Der 1. FC Köln bewegt sich mit kleinen, womöglich aber entscheidenden Schritten Richtung Klassenerhalt. Drei Spieltage vor Saisonende sieht die Lage vielversprechend aus.
Abstiegsrennen gegen den FCTrainer von Kölner Keller-Konkurrent gibt schon auf

Eine Niederlage als großer Schritt in Richtung Klassenerhalt? Für den 1. FC Köln war die 1:2-Heimpleite gegen Bayer Leverkusen sportlich zwar extrem bitter, moralisch darf der FC sich dennoch als einer der Gewinner des Spieltags fühlen.
Weil die Verfolger im Tabellenkeller wichtige Punkte auf der Strecke ließen und den am akutesten bedrohten Teams bei nur noch drei verbleibenden Spielen die Zeit davonläuft, tickt die Uhr für Köln und die Tabellennachbarn im unteren Mittelfeld.
Nicht nur Didi Hamann glaubt an FC-Rettung
Der FC St. Pauli, der bei Schlusslicht Heidenheim durch die 0:2-Pleite einen massiven Nackenschlag kassierte, braucht ebenso wie der VfL Wolfsburg nach dem müden 0:0 gegen Borussia Mönchengladbach ein kleines Wunder für den möglichen Sprung auf Platz 15.
Fünf Punkte Vorsprung auf die Kiezkicker, sechs auf die Wölfe, dazu das deutlich bessere Torverhältnis: Köln hat aktuell beste Aussichten, als Aufsteiger den Klassenerhalt zu packen. „Sie werden sich über die Linie robben, wie auch immer“, legte sich Sky-Experte Dietmar Hamann (52) schon mal fest.
Der ehemalige Nationalspieler war aber nicht der Einzige, der von einer Vorentscheidung im Abstiegskampf sprach. Kurios: So deutlich sah es in Wolfsburgs Trainer Dieter Hecking (61) auch einer der unmittelbar Beteiligten.
Auf der Pressekonferenz nach der Nullnummer gratulierte Hecking seinem Kollegen Eugen Polanski (40) bereits zum Klassenerhalt mit Borussia, nachdem Gladbach soeben den 32. Zähler eingefahren hatte. Doch das Trio aus FC, HSV und Bremen mit einem Punkt weniger ist für den erfahrenen Coach ebenfalls außer Reichweite.

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Dieter Hecking hat den direkten Klassenerhalt mit dem VfL Wolfsburg bereits abgeschrieben.
„Ich glaube wirklich, dass es nur zwischen Heidenheim, St. Pauli und uns geht“, sagte Hecking überraschend deutlich: „Die anderen werden schon noch ihre Punkte holen.“
Er rief als Ziel für die verbleibenden Spiele aus, am 34. Spieltag noch in Reichweite auf ein Endspiel um den Relegationsplatz gegen Pauli zu sein. Platz 15 gab Hecking bereits auf, von einer direkten Rettung ist beim finanziell massiv überlegenen Auto-Klub schon keine Rede mehr.
„Wir müssen weiter daran arbeiten, uns diese Möglichkeit offenzuhalten“, formulierte Hecking bescheiden: „Wenn uns das gelingt, dann haben wir einen Step gemacht.“ Weil auch St. Pauli durch den schmerzhaften Patzer beim Schlusslicht nicht allzu angriffslustig in Sachen Abstiegskampf-Aufholjagd wirkte, kann die besser platzierte Konkurrenz im Keller bereits vorsichtig aufatmen.
