WM-Aus vom Elfmeterpunkt: Deutschland ist gegen Paraguay im Sechzehntelfinale gescheitert. Ein kurzer Kamera-Schwenk beim Showdown vom Punkt warf dabei Fragen auf.
Angst im Elfmeter-Krimi?TV-Bild wirft Fragen zu Deutschland-Star auf

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Die Enttäuschung nach dem frühen WM-Aus der DFB-Auswahl ist gewaltig, nur in einem waren sich Spieler, Bundestrainer und Experten einig: Keinem der drei deutschen Elfmeter-Fehlschützen gegen Paraguay war ein Vorwurf zu machen.
Gegen 1.30 Uhr in der Nacht zu Dienstag (30. Juni 2026) war das Ausscheiden im Sechzehntelfinale der Weltmeisterschaft besiegelt, weil in Kai Havertz (27), Nick Woltemade (24) und Jonathan Tah (30) drei von sechs Spielern ihre Elfmeter nicht im Tor unterbrachten. Ein kurzer TV-Moment während des Showdowns warf allerdings auch Fragen auf.
Kimmich sortiert die deutschen Elfmeter-Schützen
Nach den ersten beiden vergebenen Elfmetern stand Deutschland schon mit dem Rücken zur Wand, der erste Paraguay-Fehlschuss ließ noch einmal Hoffnungen aufkeimen. Nach dem Jubel im Mittelkreis ging Kapitän Joshua Kimmich (31) die einzelnen Spieler durch und legte mit dem Team die weitere Reihenfolge der Schützen fest.
Sogar die Worte des Spielführers, der seinen Versuch als zweiter deutscher Schütze souverän versenkt hatte, waren durch das an der Spidercam angebrachte Mikrofon zu hören.
„Nene acht?“, fragte Kimmich zunächst und legte dann den nickenden Nathaniel Brown (23) als potenziellen achten deutschen Schützen fest. Kimmich richtete sich dann aber noch einmal an Leon Goretzka (31), fragte: „Oder Leon, du?“
Vom Routinier, der trotz seiner Reservistenrolle als einer der Führungsspieler im Team gilt, kam allerdings keinerlei Signal der Bereitschaft. Goretzka pustete kurz die Backen auf, schien mit dem Kopf eher abzuwiegeln.

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Joshua Kimmich bei der Sortierung der deutschen Schützen im Elfmeterschießen.
So fasste es auch Kimmich auf, der nach kurzer Pause schließlich mit dem Finger auf seinen bisherigen Klub-Kollegen beim FC Bayern zeigte und ihn mit einem klaren „neun!“ hinter den Linksverteidiger einsortierte. Anschließend versah er noch Waldemar Anton (29) mit der „Startnummer“ zehn.
Auch wenn Goretzka in seiner Karriere nicht gerade als großer Elfmeter-Experte gilt und als Profi nur einmal (2017 mit einem Tor für Schalke) antrat, warf seine Rolle als Drittletzter im Schützen-Ranking Fragen auf. Hätte sich Goretzka den Elfmeter zutrauen müssen? Und wäre er weiter vorne nicht eigentlich besser aufgehoben gewesen?
Innenverteidiger Tah, der zum sechsten und damit letzten deutschen Elfmeter angetreten war, stand in seiner Laufbahn schließlich nie zuvor am Punkt. Selbiges galt für den noch recht unerfahrenen Brown, der gegen Paraguay zudem erst sein achtes Länderspiel bestritt. Und Nick Woltemade trat nach einer schwachen Rückrunde in England und in der Gruppenphase komplett ohne WM-Spielminute auch nicht gerade mit Selbstvertrauen an.
Unklar blieb allerdings auch nach dem Spiel, warum genau sich Goretzka nicht für einen Elfmeter bereit gefühlt hatte. Im Herbst vergangenen Jahres hatte er selbst noch von seiner Führungsrolle gesprochen und klargestellt, er wolle die „vielen jungen Spieler“ in der DFB-Auswahl „ins Boot holen, ihnen etwas mitgeben und vorangehen“.
