Schlimme Szenen nach Abstieg Schalke-Fans schlagen und jagen eigene Spieler

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Mark Uth sitzt frustriert auf dem Rasen der Bielefelder Alm. Gegen den Ex-Kölner richtete sich unter anderem die Wut der Anhänger.

Gelsenkirchen – Als der Abstieg besiegelt war, brannten bei einigen Anhängern die Sicherungen durch. In der Nacht nach dem endgültigen Gang in die zweite Liga kam es bei der Ankunft der Schalker Mannschaft an der Veltins-Arena zu schlimmen Szenen. Einzelne Fans sollen Spieler und Verantwortliche geschlagen haben, die Polizei ermittelt nun.

  • Vierter Abstieg des FC Schalke 04
  • Fans gehen auf Spieler an der Veltins-Arena los
  • Polizei und Verein ermitteln nach Vorfällen

Gegen 1.30 Uhr erreichte die Mannschaft des FC Schalke am Mittwoch (21. April) nach der 0:1-Niederlage in Bielefeld das heimische Stadion. Dort warteten bereits 500 bis 600 aufgebrachte S04-Anhänger. Aber auch Dortmunder und Essener Fans hatten sich auf den Weg gemacht, um Pyrotechnik und Feuerwerk aus Schadenfreude über den Abstieg des Rivalen zu zünden.

FC Schalke: „Es wurden Grenzen überschritten“

Beim Aufeinandertreffen zwischen den königsblauen Spielern und den aufgebrachten Anhängern vor der Nordkurve wurde laut Polizeimeldung mit Eiern geworfen, außerdem wurden die Profis verbal attackiert, zwei zudem getreten. In einem Handy-Video ist zu sehen, wie sich Personen in hohem Tempo vom Mannschaftsbus entfernen - es waren Jagd-Szenen. Immer wieder ist zu hören, wie Mark Uth (29) dabei beschimpft wird.

Faustschlag gegen Grammozis, Verfolgung von Serdar

Nach EXPRESS-Informationen wurden mehrere Autos der Schalker Spieler demoliert und umgeworfen. Trainer Dimitrios Grammozis (42) soll einen Faustschlag ins Gesicht abbekommen haben. Auf einen am Boden liegenden Physio wurde angeblich wild eingetreten. Suat Serdar (24) wurde von zwei Autos bis vor seine Wohnungstür verfolgt. Die Randalierer lauerten dem Mittelfeldspieler vor der Wohnungstür auf.

„Der Wachdienst war mit über 200 Leuten vor Ort. Trotzdem eskalierte die Situation total. Selbst Gerald Asamoah wurde geschlagen“, erzählte ein Augenzeuge EXPRESS. „Die Polizei kam viel zu spät.“

Serdar-Abstieg

Schalkes Suat Serdar wurde nach der Flucht von der Arena von Hooligans vor seiner Haustür aufgelauert.

Die Spieler seien laut Polizei mit „massiven Aggressionen“ konfrontiert gewesen. „Es sind Spieler weggerannt“, sagte ein Polizeisprecher. Das Video, auf dem eine entsprechende Fluchtszene zu sehen ist, sei der Polizei bekannt. Es könne nicht gesagt werden, wer darauf zu sehen sei, so der Sprecher.

Fans warfen Eier und beschimpften Mark Uth

Ernsthaft verletzt wurde niemand, es gab auch keine Festnahmen. Die Polizei war mit einer Hundertschaft vor Ort und konnte weitere Eskalationen vermeiden. Im Anschluss an den Zusammenstoß entfernten sich die Fans aus dem Stadionumfeld. Die Polizei leitete Straf- und Ordnungswidrigkeitenverfahren ein, die Ermittlungen dauern an. Das Training am Mittwoch wurde abgesagt.

„Am frühen Mittwochmorgen hat es an der Arena einen kurzfristig zustande gekommenen Austausch zwischen Profi-Mannschaft und Fangruppierungen gegeben“, teilte der Verein mit. „Im Rahmen dessen wurden von einzelnen Personen Grenzen überschritten, die für den S04 nicht verhandelbar sind“.

Polizei und Verein ermitteln nach Vorfällen an der Veltins-Arena

Der Revierklub teilte ferner mit: „Bei allem verständlichen Frust und aller nachvollziehbaren Wut über den Abstieg in die 2. Bundesliga: Der Verein wird es niemals akzeptieren, wenn die körperliche Unversehrtheit seiner Spieler und Mitarbeiter gefährdet wird. Genau das ist in der vergangenen Nacht aber durch die Handlungen von Einzelpersonen geschehen“, hieß es in einem Statement.

Veltins-Arena

Nach dem Abstieg wurde an der Schalker Veltins-Arena Feuerwerk gezündet. Dies war jedoch wohl eine Aktion von Dortmundern.

Die Grenzen hätten einzelne und bislang „nicht zuzuordnende Personen“ überschritten. Dieses Verhalten verurteile der Klub „aufs Schärfste und stellt sich selbstverständlich vor seine Mitarbeiter“. Die Aufarbeitung des Vorfalls habe begonnen. Die Polizei versucht nun, die Täter zu ermitteln. Weitere Kommentare dazu solle es seitens des FC Schalke bis zur Aufklärung nicht geben.

Schalke hatte am Dienstagabend 0:1 bei Arminia Bielefeld verloren - diese Niederlage besiegelte den vierten Abstieg aus der Bundesliga. Nach der Partie war die Mannschaft mit zwei Bussen zurück nach Gelsenkirchen gefahren. Unterwegs erfuhren die Verantwortlichen, dass sie von Fangruppen auf dem Arenaring, der rund um das Stadion führt, erwartet würden.

Peter Neururer entsetzt: Hat mit Schalke nichts zu tun

Der frühere Schalke-Coach Peter Neururer (65) hat sich schockiert über die Vorfälle geäußert. „Das hat mit Schalke 04 nichts zu tun“, sagte er. Dass die Mannschaft „von irgendwelchen Leuten attackiert wird“, sei die „Krönung des Ganzen“. Er nannte die Situation „erschreckend“.

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