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Aytekin schlägt Alarm„Menschenverachtende Äußerungen“ gegen Schiris

Deniz Aytekin

Copyright: Heiko Becker/dpa

Deniz Aytekin kritisiert den Umgang mit den Schiedsrichtern. (Archivbild)

Ihm reicht's! Top-Schiedsrichter Deniz Aytekin findet vor seinem Jubiläums-Spiel klare Worte. Er prangert die Zustände im Fußball an und beschreibt eine Atmosphäre, die sprachlos macht.

Deniz Aytekin hat sich im Vorfeld seines 250. Spiels in der Bundesliga deutlich zum immer härter werdenden Ton gegenüber Unparteiischen und ihren Video-Kollegen geäußert. Wie die dpa unter Berufung auf ein Gespräch mit der „Frankfurter Rundschau“ meldet, betonte Aytekin, dass besonders Nachwuchs-Schiris Probleme hätten, „diese teilweise menschenverachtenden Äußerungen auszuhalten“.

Der Referee, 47 Jahre alt, wird am Sonntag die Partie zwischen dem VfB Stuttgart und RB Leipzig leiten und damit sein Jubiläum begehen. Im Sommer hängt er die Pfeife an den Nagel. Diese Entwicklung bereitet ihm erhebliche Bedenken. Aytekin erklärte: „Man braucht wahnsinnig viel innere Stabilität, um mit all dem Hass, den Beleidigungen und Drohungen umzugehen“.

Aytekin: Jedes Wochenende eskaliert die Lage

Er hat das Gefühl, dass die Atmosphäre gegenüber den Unparteiischen und den Video-Schiris fast jedes Wochenende außer Kontrolle gerät. „Das ist eine sehr unschöne Entwicklung“, meinte der ehemalige FIFA-Schiedsrichter. Seine Begründung: „Die Schwelle der Akzeptanz von Entscheidungen ist extrem angewachsen. Es wird eine nahezu hundertprozentige Trefferquote erwartet. Die aber kann auch mit Hilfe der Technik nicht geliefert werden.“

Aytekin zufolge wollen viele Leute die technologischen Neuerungen einfach nicht annehmen. „Das ist absurd“, konstatierte er. Darüber hinaus würde jeder Fehler oder strittige Fall im Graubereich „mit aller Vehemenz debattiert“. Der Schiri bemängelte: „Und wenn es den VAR betrifft, rotten sich ganz gern alle zusammen und machen Stimmung – mit entsprechender Berichterstattung. Diese Dynamik entlädt sich dann entsprechend.“

Klare Ansage an die Trainer: „Warum gleich die verbale Keule?“

Deshalb forderte Aytekin „eine Kultur der sachlichen Diskussion“ und sprach dabei die Trainer direkt an. „Es ist interessant zu beobachten, dass Trainer stets wissen lassen, junge Spieler dürften Fehler machen. Warum wird eine solche Fehlertoleranz jungen Schiedsrichtern nicht zugestanden? Warum wird da gleich die verbale Keule ausgepackt?“, stellte er die Frage in den Raum.

Der routinierte Referee hatte auch eine Vermutung parat, woran das liegt: „Je größer der Druck und die emotionale Belastung zu spüren sind, desto mehr wird jemand gesucht, auf den dieser Druck abgeschoben werden kann. Da sind wir das schwächste Glied.“

Obwohl die Zusammenarbeit zwischen den Referees auf dem Feld und den Video-Kollegen nicht immer reibungslos funktioniere, plädierte Aytekin für mehr Anerkennung und Nachsicht: „Ich würde etwas mehr Reflexion darüber, wie viele komplexe Situationen vernünftig aufgelöst werden, sehr begrüßen.“ (red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

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