Mega-Aufregung bei der WM! Ein Sponsor steht im Fokus deutscher Ermittler. Der Vorwurf: verbotenes Glücksspiel.
Ärger um SponsorFifa mit illegaler WM-Werbung? Jetzt ermitteln deutsche Ämter
Dicke Luft beim größten Fußballturnier der Welt! Nun mischen sich sogar offizielle Stellen aus Deutschland ein. Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) hat eine formelle Untersuchung gegen den Fifa-Partner ADI Predictstreet gestartet.
Im Kern der Untersuchung geht es um eine heikle Angelegenheit: Veranstaltet die Firma hierzulande verbotenes Glücksspiel? Und könnte die Reklame während der WM-Spiele im deutschen TV deshalb unzulässig sein?
Unternehmen wehrt sich gegen Vorwürfe
Nach Auskunft der GGL besitzt die Firma keine Lizenz für Glücksspiel in Deutschland. Diese ist aber zwingend nötig für Werbung in der Bundesrepublik, weil ausschließlich Anbieter werben dürfen, die auf der offiziellen „Whitelist“ stehen. Das berichtet „bild.de“.
Obwohl die Genehmigung fehlt, ist ADI Predictstreet bei der Weltmeisterschaft überall präsent. Das Firmenzeichen prangt auf den Werbebannern in den Arenen und ist auch bei Gesprächen mit der Presse und Konferenzen dauerhaft sichtbar.
Ein Firmensprecher wies laut „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ (RND) sämtliche Anschuldigungen von sich und betonte, dass kein Rechtsbruch bestehe. Man würde keine Marketingmaßnahmen durchführen, die sich gezielt an Deutschland richten. Von der Fifa gibt es dazu nichts – der Verband schweigt zu wiederholten Nachfragen.
Was die Sache noch pikanter macht: die Herkunft des Geldgebers. ADI Predictstreet soll Verbindungen zur Herrscherfamilie von Abu Dhabi haben und einen sogenannten Prognosemarkt führen. Das ist eine kontroverse, neuartige Art von Wetten, bei der man auf praktisch jedes quantifizierbare Ereignis setzen kann.
Die Vereinbarung mit der Fifa ist sowieso schon fragwürdig. Das norwegische Rechercheportal „Josimar“ meldete schon vor einiger Zeit, dass der Sponsorenvertrag über 150 Millionen US-Dollar unterzeichnet wurde, als die Firma erst seit zwei Wochen existierte. Damals gab es dem Bericht zufolge noch keine fertigen Produkte für den Markt, für die man hätte werben können.
Dabei hatte die Fifa die Kooperation seinerzeit noch stark angepriesen. Der Weltverband ließ verlauten, Fans könnten über die Plattform des Partners „an dynamischen Tipperlebnissen teilnehmen“. Verbandspräsident Gianni Infantino sagte hierzu: „Die Fifa setzt alles daran, das Fanerlebnis kontinuierlich zu verbessern und Innovationen zu fördern, die den Fußball noch näher zu den Fans bringen.“ (red)
