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Ex-Profi verrät es selbstDreimaliger Meister startet Trainer-Karriere bei den Haien

Yannic Seidenberg bei einem Spiel des EHC Red Bull München

Copyright: IMAGO/kolbert-press

Yannic Seidenberg startet seine Trainerkarriere bei den Kölner Haien

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Yannic Seidenberg startet bei den Kölner Haien in einen neuen Lebensabschnitt. Er beginnt eine Trainer-Laufbahn.

Trainer-Verstärkung für die Kölner Haie: Wie der langjährige DEL-Profi und Nationalspieler Yannic Seidenberg selbst verraten hat, liegt seine unmittelbare Zukunft beim KEC.

Im Sport1-Podcast „Deep Dive“ berichtete Seidenberg, dass er eine Stelle als Development Coach beim DEL-Klub antreten wird. Unmittelbar nach der Podcast-Aufnahme ging es für den 42-Jährigen nach Köln.

Seidenberg berichtet über Doping-Schock und Depression

„Ich muss erstmal für mich schauen: Ist das was für mich? Ich muss da wieder täglich an mir arbeiten und besser werden. Ich weiß, dass ich da nicht hochkomme und schon Jahre im Trainergeschäft bin. Das wird ein tägliches Lernen. Gerade das reizt mich“, sagte er. „Ich freue mich auf den neuen Abschnitt und bin aufgeregt, was mich da alles erwartet.“

Seidenberg gab in dem Gespräch tiefe Einblicke in sein Seelenleben. Der frühere Top-Verteidiger hat eine schwere Zeit durchgemacht. 2022 wurde er nach einem abnormalen Ergebnis in einem Dopingtest vorläufig suspendiert und schließlich gesperrt.

„Ich wusste nicht, dass ich was Illegales zugenommen habe“, beteuerte er. „Ich habe nur geweint die ganze Zeit und gesagt, das habe ich nicht bewusst gemacht.“ Die Substanz sei durch eine Creme in seinen Körper gekommen, die ihm sein Homöopath verschrieben habe.

Im Zuge von strafrechtlichen Ermittlungen gab es eine Hausdurchsuchung. Neben der Creme, die er der Polizei selbst aushändigte, fanden die Beamten auch „ein bisschen Gras“, wie Seidenberg berichtete. Im vergangenen Jahr gab er nach abgelaufener Sperre bei den Kassel Huskies nochmal ein Comeback, mittlerweile hat er seine Karriere beendet.

Seidenberg sprach in dem Podcast zudem offen über seine Depression. „Nicht mal, Zeit mit meinen Kindern zu verbringen, hat mir Spaß gemacht. Das war alles nur anstrengend und schwer.“

Aktuell gehe es ihm „wieder gut“, so der Olympia-Zweite von 2018. Die unschönen Erfahrungen sollen ihm nun bei seiner beginnenden Trainerkarriere entgegenkommen. „Ich glaube schon, dass das einiges mit mir gemacht hat, dass ich ein besseres Verständnis für Spieler habe, wenn sie durch manche Probleme gehen, die ich vielleicht schon durchlebt habe“, so Seidenberg.

Seidenberg, der zunächst als Stürmer begann, hat in seiner Karriere über 1000 DEL-Spiele absolviert, von 2004 bis 2005 lief er auch für die Haie auf. Er wurde dreimal deutscher Meister mit München.

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