Fenerbahce-Star im Fokus Mesut Özil im Frankfurter Bierbecher-Hagel

Mesut Ozil jubelt, nachdem er Fenerbahce in Führung gebracht hat.

Mesut Özil jubelt über sein Führungstor für Fenerbahce Istanbul am 16. September 2021 im Europa League-Spiel gegen Eintracht Frankfurt.

Mesut Özil schlug bei seiner Rückkehr nach Deutschland vor allem Wut und Hass entgegen. Doch der Profi von Fenerbahce Istanbul antwortete auf seine Weise, brachte seine Mannschaft mit einem Tor in Führung. Am Ende trotzen die Türken Eintracht Frankfurt ein 1:1 ab.

Frankfurt. Die fliegenden Bierbecher, die lauten Pfiffe oder sein erlösendes Tor - all das rührte Mesut Özil bei der emotional aufgeladenen Rückkehr nach Deutschland scheinbar nur wenig. Es sei „noch mehr möglich“ gewesen, aber trotzdem „ein entscheidender Punkt“, lautete die nüchterne Analyse des Rio-Weltmeisters nach dem 1:1 (1:1) von Fenerbahce Istanbul bei Eintracht Frankfurt am Donnerstagabend (16. September 2021).

Mesut Özil erstmals wieder in Deutschland

Die Blicke hatten sich zwangsläufig auf jenen Mann gerichtet, der nach einem viel diskutierten Foto, dem historischen Vorrunden-Aus bei der WM 2018 und hässlichen rassistischen Anfeindungen aus der Nationalmannschaft zurückgetreten war. Im ersten Pflichtspiel in Deutschland seit dreieinhalb Jahren schlugen Özil vor allem Abneigung und Wut entgegen.

Dass der Offensivstar ausgerechnet bei seiner Rückkehr traf (10.), im ersten Durchgang mehrmals an gefährlichen Aktionen beteiligt war und die Eintracht damit lange ärgerte, trug kaum zu einer Beruhigung bei. Je länger die Partie dauerte, desto mehr lief das Spiel allerdings an Özil vorbei.

Bierbecher flogen auf Mesut Özil bei Eintracht Frankfurt

Ein letztes Pfeifkonzert schenkten ihm die Frankfurter Fans bei der Auswechslung in der 77. Minute. Schon bei den Aufstellungen hatten die deutschen Fans gepfiffen, als Özils Name vorgelesen wurde. Bei seinen Ecken vor der Eintracht-Kurve flogen Bierbecher, die Anhänger brüllten gar den 32-Jährigen nieder.

Ein Becher fliegt an Istanbuls Mesut Özil vorbei.

Ein Bierbecher fliegt aus dem Zuschauerbereich von Eintracht Frankfurt Richtung Mesut Özil (Fenerbahce Istanbul)

Dabei ist Özil inzwischen auf Versöhnungskurs. Dem einstigen Bundestrainer Joachim Löw hatte er jüngst erneut ein Treffen angeboten, nach Abpfiff plauderte er lange mit Erik Durm.

„Wir hatten eine sehr schöne Zeit zusammen, das wird man nie vergessen“, sagte der Frankfurter Durm. „Mesut“, mit dem er 2014 den WM-Titel geholt hatte, sei „ein super Junge“.

Bei Fenerbahce hoffen sie noch immer, dass Özil endlich die Erwartungen erfüllt und an die Leistungen vergangener Tag anknüpft. Der riesige Hype um seine Verpflichtung ist vorerst abgeklungen - doch der Abend in Frankfurt war sportlich ein kleiner Lichtblick.

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