Ski-Boss kandidiert für Georgien – die Top-Stars toben.
Bekomme mein Leben zurückFis-Präsident Eliasch kontert vor Wahl die massive Kritik

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Fis-Präsident Johan Eliasch tritt für Georgien an. (Archivbild)
Zoff im Ski-Zirkus: Boss nutzt bizarren Kniff – und die Top-Athleten rebellieren. Ein strategischer Schachzug, der für Aufruhr sorgt: Im Ringen um die Führungsposition beim Ski-Weltverband Fis kandidiert Präsident Johan Eliasch nicht für sein Heimatland, sondern für Georgien. Das bringt die Schwergewichte des Skisports und Superstars wie Mikaela Shiffrin auf die Palme.
Beim Ringen um die Führungsposition im Ski-Weltverband Fis spielt Präsident Johan Eliasch mit offenen Karten bezüglich seines strategischen Manövers. Der Funktionär mit schwedischen und britischen Wurzeln stellt sich auf dem Fis-Kongress am kommenden Donnerstag nicht für seine Heimatländer Schweden oder Großbritannien zur Wiederwahl – stattdessen tritt er für Georgien an. Der Hintergrund dieser Entscheidung: Eine Nominierung durch seine eigenen Verbände blieb aus.
Als die Deutsche Presse-Agentur wissen wollte, welche Verbindung er zu dem Land im Südkaukasus habe, antwortete Eliasch nüchtern: „Ich war schon dort. Es ist ein Land, das mir sehr gut gefällt. Das Land liebt den Sport und hat großartige Berge zu bieten.“ Georgien sei für Eliasch ein „Statement für das, was wir erreichen müssen“. Allerdings teilen zahlreiche Top-Athleten und die einflussreichen Verbände diese Ansicht schon seit geraumer Zeit nicht mehr.
DSV geht auf Konfrontationskurs zu Eliasch
Der Deutsche Skiverband (DSV) positioniert sich ebenfalls klar gegen Eliasch und beabsichtigt, dessen erneute Wahl in Belgrad zu blockieren. Stefan Schwarzbach, ein Mitglied des DSV-Vorstands, formuliert es unmissverständlich: „Das größte Versäumnis ist sicherlich der enorme Vertrauensverlust innerhalb des internationalen Ski- und Snowboardsports.“
Es sei so gewesen, dass man „über Jahre hinweg immer wieder dieselben Gespräche geführt, immer wieder dieselben Zusagen gehört“ habe und dennoch „kurze Zeit später trotzdem wieder am gleichen Ausgangspunkt“ gestanden habe. Fünf Jahre nach Eliaschs Amtsantritt, als er 2021 die Nachfolge des mittlerweile verstorbenen Gian Franco Kasper antrat, sei der Moment für eine Abrechnung gekommen. Schwarzbach fügte hinzu: „Aus unserer Sicht reichen kosmetische Korrekturen längst nicht mehr aus. Wenn ein Riss immer größer wird und an die Substanz geht, dann hilft es nicht, immer wieder neue Spachtelmasse aufzutragen“.
Auch Superstar Shiffrin übt scharfe Kritik
Aber der Widerstand gegen den 64 Jahre alten Chef kommt nicht allein von den einflussreichen Verbänden. Die Athletinnen und Athleten haben ebenfalls die Nase voll. Die amerikanische Ski-Ikone Mikaela Shiffrin erklärte gegenüber dem Schweizer „Blick“: „Viele von uns Athleten haben das Gefühl, dass die Fis und die derzeitige Führung einen erheblichen Mangel an Transparenz an den Tag gelegt haben“. Weitere bekannte Persönlichkeiten des Sports äußerten sich in eine ähnliche Richtung.

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Kritisiert den Fis-Boss: Ski-Star Mikaela Shiffrin. (Archivbild)
Wer könnte Eliasch beerben? Eine Britin und ein Liechtensteiner im Rennen
Wer kommt also als Nachfolger infrage? Eine kuriose Wendung: Victoria Gosling, die vom Verband Großbritanniens anstelle von Eliasch ins Rennen geschickt wurde, werden gute Aussichten eingeräumt. Ebenso kann sich Alexander Ospelt aus dem Fürstentum Liechtenstein Hoffnungen auf den Posten machen.
Schwarzbach erklärte: „Es geht darum, die Fis wieder auf ein stabiles Fundament zu stellen. Die Frage ist heute nicht mehr, ob es Probleme gibt. Die Frage ist, ob wir den Mut haben, die notwendigen Konsequenzen daraus zu ziehen“. Bereits im Vormonat Mai hatte der DSV zusammen mit den Verbänden aus Österreich, der Schweiz, den USA, Norwegen und Kanada ein Dokument in Umlauf gebracht, das indirekt eine Abwahl des amtierenden Präsidenten befürwortete.
Natürlich hat Eliasch selbst eine andere Sicht der Dinge. Mit der Unterstützung der kleineren Mitgliedsverbände möchte er seine Position verteidigen. „Nicht jeder ist glücklich. 10 von 80 Verbänden haben bereits gesagt, dass sie unbedingt einen Wechsel wollen. Sie wollen die Kontrolle übernehmen. Doch es gibt noch 70 weitere“, konterte Eliasch, der unmittelbar vor der Abstimmung eine Offensive in den Medien einleitete.

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Verbalattacke auf Eliasch: Stefan Schwarzbach. (Archivbild)
Und bei einer Abwahl? „Dann bekomme ich mein Leben zurück“
Während die Kritik von Verbänden und Athleten an mangelnder Transparenz und zerstörtem Vertrauen lauter wird, versucht Eliasch mit Zukunftsplänen für eine weitere Amtszeit zu punkten. „Ein Ziel sind Fis-Games, bei denen wir alle Weltmeisterschaften bündeln. Das wäre nicht weit weg von Olympischen Winterspielen. Das wäre eine riesige Gelegenheit“, erläuterte der Präsident. Diese Spiele sollen im Vierjahresrhythmus stattfinden, möglicherweise ab dem Jahr 2032. Zusätzlich plant er, den Skisport für Zuschauer attraktiver zu gestalten.
Eliasch gibt sich vor dem entscheidenden Tag der Wahl gelassen. Auf die Frage nach einer möglichen Niederlage entgegnete er: „Dann bekomme ich mein Leben zurück. Ich habe überhaupt nichts zu verlieren. Weil das Amt als Fis-Präsident ist ein 24/7-Job“. Aus der Sicht zahlreicher Athleten und Verbände sollte diese Rund-um-die-Uhr-Aufgabe zukünftig jedoch eine andere Person übernehmen. (dpa/red)
Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.
