Abo

„Muss er jetzt zeigen“Funkel fühlt sich in Einschätzung zu Kwasniok bestätigt

Friedhelm Funkel blickt vor dem Start in die Rest-Saison der Bundesliga auf die Lage beim 1. FC Köln.

Den 1. FC Köln notiert Friedhelm Funkel auf seiner persönlichen Beobachtungsliste weiterhin ganz oben. Der Aufstiegstrainer hat registriert, dass sich die Atmosphäre rund um das Geißbockheim zuletzt verschlechtert hat, bemüht sich aber um eine sachliche Bewertung der sportlichen Lage.

„Für einen Aufsteiger sind 16 Punkte nach 15 Spielen absolut in Ordnung. Das Problem ist der Negativtrend nach einem starken Start. Wäre es andersherum verlaufen, also wäre nach einem schwachen Start ein starkes Jahresende erfolgt, würde die Stimmung eine andere sein“, sagte Funkel im Gespräch mit dem „Kölner Stadt-Anzeiger“.

Funkel sieht Luft nach oben – und glaubt an FC-Rettung

Der Verein steht derzeit auf dem elften Platz, doch die Tendenz und die allgemeine Stimmung sind negativ: „Jetzt ist eine gewisse Unzufriedenheit da, die sachlich betrachtet nicht ganz gerechtfertigt ist. Am Anfang der Saison hatte der FC auch etwas Glück, am Ende verließ ihn dann dieses wieder. Der FC steht zurecht da, wo er steht.“

Getrübt wird der Eindruck aber auch durch das offenbar komplizierte Verhältnis zwischen Trainer Lukas Kwasniok und einigen Spielern. Luca Waldschmidt (27) etwa wurde nach seiner Kritik an mangelnder Spielzeit in einem EXPRESS.de-Interview aus dem Kader gestrichen.

„Ein Murren ist nicht zu überhören. Um es verstummen zu lassen, braucht man gegen Heidenheim und Mainz schon mal vier Punkte“, meint Funkel und legt die Messlatte damit durchaus hoch.

Der erfahrene Trainer hält bekanntermaßen viel von Sportdirektor Thomas Kessler. „Ich bleibe dabei: Thomas Kessler leistet eine sehr gute Arbeit und hat insbesondere für einen Aufsteiger durch kluge Verpflichtungen einen sehr guten Kader zusammengestellt. Er hat einen Kader bereitgestellt, mit dem der Klassenerhalt geschafft werden muss“, stellte Funkel klar.

Friedhelm Funkel spricht beim 1. FC Köln.

Friedhelm Funkel sieht die Lage beim FC nicht dramatisch, hofft aber auf eine Trendwende nach der Sieglos-Serie.

Über seinen Nachfolger Kwasniok äußerte der 72-Jährige schon im vergangenen Sommer eine deutliche Meinung. Er fasste zusammen: Der neue FC-Trainer passe mit seiner emotionalen Art gut zum Verein, zur Mannschaft und zur Stadt.

Funkel merkte aber schon damals an, dass der FC im Gegensatz zu Kwasnioks vorherigen Stationen eine „ganz andere Hausnummer“ sei. Die Aufmerksamkeit in Köln ist naturgemäß größer als etwa in Paderborn.

Kwasniok habe zwar bei anderen Vereinen erfolgreich gearbeitet, doch „jetzt muss er zeigen, dass er auch die Bundesliga und den 1. FC Köln kann. Der Druck, wie er in Köln entstehen kann, wäre für ihn eine neue Erfahrung. Trotz aller Emotionalität muss man in diesen Phasen besonnen bleiben. Auch mal die Faust in der Tasche ballen und nicht immer öffentlich die Wahrheit sagen“, so Funkels damalige Einschätzung.

Der erfahrene Coach fühlt sich in seiner damaligen Einschätzung bestätigt. „Ich bleibe dabei: Lukas passt zum FC und zu Köln. 16 Punkte sind eine ordentliche Ausbeute. Jetzt erlebt er eine schwierigere Phase – doch das ist auch nichts Ungewöhnliches. Ich hoffe, dass er ruhig und besonnen bleibt. Er wird merken: Manchmal ist weniger oft mehr, manchmal muss man diplomatischer sein. Gelingt ihm das, wird er auch beim FC Erfolg haben.“

Einer der unzufriedenen Spieler im Team ist Neuzugang Ragnar Ache. Funkel arbeitete mit Ache 2024 beim 1. FC Kaiserslautern und weiß um dessen Charakter. „Ragnar hat sicher Luft nach oben. Aber er kann Tore erzielen und vorbereiten, ich kenne fast keinen besseren Kopfballspieler als ihn. Er ist allerdings ein sensibler Spieler, den man besonders führen muss“, erklärt der Trainer-Veteran.

Immerhin: Funkels Prognose dürfte den Kölner Fans wieder etwas mehr Hoffnung geben: „Der FC hat mehr Potenzial als einige Klubs, die unten stehen. Drei Mannschaften wird man auf jeden Fall hinter sich lassen. Ich bin deshalb vom Klassenerhalt des FC überzeugt.“

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.