Brust wird frei Aber wie soll Gladbach in Corona-Krise einen Trikot-Sponsor finden?

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Florian Kainz (1. FC Köln) im Duell mit Marcus Thuram (Borussia Mönchengladbach)

Mönchengladbach – Es ist das Schreckens-Bild eines jeden Klubs im Business Bundesliga: Die blanke Profi-Brust. Sprich: Keinen Hauptsponsor gefunden zu haben, der gutes Geld dafür bezahlt, dass sein Firmenname samt Logo auf den Trikots eines Erstligisten prangt.

Ein Szenario, das nun ausgerechnet der Gladbacher Borussia drohen könnte. Im Juni läuft der Vertrag mit dem bisherigen Partner Postbank aus. Die Hausbank der deutschen Post mit ihrer Zentrale in Bonn steigt aus im Fohlen-Stall. Sparkurs hieß es als Begründung, als das Ende der Partnerschaft, die 2009 ihren Anfang genommen hatte, im August 2019 durchsickerte.

Borussia Mönchengladbach sucht Trikot-Sponsor

Seither sucht Borussia nach einem neuen Sponsor-Namen für die Leibchen der Spieler. Guido Uhle, Borussias Prokurist und Direktor Sponsoring, sagte damals: „Es ist unser klares Ziel, einen Partner zu finden, der zur Philosophie und den Werten passt, für die Borussia steht, und der an einer langfristigen und nachhaltigen Partnerschaft interessiert ist.“

Diese Partner-Suche entpuppt sich acht Monate später als hochgradig kompliziert. Uhle hat noch nichts am Haken, verkündet ist zumindest noch nichts. Was nicht verwundern sollte. Denn ein schlechteres Timing bei der Suche nach neuen Geldgebern kann es wohl nicht geben.

Höhere Gewalt kommt Borussia Mönchengladbach in die Quere

Der Faktor höhere Gewalt hat alles auf den Kopf gestellt. Die aktuelle Coronavirus-Krise stellt eine globale, soziale und wirtschaftliche Zäsur dar. Zahlreichen Unternehmen droht der finanzielle Kollaps, sie müssen teilweise ganz schließen, weil Aufträge ausbleiben. Mitarbeiter sind in Kurzarbeit. Kontaktverbote gelten.

Selbst Borussia musste bei Teilen der Belegschaft schon zu dieser Maßnahme greifen. In dieser Melange ein Unternehmen zu finden, welches einen langfristigen Millionen-Sponsoren-Vertrag unterzeichnet kommt daher einer äußerst heiklen Mission gleich.

Max Eberl ließ noch im Janaur Fortschritte durchblicken

Noch im Januar, im spanischen Trainingslager in Jerez de la Frontera, hatte Gladbach-Manager Max Eberl (46) auf konkrete Nachfrage durchblicken lassen, dass Borussia in Sachen neuer Hauptsponsor Schritte nach vorne gemacht habe. Er habe bei einigen Gesprächen bereits mit am Tisch sitzen dürfen, so Eberl. Was meist bei solchen Verhandlungen ein Indiz dafür ist, dass die Verhandelnden sich bereits sehr nahegekommen sind. 

Schließlich ist Eberl der Chef des „Team Sport“ (O-Ton Präsident Rolf Königs) im Borussia-Park – und nicht der Herr der Zahlen. Der heißt Stephan Schippers (52). Nach EXPRESS-Informationen soll Borussia bei der Suche nach einem Namen für die Trikot-Brust intensiver mit einem international tätigen Versicherungskonzern mit Sitz in Düsseldorf verhandelt haben.

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Ein rot-weißer Balken (statt des gelben Postbank-Schriftzuges) hätte es dann werden können. Doch das alles steht momentan wegen der Coronavirus-Krise im Konjunktiv. Borussia soll sich nach unseren weiteren Recherchen Hoffnungen von Hauptsponsor-Summen im Bereich von zehn Millionen Euro pro Jahr gemacht haben. Was einem Liga-Vierten und Traditions-Klub wie dem des VfL 1900 zu Marktkonditionen VOR Corona auch zuzutrauen gewesen wäre.

Borussia kann keinen neuen Hauptsponsor präsentieren

Nur aktuell haben sich alle Ausgangslagen, Konditionen und Preise in Zeiten der Pandemie geändert. Eine Alternative könnte nun das sein, was ebenfalls einer heiklen Mission gleichkommen dürfte: Einen Partner zu finden, in dessen Land der sogenannte Corona-Peak bereits soweit abgeklungen ist, dass die Wirtschaft kurzerhand wieder angeworfen worden ist.

Siehe China. Allerdings hat der Fall des ehemaligen Co-Sponsors „ZTE“ im Borussia-Park gezeigt, dass solch eine Partnerschaft auch „gewisse“ Risiken bürgen kann. Fakt ist: Borussia hat noch keinen neuen Hauptsponsor präsentiert – die Welt befindet sich momentan im Ausnahmezustand. Und die Postbank macht Ende Juni die Fohlen-Brust frei.

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