Der frühere FC-Trainer fordert ein konsequentes Vorgehen gegen Regelverstöße im Fußball. Die Transfersperre des 1. FC Köln zeigt seiner Meinung nach ein großes Missverhältnis auf.
„Too big to fail“Lienen poltert über City-Skandal – und zieht FC-Vergleich

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Ex-FC-Trainer Ewald Lienen bei einer Talk-Runde in Duisburg

Nach dem beispiellosen Schuldspruch gegen Manchester City fordert Ewald Lienen ein rigoroses Durchgreifen. „Wir dürfen es nicht zulassen, dass unser Fußball mit Füßen getreten wird“, sagt der frühere Trainer des 1. FC Köln in seinem Podcast „Der Sechzehner“.
Seine Forderung: „Wenn du das in den Griff kriegen willst, dann musst du rigoros dagegen vorgehen.“
Lienen zieht Vergleich zu City: „Wieso bekommt der 1. FC Köln eine Transfersperre?“
Hintergrund ist ein vernichtendes Urteil einer unabhängigen Kommission der Premier League gegen City. Es geht um einen Zeitraum von neun Jahren (2009 bis 2018) und insgesamt 115 Anklagepunkte. Sollte der Klub juristisch verlieren, drohen drastische Strafen bis zum Zwangsabstieg. Auch die Aberkennung von Titeln ist denkbar.
Im Zentrum des Falls stehen unter anderem Sponsorenverträge, die nach Auffassung der Kommission Einnahmen künstlich erhöht und Kosten gesenkt hatten. City bestreitet die Vorwürfe und hat Berufung eingelegt.
Über mögliche Sanktionen soll in einem weiteren Verfahren entschieden werden. Der Fall ist also noch nicht abgeschlossen. Lienen zieht aber schon jetzt einen Vergleich zum FC: „Wieso bekommt der 1. FC Köln eine Transfersperre? Nimm das mal in Relation. Das ist abenteuerlich!“
Die FIFA hatte Köln wegen des Transfers des damals 16-jährigen Jaka Cuber Potocnik für zwei Wechselperioden mit einer Registrierungssperre belegt. Hintergrund war der Wechsel des Slowenen von Olimpija Ljubljana zum FC, nachdem Potocnik seinen Vertrag bei seinem früheren Klub einseitig beendet hatte.
Der Internationale Sportgerichtshof CAS bestätigte die Sanktion zunächst. „Der 1. FC Köln steigt ab deswegen, hatte keine Transfermöglichkeiten wegen irgend einer Kleinigkeit“, ist sich Lienen sicher.
Nach einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs zu Teilen der Fifa-Transferregeln hob der Weltverband die Sperre im Dezember 2024 vorzeitig auf. Für eine Klage hätte der FC den Zusammenhang zwischen Sperre und Abstieg belegen müssen.
Darüber wurde in Köln natürlich heiß diskutiert. Auch, ob man nicht schon aus Prinzip gegen die FIFA vorgehen müsse, wie EXPRESS.de damals berichtete. Doch die Gremien hatten sich letztlich dagegen entschieden.
Lienen hält das Missverhältnis zwischen dem Vorgang in Köln und jenem bei Manchester City jedenfalls für fatal: „Das ist so, als wenn man im Finanzamt sich die Kleinen schnappt und die Großen lässt man laufen. Verstehst du? Too big to fail, würde ich mal sagen. Und das geht einfach nicht.“
Ob der Premier-League-Klub dieses Mal tatsächlich glimpflich davonkommt, dürfte sich allerdings erst im kommenden Jahr entscheiden.

