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„Lass mich in Ruhe mit dem Mist“Ex-BVB-Star kontert nach Kritik von Holland-Legende

Fußballspieler Julian Brandt im Trikot auf dem Spielfeld

Copyright: IMAGO / MB Media Solutions

Fußballspieler Julian Brandt im Trikot auf dem Spielfeld.

Zuerst „Schönwetter-Fußballer“, jetzt Ajax-Topstar: Julian Brandt rechnet mit dem TV-Gerede ab.

Geht es nach seinen eigenen Worten, lässt den 30-jährigen Julian Brandt das Gemecker von Experten völlig kalt!

Im Gespräch mit Gastgeber Sebastian Hellmann (59) packte der frühere Dortmunder Publikumsliebling im Podcast „Spielmacher“ jetzt richtig aus.

Van der Vaart rudert zurück

Besonders die Giftpfeile von Rafael van der Vaart sorgten zuletzt für ordentlich Zündstoff. Direkt nach Brandts Transfer ins Nachbarland betitelte der frühere Profi den Neuzugang abfällig als „Schönwetter-Fußballer“. Doch damit nicht genug, denn er wetterte weiter: „Er ist zwar eine gute Verstärkung, aber wir müssen nicht dankbar sein, dass er bei Ajax spielt. Wenn wir so tief gesunken sind … Brandt muss froh sein.“

Mittlerweile hat sich der Wind jedoch gedreht. Van der Vaart ruderte zurück und betitelte Brandt jüngst als „besten Spieler von Ajax.“ Das berichtet „bild.de“.

Wie nimmt Brandt selbst diesen Sinneswandel auf? Von den warmen Worten wusste er bis zur Aufzeichnung überhaupt nichts. „Es schwappt immer sehr schnell. Den Satz höre ich jetzt das erste Mal“, verriet der Offensivmann: „Letztes Mal, als er noch eine andere Aussage getätigt hat, wurde ich auch viel damit konfrontiert, was ich denn davon halte. Ich bin da immer so: ‚Lass mich einfach in Ruhe mit dem Mist.‘“

Groll hegt der Kicker deswegen allerdings überhaupt nicht. „Es ist okay, ich kenne das heutzutage mit den Experten, es werden immer kontroverse Aussagen getätigt. Es ist Teil des Ganzen.“ Eine winzige Spitze konnte er sich am Ende aber nicht verkneifen: „Wenn es jetzt aber so ist, dass er seine Meinung ein Stück weit geändert hat, dann ist das gut für mich.“

Dass die Stimmung gekippt ist, überrascht kaum. Immerhin belegen die nackten Statistiken eindrucksvoll, wie grandios der Deutsche beim neuen Arbeitgeber durchgestartet ist. In den bisherigen 15 Pflichtpartien netzte er schon achtmal ein. Ein echter Volltreffer, der laut eigener Aussage auf einem wohlüberlegten Vereinswechsel beruht. „Das ist das, warum ich mir diesen Verein auch ausgesucht habe“, unterstrich der Spielgestalter. „Für mich war diesen Sommer der Ansatz, wo ich am besten hinpasse. Für mich ist es nach wie vor die richtige Entscheidung, auch wenn es keine Top-5-Liga ist.“

Höchst interessant fällt zudem seine Gegenüberstellung von Schwarz-Gelb und dem jetzigen Arbeitgeber aus. Laut dem Fußballer prallen hier zwei völlig konträre Denkweisen aufeinander: „Es sind unterschiedliche Philosophien. Ruhrpott-Philosophie ist ein bisschen mehr Malocher-Mentalität, es ist ein bisschen kantiger. Aber es wird schon so gelebt, dass es darum geht, sich eine Gelbe Karte abzuholen, wenn es nicht läuft.“ Bei den Niederländern herrscht hingegen ein anderer Anspruch: „Und hier gibt es einfach sehr hohe Anforderungen an fußballerische Lösungen auf dem Platz.“

Offen bleibt, ob für den 48-fachen Nationalspieler (drei Treffer) noch einmal die Tür beim DFB aufgeht. Ob weitere Einsätze folgen, lässt der Mittelfeldakteur entspannt auf sich zukommen. Dennoch schwärmt er in höchsten Tönen von der Spielweise Jürgen  Klopps. „Unabhängig von meiner Personalie, ob ich jetzt irgendwann noch mal dabei sein werde oder nicht: Ich verfolge das sehr, sehr, sehr, sehr gerne. Ich glaube, dass wir auf einem guten Weg sind.“ (red)