„Können uns vieles vorstellen“Horn vor Zukunfts-Poker: Mini-Gehalt oder neuer Nummer-1-Angriff?

Timo Horn im Training des 1. FC Köln.

Timo Horn (hier am 10. Oktober 2022) steht vor eine ungewissen Zukunft beim 1. FC Köln.

Timo Horns Vertrag beim 1. FC Köln läuft zum Saisonende aus. Sportboss Christian Keller ist für eine Verlängerung mit der langjährigen Nummer eins offen, der Keeper müsste aber auf eine Menge Geld verzichten. 

von Jürgen Kemper (kem)Martin Zenge (mze)

Geht beim 1. FC Köln nach 21 Jahren eine Ära zu Ende? Im Sommer läuft der Vertrag von Timo Horn (29) aus. Der langjährige Stamm-Torwart muss die wohl schwerste Entscheidung seiner Karriere treffen!

Bleibt er seinem Herzensverein treu, auch auf die Gefahr hin, die nächsten Jahre hinter Marvin Schwäbe (27) auf der Bank zu sitzen? Oder will Horn sich woanders noch mal als Nummer eins beweisen?

Zukunft von Timo Horn beim 1. FC Köln wird vor Weihnachten geklärt

Das Ausland, speziell England, reizt den Kölner Vize-Kapitän schon länger. Ein Abenteuer-Wechsel, wie in die USA, soll in seinen Überlegungen ebenfalls eine Rolle spielen.

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Doch ohne Angebot will der FC sein Urgestein nicht ziehen lassen. Geschäftsführer Christian Keller (44) ist für eine Verlängerung offen, sagt: „Wir können uns vieles vorstellen. Die Frage ist aber auch: Was kann sich Timo vorstellen? Das besprechen wir unter vier Augen.“

Dabei geht es nicht nur um die Rolle als Nummer zwei: Mit rund drei Millionen Euro pro Saison ist Horn nach Kapitän Jonas Hector (32) aktuell Kölns Top-Verdiener. Ein solches Gehalt kann der FC nicht mehr zahlen – schon gar nicht für seinen Ersatzkeeper.

Bedenkt man, dass Top-Scorer Florian Kainz (30) mit neuem Vertrag gerade so siebenstellig kassiert, scheint klar, dass Horn mindestens auf zwei Drittel seines Gehalts (!) verzichten müsste. Schließlich ist es ein großes Ziel der Geschäftsführung, eine weitaus leistungsbezogenere Lohnstruktur aufzubauen.

Christian Keller: „Ich kann mich nur lobend über ihn äußern“

Mini-Salär und kaum Einsatzzeit auf der einen Seite, seine große FC-Liebe auf der anderen – wie entscheidet sich Horn?

Mit Berater Volker Struth (56) wird er die Winterpause nutzen, um alle Szenarien zu diskutieren. Bei einem passenden Angebot ist sogar ein Blitz-Abschied im Bereich des Möglichen. Nehmen Sie hier an unserer EXPRESS.de-Umfrage teil:

Sportboss Keller kündigt derweil auch vonseiten des Klubs Gespräche an – noch vor Weihnachten: „Ich bin ein Freund davon, frühzeitig mit den Akteuren zu sprechen, bei denen der Vertrag ausläuft.“ Anzeige: Jetzt Gutschein für den Fanshop des 1. FC Köln gleich hier im EXPRESS-Gutscheinportal sichern!

Der FC muss dabei natürlich auch die Zukunfts-Pläne der momentan unantastbaren Nummer eins Marvin Schwäbe und die Entwicklung von Kronprinz Jonas Urbig (19), der Horn zunächst als Stellvertreter beerben könnte, im Blick haben. Beide Keeper-Verträge laufen bis 2024.

Keller, bei dessen Amtsantritt Horn bereits die Nummer zwei war, kann sich „nur lobend über ihn äußern“, erklärt: „Timo verhält sich auf und neben dem Platz so, wie man es von einem Spieler seines Standes erwartet. Er ist unser dienstältester Spieler und war über Jahre hinweg ein ganz wichtiger Akteur auf dem Platz. Für einen Sportler ist es dann nicht so einfach, mit so einem Einschnitt umzugehen. Timo tut das aber exzellent. Er trainiert, als wenn er die Nummer eins wäre. In der Kabine zählt seine Stimme.“ Dennoch könnte im Sommer 2023 eine Ära enden...