Baumgarts größte FC-Gewinner Von 2 auf 21: Die Ausrufezeichen der Abgeschriebenen

Der 1. FC Köln jubelt über den 1:0-Sieg gegen den VfB Stuttgart.

Anthony Modeste und Kingsley Schindler liegen sich in den Armen, feiern den 1:0-Siegtreffer gegen den VfB Stuttgart am 19. Dezember 2021.

Bessermacher Steffen Baumgart. Beim 1. FC Köln spielten in der Hinrunde reihenweise Profis groß auf, die längst abgeschrieben waren. Die Zahlen sind beeindruckend.

25 Punkte, Platz acht – die starke Hinrunde des 1. FC Köln hatte viele Gewinner. Die wohl größten sind fünf Profis, die schon als abgeschrieben galten, teilweise belächelt und verschenkt wurden.

Anthony Modeste (33, AS Saint-Étienne), Louis Schaub (27, FC Luzern) und Kingsley Schindler (28, Hannover 96) waren in der vergangenen Krisen-Saison allesamt verliehen. Der FC zahlte zwar große Teile des Gehalts, hatte aber keine Verwendung für das Trio.

Leih-Rückkehrer des 1. FC Köln an Großteil der Tore beteiligt

Wahnsinn: Unter Steffen Baumgart (29) sammeln die Leih-Rückkehrer, zu denen auch Youngster Tomas Ostrak (21) gehört, fleißig Scorer-Punkte  – zusammen 19! Sie waren an 63 Prozent der Kölner Hinrunden-Tore direkt beteiligt, 17 von 27.

Alles zum Thema Louis Schaub

Modeste sticht mit seinen elf Treffern (plus eine Vorlage) natürlich heraus, doch auch Schaub (ein Tor, zwei Vorlagen) und Schindler (drei Vorlagen) haben als Joker Spiele entschieden. „King“ legte Tony die Siegtore in den beiden letzten Partien des Jahres gegen Wolfsburg (3:2) und Stuttgart (1:0) auf, sagt: „Ich bin gut dabei. Man sieht, dass der Trainer wertschätzt, dass ich da bin.“

Auch Salih Özcan (23) und Benno Schmitz (27) sind gefühlte Neuzugänge, zählen zu Baumgarts Leistungsträgern – in den vergangenen Jahren waren sie maximal Mitläufer.

Özcan stand im Sommer nach seinem Vertragsende unmittelbar vor dem Abschied; kaum einer glaubte, dass er bei seinem Heimat-Klub noch den Durchbruch auf der großen Bundesliga-Bühne schafft. Jetzt überzeugt der Ehrenfelder als rigoroser Mittelfeld-Abräumer, hat zudem schon zweimal getroffen. Özcan bescheiden: „Es war eine ordentliche Hinrunde. Ich habe versucht, mein Bestes zu geben, kämpferisch und spielerisch. Ich glaube, das ist ganz gut gelungen.“

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Benno Schmitz: „Wir wissen, wo wir herkommen“

Schmitz wiederum gehört zu den konstantesten Außenverteidigern der Liga, vier Vorlagen gehen auf sein Konto. In der Vergangenheit haben viele Fans aufgestöhnt, wenn der gebürtige Münchner am Ball war, nun wird er als „kölscher Cafu“ gefeiert. Ebenfalls eine irre Geschichte, die Schmitz selbst kaum fassen kann: „Weder für mich, noch für die Mannschaft hätte ich gedacht, dass es so gut läuft. Wir wissen, wo wir herkommen.“

Modeste, Schaub, Schindler, Özcan und Schmitz – die Ausrufezeichen der Abgeschriebenen zogen sich wie ein roter Faden durch die Hinrunde. Das Quintett war gemeinsam sogar an 21 (!) der 27 FC-Treffer beteiligt. In der kompletten Vorsaison waren es durch die Leihen und Leistungsdellen gerade mal zwei Torbeteiligungen (je eine Vorlage von Özcan und Schmitz) gewesen.

„Viele Leute gucken woanders hin und sagen: Da sind die guten Spieler. Ich sage: Nein, hier sind die guten Spieler. Das haben wir mittlerweile auch mehr als einmal bewiesen. Als ich hergekommen bin, war gefühlt gar kein Spieler gut“, so Baumgart zuletzt im EXPRESS.de-Interview. Seinen Ruf als Bessermacher hat der Trainer bereits in seinem ersten FC-Halbjahr eindrucksvoll bestätigt!

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