

Die Choreographie der Milan-Ultras beim Mailänder Derby gegen Inter am 7. November 2021.

Wenn es zum Derby zwischen dem AC Milan und Inter kommt, wird oftmals gestichelt und gehetzt. Diesmal stand das Duell aber unter dem Stern der Dankbarkeit.

von Julian Meiser (jm)

Mailand. Am Sonntagabend (7. November 2021) fand das brisante Mailänder Duell zwischen der AC Milan und Inter statt. Das 175. „Derby della Madonnina“ endete mit 1:1, im Fokus standen allerdings die Anhänger des Gastgebers – und zwar im positiven Sinne. Vor Spielbeginn zeigten die Milan-Fans im Giuseppe-Meazza eine große Choreographie, die sich über die gesamte Curva Sud (Deutsch für: Südkurve) erstreckte.

AC Mailand: Die wichtigste Choreo der Saison

Auf dem Oberrang war der Schriftzug „Milano non dimentica“ zu erkennen (Italienisch für: Mailand vergisst nicht). Im Mittelrang stand unteressen „Grazie“, was „danke“ bedeutet. Der Dank war allerdings nicht an einen ehemaligen Spieler oder einem langjährigen Vereinsfunktionär von Milan gerichtet, sondern ganz anderen Menschen.

Gewidmet war die große Chroreo, die von den Ultras selbst als „wichtigste Choreographie der Saison“ deklariert wurde, dem medizinischen Personal der Stadt, das sich in der Corona-Zeit einer Riesenbelastung ausgesetzt sah. Wo zunächst noch der Grazie-Schriftzug sowie ein Herz zu erkennen war, entfaltete sich nach wenigen Augenblicken ein großes Blockbanner.

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Darauf zu sehen: drei Personen in medizinischer Bekleidung und Masken im Gesicht. In ihren Händen: eine italienische Nationalflagge. „Wir ehren all diese Menschen“, war auf einem weiteren Transparent der Fans zu lesen.

Auf einem anderen Transparent stand: „An diejenigen, die an vorderster Front gekämpft haben, um die Nation zu retten.“

132.000 Corona-Tote in Italien

Das in Norditalien beheimatete Mailand war im Frühjahr 2020 besonders hart von der Pandemie betroffen. Die Intensivstationen waren damals stark überlastet, die Ärzte und Krankenpfleger mussten rund um die Uhr um die Patienten kämpfen. Das Leben in Mailand stand damals still, es bestand ein generelles Ausgehverbot für die Bürgerinnen. Selbst Spazierengehen oder Ausdauersport im Freien war nicht gestattet.

Insgesamt haben sich seit Beginn der Pandemie in Italien mehr als 4,8 Millionen Menschen mit Covid-19 angesteckt, über 132.000 Menschen sind an dem Corona-Virus gestorben. Auch ihrer wurde mit der Choreographie gedacht.

Lazio-Fans gegen Rassismus

Ebenfalls auf sich aufmerksam machten die Fans von Lazio Rom: In der Kurve des heimischen Stadio Olimpico präsentierten die Anhänger beim 3:0-Sieg gegen Salernitana (7. November 2021) ein Transparent, mit dem sie sich gegen Rassismus und Gewalt aussprachen.

Außergewöhnlich war das Anti-Rassismus-Banner deshalb, weil die Fans von Lazio einen umstrittenen Ruf genießen: Die Ultras der „Irriducibili“ bekannten sich in der Vergangenheit offen dazu, Rassisten und Faschisten zu sein, kokettierten mit dem italienischen Faschismus unter Benito Mussolini. Mittlerweile hat sich die Ultra-Gruppe aber offiziell aufgelöst.

Dennoch kam es bereits in der der aktuell laufenden Saison zu rassistischen Sprechchören seitens der Laziali. Diese richteten sich sich gegen Milans Tiémoué Bakayoko (27). Gleichsam forderten die Lazio-Anhänger mit ihren Spruchbändern beim Spiel gegen Salernitana eine strikte Trennung von Politik und Fußball.