Der eigene Klub im Finale um den Pokal: Für viele Fans ist es das Größte. Wer gleichzeitig aber auch Fußball-Profi ist, kann da schon in die Bredouille kommen. Ein Spieler aus Spanien hat das jetzt schmerzvoll erfahren.
Fußballer gefeuertLieblings-Klub im Pokalfinale: Profi erfindet fatale Ausrede für Stadion-Besuch

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Im spanischen Pokalfinale holte sich Real Betis mit Kapitän Joaquín am 23. April 2022 den Pott. Einem Drittliga-Profi wurde seine Final-Reise zum Verhängnis.
Ob es das wert war? Ein spanischer Fußball-Profi hat den wohl schönsten Stadionbesuch seines Lebens mit dem Rauswurf bei seinem aktuellen Arbeitgeber bezahlen müssen. Er hatte seine Leidenschaft für einen anderen Verein über seine Pflichten als Drittliga-Spieler gestellt.
Nachdem rauskam, dass er sich auf perfide Art und Weise vor einer Auswärtsfahrt gedrückt hatte, wurde er mitten in der entscheidenden Saisonphase fristlos entlassen.
Drittliga-Profi setzt für Pokalfinale in Spanien Prioritäten
Es gab Zeiten, da duellierten sich Deportivo La Coruña und Real Betis Jahr für Jahr in Spaniens Fußball-Oberhaus. Inzwischen liegen Welten zwischen beiden Vereinen, konkret ein Zwei-Klassen-Unterschied, der Mittelfeldspieler Juan Carlos Menudo (30) jetzt noch einmal schmerzlich bewusst wurde.

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Juan Carlos Menudo bei einem Einsatz für den spanischen Fußball-Drittligisten Deportivo La Coruña.
Der Spielgestalter von Deportivo, in Liga drei aktuell auf Aufstiegskurs, wollte das Pokalfinale von Real Betis gegen den FC Valencia (6:5 n.E.) am 23. April 2022 unbedingt im Stadion erleben. Weil die Primera División RFEF, Spaniens 3. Liga, zu dieser Zeit allerdings nicht pausierte, musste er Prioritäten setzen, wie unter anderem „El País“ berichtete.
Das sah wie folgt aus: Um dem Auswärtsspiel bei CF Talavera zu entgehen, täuschte Menudo eine Corona-Erkrankung vor, isolierte sich freiwillig von der Mannschaft und düste ins knapp 1000 Kilometer entfernte Sevilla, wo im Heim-Stadion von Betis das Pokal-Endspiel anstand. Während sein Arbeitgeber sich am nächsten Morgen ohne ihn zu einem 1:1 beim Abstiegskandidaten quälte, holte Menudos Herzens-Verein im Elfmeterschießen den Pott. Plan aufgegangen? Nicht wirklich.
Deportivo La Coruña feuert Profi nach vorgetäuschter Corona-Erkrankung
Der Edel-Fan blieb bei den Feierlichkeiten nicht unentdeckt, diese Info schwappte bis nach La Coruña. Auch das anfängliche Leugnen der eindeutigen Vorwürfe brachte nichts, Menudos bis 2023 laufender Vertrag wurde mit sofortiger Wirkung aufgelöst. Sportlich hatte er schon zuvor kaum mehr eine Rolle gespielt, er kam in der gesamten Saison nur auf elf Ligaspiele und weniger als 250 Einsatz-Minuten.
„Die sportliche Führung hat mir mitgeteilt, dass der Verein nach den Geschehnissen eine Entscheidung getroffen hat, die auf den Werten des Klubs beruhen“, so die blumige Entlassungs-Begründung von Trainer Borja Jiménez (37), der sich als einziger Beteiligter zu den Vorfällen äußerte.
Juan Carlos Menudo zeigte in den sozialen Netzwerken nur bedingte Einsicht, versah diverse vereinskritische Kommentare mit „Gefällt mir“-Klicks. Mit der ungewissen sportlichen Zukunft dürfte seine Freude über den ersten Pokalsieg seit 2005 allerdings einen erheblichen Dämpfer erlitten haben. (bc)

