Nach ARD-Bericht WM-Expertin Almuth Schult reagiert entsetzt: „Hat mich erschüttert“

ARD-Expertin Almuth Schult in der WM-Runde vor dem Spiel zwischen den USA und dem Iran.

WM-Expertin Almuth Schult am Dienstag (29. November 2022) bei ihrem Auftritt in der ARD.

Die WM 2022 ist in vollem Gange, doch bei den Auftritten des Iran rückt der Fußball angesichts politischer Brennpunkte beinahe in den Hintergrund. Das lässt auch ARD-Expertin Almuth Schult nicht kalt.

Kein Spiel bei der WM 2022 ist derart aufgeladen wie das Gruppen-Finale zwischen den USA und dem Iran am Dienstagabend (29. November 2022). Sportlich geht es um den Einzug ins Achtelfinale in Katar, politisch verbindet beide Länder eine erbitterte Rivalität, die weit über den Sport hinausgeht.

Schon die Tage vor dem Spiel machten deutlich, dass es beim Spiel im Al-Thumama Stadium nicht bloß um 90 Minuten auf dem Rasen geht. Bestes Beispiel: Die Pressekonferenz der USA am Vortag, bei der es diverse Fragen zu politischen Belangen gab, selbst Militärangelegenheiten wurden thematisiert. Eine Information im Vorfeld machte auch ARD-Expertin Almuth Schult (31) sprachlos.

WM 2022: Almuth Schult entsetzt über Vorgehen des Iran

Denn auch die andauernden Proteste gegen die Unterdrückung von Frauen in der Heimat beschäftigen den Iran. Am Spieltag kursierte in Medienberichten die Zahl von angeblich 5000 iranischen Fans, die dem Regime in der Heimat nahestehen sollen und kostenlos nach Katar reisen durften.

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Gleichzeitig sollen von der Regierung als Unruhestifter ausgemachte Personen, die etwa kritische Botschaften verbreiten, auf den Rängen identifiziert werden. Ihnen drohen demnach Konsequenzen nach der Rückreise in die Heimat, wie die ARD in der Vorberichterstattung zum USA-Spiel vermeldete.

Darauf reagierte Schult sichtlich konsterniert: „Mich hat jetzt gerade die Information irgendwie erschüttert, dass 5000 regimetreue Fans ins Land kommen nach Doha, um auch andere Namen aufzuschreiben und zu gucken, wer sich irgendwie gegen das Regime wendet. Das habe ich jetzt so nicht erwartet, weil es ja irgendwie doch ein Fußballspiel ist. Aber es wird dann auch vom Staat ein bisschen politisiert, dieses Spiel. Deswegen bin ich wirklich gespannt, was da passiert.“

Proteste in der Heimat begleiten WM-Auftritte des Iran

Auch Ex-Nationalspieler Thomas Hitzlsperger (40) stimmte der DFB-Torhüterin in der Expertenrunde der ARD zu, sagte: „Ich war auch schockiert, das zu hören.“

Die Proteste in der Heimat begleiten die Auftritte der iranischen Nationalmannschaft schon seit WM-Beginn. Vor dem ersten Spiel gegen England (2:6) hatten sich alle Spieler aus der Startelf geweigert, die Nationalhymne zu singen, was weltweit für Aufruhr und viel Anerkennung sorgte.

Im Duell gegen die USA geht es sportlich um viel Prestige und das Weiterkommen ins Achtelfinale der WM. Ein Unentschieden würde dem Iran für die K.o.-Runde reichen, bei einer Niederlage würde der politische Erzfeind in der Tabelle noch vorbeiziehen. (bc)

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