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Bundesliga wieder mit Zuschauern? DFL hat schon ein 40-Seiten-Konzept

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Alexander Wehrle ist Finanzboss des 1. FC Köln und DFL-Präsidiumsmitglied.

Köln/Frankfurt – Keine Stimmung, wegbrechende Einnahmen: Die Geisterspiele in der Bundesliga sind derzeit ein notwendiges Übel, dauerhaft aber können die Klubs ohne volle Arenen nicht wirtschaftlich arbeiten. Hinter den Kulissen hat die „Taskforce Sportmedizin“ bereits einen ersten Plan für Lockerungen in der neuen Saison erarbeitet, der Fans und Klubs hoffen lässt.

Mittelfristig werden nur Vereine überleben, die finanziell so gesund aufgestellt sind wie der FC Bayern“, unkte zuletzt Ex-Präsident Uli Hoeneß (68). Dabei weiß er genau: Das ist kaum jemand. Und so kämpft die Liga um ihre Kulisse. Bereits jetzt steht ein 40-seitiger Entwurf.

DFL hofft auf Zuschauer in der neuen Bundesliga-Saison

„Ich bin zuversichtlich, dass schon im Herbst die Stadien schon wieder teilweise mit Zuschauern gefüllt sein können“, sagt Finanzchef Alexander Wehrle (45) vom 1. FC Köln. Die DFL will daher zum geplanten Saisonstart am 11. September eine Anpassung der Regeln „an die zwischenzeitlichen Entwicklungen in der Gesamtgesellschaft“ vornehmen.

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Kölns Finanzboss Alexander Wehrle hofft, dass in der neuen Bundesliga-Saison wieder Zuschauer in die Stadien dürfen.

Doch es gibt auch skeptische Stimmen. Frankfurts Sportboss Fredi Bobic (48) etwa sagte bei „Sky90“: „Ich bin da realistisch: Die Hürden sind sehr hoch.“ Kein Wunder: Spiele wie die Champions-League-Partie zwischen Bergamo und Valencia, als am 19. Februar Tausende Menschen in überfüllten U-Bahnen zum Stadion San Siro fuhren, gelten teilweise als Superspreader-Ereignisse. Solche Szenarien dürfen sich nicht wiederholen.

Horst Seehofer: „Nach und nach wieder Publikum zulassen“

Die DFL will nun mit dem neuen Konzept dafür sorgen, dass zumindest ein Teil der Zuschauer zurück ins Stadion kann. Selbst die Fan-Vereinigung „Unsere Kurve“ hat inzwischen akzeptiert, dass volle Arenen vorerst ein Wunschtraum bleiben.

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Und auch die Unterstützung der Politik ist bereits sicher. „Ich habe schon die Zuversicht im Herzen, dass wir in der neuen Saison nach und nach wieder Publikum zulassen können“, sagte Bundesinnenminister Horst Seehofer (70).

Tracking-App für alle Stadion-Besucher

Die von SAP und der Telekom programmierte Corona-App wird am 32. und 33. Spieltag massiv in den Stadien der Liga beworben. Eine Installation des Programms dürfte Voraussetzung für den Stadionbesuch sein. Wer mit einer infizierten Person im Stadion in Kontakt kommt, müsste dann gegebenenfalls in Quarantäne.

Abstände auf der Tribüne müssen eingehalten werden

Die Taskforce hat Studien erstellt, wie die Zuschauer zueinander sitzen dürfen. Damit es vor den Eingangsbereichen nicht zu Staus kommt, sollen die Fans zu unterschiedlichen Zeiten anreisen – und dürfen dann auch nur in einer bestimmten Zeitspanne ins Stadion. Sektoren dürften noch konsequenter getrennt werden, um eine Durchmischung des Publikums zu vermeiden.

Unterdessen ist geplant, dass wieder mehr Journalisten und auch Vereins-Delegierte bei den Spielen dabei sein dürfen.

Zuschauer bei Bundesliga-Spielen: Maske oder Visier?

Bislang ist bei den Geisterspielen für alle das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes verpflichtend. Da das stundenlange Maske-Tragen aber einerseits anstrengend und nach Durchfeuchtung auch wenig schützend ist, hat das DFL-Konzept auch eine Alternative parat: Diskutiert wird, jedem Zuschauer ein Plastikvisier zur Verfügung zu stellen. Diese könnten hinterher desinfiziert und wiederverwendet werden.

Die Ersatzspieler und die Team-Offiziellen könnten derweil komplett von der Maskenpflicht entbunden werden – wenn sie den Mindestabstand einhalten. Bayer-Sportboss Rudi Völler (60) etwa meinte in der „Bild“, es sei „schwer nachvollziehbar, dass Menschen in Cafes ohne Mundschutz ihren Cappuccino trinken dürfen, während unsere Co-Trainer, die Ersatzspieler und wir Offiziellen auf der Tribüne mit großem Abstand und an der frischen Luft noch eine Maske tragen müssen.“ Paderborns Coach Steffen Baumgart (48) sagte: „Wir haben Kameraleute, die mit Maske arbeiten, bei denen im Umkreis von 30 Metern keiner rumsteht.“

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Was von all den Plänen umgesetzt wird, darüber muss letztlich die DFL-Vollversammlung in Zusammenarbeit mit der Politik und den Gesundheitsämtern entscheiden. DFL-Präsidiumsmitglied Wehrle betont: „Wasserstandsmeldungen bringen nicht viel. Wichtig ist, dass wir ein bundesweit einheitliches Vorgehen haben!“

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