Vorstand baut Geschäftsführung um FC hat neuen Finanzboss – Alexander Wehrle verlängert nicht

FC-Präsident Werner Wolf und Geschäftsführer Alexander Wehrle singen im Rhein-Energie-Stadion.

FC-Präsident Werner Wolf (l.) und Geschäftsführer Alexander Wehrle am 18. September 2021 im Rhein-Energie-Stadion

Der 1. FC Köln hat einen neuen kaufmännischen Geschäftsführer: Philipp Türoff. Die Entscheidung, ob Alexander Wehrle vorerst bleibt oder zum VfB Stuttgart zurückkehrt, ist indes noch nicht gefallen.

Der nächste Neuzugang in der Geschäftsführung des 1. FC Köln: Philipp Türoff (45) wird Finanzboss des Bundesligisten, tritt seinen Dienst bereits am 1. Januar 2022 an. In einem Nebensatz verkündete der Klub am Mittwoch (15. Dezember 2021) zudem, dass Alexander Wehrle (46), aktuell alleiniger Geschäftsführer, seinen 2023 auslaufenden Vertrag nicht verlängern wird – sein Abschied ist damit nur noch eine Frage der Zeit!

Türoff wechselt von Schuh-Riese Birkenstock ans Geißbockheim, übernimmt neben den Finanzen auch die Bereiche Vertriebssteuerung, Personal und IT. Er sagt: „Ich freue mich sehr auf meine neue Aufgabe beim FC. Die Verantwortlichen haben mir eine Perspektive für den Klub aufgezeigt, an die ich glaube.“

In der Fußballwelt ist der 45-Jährige ein unbeschriebenes Blatt, in der Wirtschaft aber hoch angesehen. Er war dreieinhalb Jahre Birkenstocks CFO (Chief Financial Officer), zuvor unter anderem für Red Bull und SAP tätig. Sein größter Coup: Der Verkauf des Schuh-Traditionsunternehmens aus Linz am Rhein an die französisch-amerikanische Beteiligungsgesellschaft L Catterton und Bernard Arnault, Chef des Luxus-Artikel-Riesen LVMH (u. a. Louis Vuitton) – dem Vernehmen nach für vier Milliarden Euro.

Nun übernimmt Türoff die FC-Zahlen, erklärt: „Gemeinsam mit meinen Kollegen und dem Team am Geißbockheim möchte ich den Weg, den der FC mit dem aktuellen Vorstand eingeschlagen hat und den ich von außen sehr positiv wahrgenommen habe, weitergehen und mitgestalten.“

Philipp Türoff kommt von Birkenstock zum 1. FC Köln.

Philipp Türoff ist ab dem 1. Januar 2022 neuer kaufmännischer Geschäftsführer des 1. FC Köln.

Präsident Werner Wolf (65) ist stolz, dass der FC Türoff gewinnen konnte: „Die Anforderungen und Aufgabenbereiche in einem Profi-Fußballklub haben sich in den vergangenen Jahren enorm entwickelt, genauso beim FC. Um weiterhin auf höchstem Niveau konkurrenzfähig zu bleiben, haben wir deshalb den FC-Matchplan entwickelt. Unsere Strategie muss mit Leben gefüllt und umgesetzt werden – aus diesem Grund haben wir uns dazu entschlossen, die Geschäftsführung zu erweitern und auf starke und kluge Köpfe mit nachgewiesener Managementkompetenz auf Top-Niveau zu setzen.“

Alexander Wehrle liebäugelt mit einem Wechsel zum VfB Stuttgart

In der FC-Mitteilung heißt es, Türoff werde „im Team mit Alexander Wehrle und Christian Keller arbeiten“. Aber auch, dass Wehrle, der beim VfB Stuttgart als neuer Vorstandsvorsitzender im Gespräch ist, „sich dazu entschlossen hat, seinen laufenden Vertrag nicht zu verlängern“. Die Zeichen stehen auf Trennung – deutlich vor Juni 2023. Kommende Woche soll eine endgültige Entscheidung fallen, im Hintergrund laufen die VfB-Verhandlungen noch – obwohl das FC-Präsidium auf eine Lösung bis Mittwoch gedrängt hatte.

Ob mit oder ohne Wehrle, der Vorstand plant künftig mit drei Geschäftsführern. Christian Keller (43) verantwortet ab April 2022 den sportlichen Bereich. Wehrle wiederum wäre für die Felder Unternehmensstrategie, Kommunikation, Marketing und Internationalisierung zuständig. Sollte er tatsächlich vorzeitig gehen, wäre der FC nach EXPRESS.de-Informationen vorbereitet.

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Der gebürtige Schwabe sagt zunächst nur: „Mit der Idee, die Geschäftsführung zu erweitern, bin ich beim Vorstand auf offene Ohren gestoßen. Wir waren uns von Anfang an alle einig, dass es bei der Anzahl an Herausforderungen, die der FC und unsere Ziele mit sich bringen, Sinn macht, die Aufgaben auf mehrere Schultern zu verteilen.“

Der Vorstand hatte Wehrle zuletzt noch ein Angebot zur Vertragsverlängerung unterbreitet, offerierte ihm sogar die Sonderrolle als Sprecher der dreiköpfigen Geschäftsführung. Allerdings nur mit einer Verlängerung um eine Saison bis 2024. Wehrle empfand dies nicht als Wertschätzung, nahm nicht an.

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Beim VfB Stuttgart, wo er von 2003 bis 2013 Referent der Geschäftsführung war, würde der Bietigheimer die Nachfolge von Thomas Hitzlsperger (39) antreten – als Ober-Boss. Am Sonntag (19. Dezember, 17.30 Uhr) treffen die Klubs im Rhein-Energie-Stadion aufeinander.

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