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„Nicht in die Hose machen!“Fortuna-Neuzugang Müller mahnt zur Ruhe

Andreas Müller steht auf dem Rasen und blickt zur Seite. Er trägt ein rot-weißes Trikot von Fortuna Düsseldorf.

Copyright: IMAGO/DeFodi Images

Am 2. Spieltag gegen die TSG Hoffenheim II feierte Andreas Müller sein Debüt für Fortuna Düsseldorf.

Fortuna Düsseldorf steht nach dem Horror-Start mit drei Niederlagen in Serie unter Druck. Neuzugang Andreas Müller kennt diese Situation aus seiner Karriere und verfällt deswegen nicht in Panik.

Obwohl sich die Verantwortlichen der Fortuna nach dem katastrophalen Abstieg für den Neuanfang in der 3. Liga viel vorgenommen hatten, steht die Mannschaft von Trainer Alexander Ende (46) auf dem 18. Tabellenplatz. Auch drei Wochen nach dem Auftakt warten die Rot-Weißen weiter auf das erste Erfolgserlebnis der neuen Saison.

Deswegen soll am Freitag (28. August, 19 Uhr) gegen die Reserve des VfB Stuttgart endlich der erste Sieg her. Der Druck ist schon zu Saisonbeginn groß, doch genau einer strahlt Gelassenheit aus: Mittelfeldspieler Andreas Müller (26).

Andreas Müller: „Da muss man einfach Ruhe bewahren“

Der Neuzugang aus Karlsruhe hat keine Panik: „Wir sind Fortuna Düsseldorf, da hat man generell immer einen gewissen Druck, weil das ein riesiger Verein ist. Sich da beeindrucken zu lassen, wäre falsch. Wir wissen, welche Verantwortung wir haben, es bringt aber auch nichts, sich in die Hose zu machen.“

Sein großer Trumpf in der brenzligen Lage ist die Erfahrung. Eine ziemlich ähnliche Situation erlebte der Balleroberer vor ein paar Jahren. „Ich war damals in der 3. Liga in Magdeburg. Wir waren lange unten drin. Auch bei einem großen Verein mit großen Erwartungen, wo du den Druck immer spürst“, erklärte Müller zum Start in die Trainingswoche.

Weiter führte er aus: „Wir sind damals zusammengestanden und jeder ist sich der Aufgabe bewusst geworden. So eine ähnliche Situation kenne ich also. Da muss man einfach Ruhe bewahren und sich auf seine Stärken besinnen. Dann kommt das von ganz allein.“

Mit dem FCM erlebte der Abräumer damals einen schweren Saisonstart. Erst unter dem neuen Trainer Christian Titz (55) konnte sich die Mannschaft in der Rückrunde aus dem Keller befreien und landete schließlich auf einem sicheren 11. Platz.

So lange sollte es bei der Fortuna bis zum Turnaround nicht dauern. Müller geht realistisch an die Herausforderung ran: „Wir können in der 3. Liga nicht erwarten, dass wir jeden Gegner mit 80 Prozent Ballbesitz an die Wand spielen und mit 6:0 gewinnen.“

Mit seinen Qualitäten will er das Team aber aufs nächste Level bringen: „Da gehört unfassbar viel Arbeit gegen den Ball dazu. Das ist sehr anstrengend, aber nur über diese Basis kommt man dahin. Da kann ich dem Team gut helfen.“ Müller sieht sich als potenziellen Problemlöser in der Zentrale.

Konkurrenzkampf im Mittelfeld soll der Mannschaft helfen

Genau dort ist die Konkurrenz in der Mannschaft am größten. Gleich acht Akteure kämpfen um die begrenzten Positionen in der Startaufstellung. Das sieht der Neuzugang allerdings nicht als Nachteil: „Im Fußball lebt man immer von der Konkurrenz. Das gehört einfach dazu. Für das große Ganze muss jeder sein Ego zurückschrauben und sich trotzdem seiner Verantwortung bewusst sein. Einfach immer alles reinhauen, egal ob man spielt oder nicht.“

Auch welche Jungs neben ihm spielen, spielt grundsätzlich keine Rolle: „Das ist kein Wunschkonzert. Wünschen würde man sich wahrscheinlich, dass man bei Barcelona spielt. Realität und Wünsche sind im Fußball aber oft weit auseinander. Es ist egal, wer spielt, ob der Spieler 17, 27 oder 37 ist. Am Ende zählt der mannschaftliche Erfolg.“

Diesen Erfolg muss die Mannschaft am Freitag vor heimischem Publikum erzwingen. Dabei muss die Ende-Elf ein gänzlich anderes Gesicht zeigen als noch vor zwei Wochen gegen Hoffenheim II. Der Blick richtet sich für Müller deswegen auf die positiven Aspekte aus dem Pokalspiel: „Die Basis wird die Gleiche sein wie gegen Freiburg. Wenig Abstände in der Defensive, damit da wenig passiert. Wenn du hinten stabil stehst in der 3. Liga und die Null hältst, dann haben wir vorn so viel Qualität, dass das Pendel dann wieder umschlägt.“

Dafür darf sich die Fortuna allerdings auch keine Phasen, wie ab der 70. Minute gegen Freiburg erlauben. Der Stuttgarter Nachwuchs reist zwar nicht mit der gleichen fußballerischen Qualität in die Landeshauptstadt, trotzdem wird auch von den Schwaben jeder Fehler bestraft. Keine Panik, keine Ausreden, keine Geschenke: Müllers Rezept für Fortuna ist simpel. Jetzt muss die Mannschaft es nur noch auf dem Platz umsetzen.

Igor Matanović (oben l, SC Freiburg) erzielt das Tor zum 0:2.
Überraschung bleibt aus
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